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Spätabtreibungen und Missbrauch - Pro Familia deckt Probleme in Oberhausen auf

23.07.2013 | 07:00 Uhr
Spätabtreibungen und Missbrauch - Pro Familia deckt Probleme in Oberhausen auf
Die Beratungsstelle von Pro Familia will bald eine neue Gruppe anbieten: v.l. die Mitarbeiterinnen Susanne Kaltwasser und Gerlinde Zlotos.Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   In dem jetzt vorgelegten Jahresbericht macht Pro Familia auf Probleme wie Spätabtreibungen und besonders Missbrauch in Oberhausen aufmerksam. Um den oft jungen Opfern bessere Unterstützung bieten zu können, will die Beratungsstelle jetzt eine Gruppe für sexuell missbrauchte Mädchen ins Leben rufen.

Pro Familia Oberhausen legte jetzt den Jahresbericht für 2012 vor. Zwei Themen berührten die Fachkräfte besonders: Die Situation von Eltern, die einen Schwangerschafts-Spätabbruch durchführen lassen wollten. Und die Schwierigkeiten, die sich bei der Beratung von Frauen mit Migrationshintergrund ergeben.

Der Jahresbericht macht deutlich: Der Andrang ist enorm. Allein 957 Einzelberatungen führten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen insgesamt im vergangenen Jahr durch. Dazu kamen 110 Veranstaltungen für Gruppen.

Als Spätabtreibung gilt eine Abtreibung etwa nach der 20. Schwangerschaftswoche. Abtreibungen in den ersten zwölf Wochen sind nach einer Beratung straffrei. Aufgrund einer medizinischen Indikation sind Abbrüche auch später möglich, wenn die Gesundheit der Schwangeren gefährdet ist. Eine solche Indikation wird ausgestellt, wenn während einer pränataldiagnostischen Untersuchung (Untersuchung vor der Geburt) festgestellt wird, dass das Ungeborene schwer behindert zur Welt käme oder gleich nach der Geburt sterben müsste.

Diagnostik zieht sich über Monate

In vielen Fällen zieht sich diese Diagnostik über Monate. „Das fängt mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung samt Blutprobe in den ersten drei Monaten an“, führt Dr. Christine Gathmann, selbst Ärztin und stellv. Leiterin der Beratungsstelle, aus. Es folgten weitere Ultraschalluntersuchungen sowie eine Fruchtwasseruntersuchung in der 16. Schwangerschaftswoche. Das Ergebnis trudele dann in der 18. bis 20. Woche ein. „Vielen Ärzten fällt es offensichtlich schwer, einen eindeutigen Befund auszustellen.“

Liegt die Diagnose endlich vor, fänden die Frauen aber fast niemanden mehr, der den Abbruch vornehmen will. „Das Ev. Krankenhaus vor Ort macht das nur, wenn die Diagnostik im eigenen Haus stattfand“, weiß Gathmann. Für eine Klientin konnte sie nach langer Telefoniererei eine Zusage aus Duisburg erhalten. „Für eine andere in Bonn, eine weitere in Münster.“ Für die Eltern ein Alptraum. „Eine der Frauen verlor ständig Fruchtwasser, das Kind in ihrem Bauch wuchs weiter, war aber nicht lebensfähig – das so lange ertragen zu müssen, war furchtbar.“

Gathmann fordert: „Praxen, die eine Pränataldiagnostik anbieten, sollten die Frauen mit dem Ergebnis nicht alleine lassen und gegebenenfalls auch den Schwangerschaftsabbruch durchführen.“

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Kommentare
27.07.2013
15:41
Spätabtreibungen und Missbrauch - Pro Familia deckt Probleme in Oberhausen auf
von harrass | #1

Zitat:"Doch dann sollte die frei aufgewachsene junge Frau einen Mann aus der Türkei heiraten und geriet in Gewissensnot. „Sie hatte mit ihrem Freund geschlafen und nun Angst, dass die Familie ihres künftigen Mannes davon Wind bekommt“

Ich habe so eine Ahnung das die Frau mit dem Ansehensverlust und ihrem deutschen Freund glücklicher wäre, als mit dem ausgewählten Türken aus der Türkei...

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