Sorge um die Senioren
17.02.2009 | 18:35 Uhr 2009-02-17T18:35:00+0100Doppelt so viele über 65-Jährige verunglückt wie noch vor einigen Jahren. Insgesamt gab es 2008 weniger Unfälle.
Es sind nicht die Alten und Gebrechlichen, um die die Polizei sich Gedanken macht. Es sind die rüstigen Rentner, die unternehmungslustigen Zeitgenossen der so genannten Generation 65 plus. „Menschen, die noch mobil sind, aber vielleicht im Einzelfall nicht mehr den Überblick haben”, wie Jürgen Fix, Leiter der Direktion Verkehr, formuliert. Ihr Anteil an den Unfallopfern des vergangenen Jahres ist bedenklich.
Mit Demografie allein sei nicht zu erklären, dass 2008 mehr als doppelt so viele Senioren auf Oberhausens Straßen verunglückten wie noch vor acht Jahren, sagt Polizeipräsidentin Heide Flachskampf-Hagemann. Mit 107 Betroffenen (2007: 78) ist man im NRW-Vergleich von Platz 5 auf 26 abgerutscht – ein Alarmsignal. „Da müssen wir etwas tun.”
Polizei plant geführte Touren
Heide Flachskampf-Hagemann denkt an geführte Touren entlang hektischer Kreuzungen und weiterer Brennpunkte. Denn anders als das Vorurteil vermuten lassen könnte, sind es nicht in erster Linie Ältere am Steuer, die in Unfälle geraten, sondern Fußgänger oder Radfahrer. Verkehrsexperte Jürgen Fix ruft dringend dazu auf, Kleidung mit Reflektoren zu tragen: „Ihr Leben hängt davon ab, dass Sie gesehen werden!”
Nicht mehr so viele verletzte Kinder
Vom Ausreißer bei den Senioren abgesehen, zieht die Polizei eine beruhigende Bilanz des Jahres 2008. „Ich bin sehr zufrieden”, sagt Flachskampf-Hagemann. „Die Unfallzahlen insgesamt haben abgenommen, es gab weniger Verletzte und weniger Unfälle mit schwerem Sachschaden.” De facto krachte es 6748-mal, das ist ein Rückgang um 3,2 Prozent gegenüber 2007.
Dass 2008 auch weniger Kinder betroffen waren, stimmt die Polizeipräsidentin besonders froh. „Einige Jahre lang hatten wir viele Unfälle mit Kindern, das hat uns sehr belastet.” Waren 1998 mehr als 120 unter 14-Jährige in Zusammenstöße verwickelt, zeugt die aktuelle Statistik von 84. Gleichwohl beobachtet die Polizei wieder eine zunehmende Sorglosigkeit bei Eltern. „Schnallt eure Kinder an”, appelliert die oberste Ordnungshüterin.
Eine weitere Risikogruppe will sie im Visier behalten – trotz des gemäßigten Verlaufs der Unfallzahlen von 18- bis 24-Jährigen, den Flachskampf-Hagemann vor allem auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen ihrer Truppe zurückführt. „Die jungen Fahrer rasen offenbar nicht mehr so viel.” Dafür nehmen sie offenbar mehr Drogen, beziehungsweise: werden öfter erwischt. Jeder vierte Crash unter Alkohol- oder Rauschgift-Einfluss ging auf das Konto des Nachwuchses. Ob das Problem tatsächlich größer wird oder ob es daran liegt, dass Polizisten dank Schulungen und Schnelltests eher erkennen, dass ein Unfallfahrer zugedröhnt war? Man weiß es nicht.
Bezogen auf alle Altersgruppen rangieren Drogen und Alkohol übrigens nur auf Platz fünf der Unfallursachen. Vorne bleiben Fehler beim Abbiegen oder Wenden sowie Verstöße gegen die Vorfahrtsregeln und zu hohes Tempo. Ein Fünftel aller Schuldigen machte sich aus dem Staub. „Für mich ist es immer wieder ein Phänomen, wie viele wegfahren”, klagt Flachskampf-Hagemann, die eine Aufklärungsquote von 65 Prozent entgegenzusetzen hat bei Fällen, in denen Menschen verletzt wurden.

13:37
#1: Wusste gar nicht, dass der Herr Wehling so was alleine entscheiden darf?! Woher haben Sie die Informationen?
Generell zum Thema: vielleicht ist der Ansatz der Polizei genau richtig, ältere Menschen insb. auch als Fußgänger stärker für die Sicherheit und Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu sensibilisieren...
10:55
Und wie wäre es, wenn jemand mal den Senioren beibringt über die Ampel zu gehen, statt einfach so über eine vielbefahrene Straße zu rennen???
05:34
Kein Wunder , lässt Herr Wehling doch an sogenannten hektischen Kreuzungen gern Seniorenwohnheime bauen. Zuletzt in der Innenstadt und derzeit in Sterkrade gegenüber des Sterkrader Tors. Kein Wunder, dass immer mehr Senioren überfahren werden - aber Kritik ist dennoch scheinbar unerwünscht. Herr Wehling ist unantastbar. Egal, wieviel Mist er produziert.