Somali darf zurück nach Oberhausen

Evelyn Meinhard, Flüchtlingsberaterin des Evangelischen Kirchenkreises, in der „Internationalen Förderklasse“ am Hans-Sachs-Berufskolleg, die der junge Somali besuchte.
Evelyn Meinhard, Flüchtlingsberaterin des Evangelischen Kirchenkreises, in der „Internationalen Förderklasse“ am Hans-Sachs-Berufskolleg, die der junge Somali besuchte.
Foto: Ulla Emig/ FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein Flüchtling aus Somalia, der von der Oberhausener Ausländerbehörde nach Malta abgeschoben wurde, muss auf Kosten des Bundesamtes zurückgeholt werden.

Oberhausen.. Der junge Somali Barkhard A., der am 14. Januar nach Malta abgeschoben wurde, kommt wieder nach Oberhausen. Die 13. Kammer des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf hat dem Antrag des Mindener Rechtsanwalts Klaus Walliczek am 5. Februar stattgeben. Das Bundesamt muss den Flüchtling auf eigene Kosten zurückholen.

Rechtsanwalt Walliczek überlegt, eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Oberhausener Ausländerbehörde einzureichen. Die hatte den Somali am 14. Januar abgeschoben, weil er angeblich unter seiner gemeldeten Adresse nicht erreichbar war, ihm der Abschiebungsbescheid nicht hatte zugestellt werden können und deshalb eine Einspruchsfrist versäumt wurde.

Ausführungen widerlegt

Das Gericht widerlegte die Ausführungen der Behörde. Barkhard A. habe nachweislich unter der angegebenen Adresse gewohnt. Die Kammer machte auch Angaben zu den unmenschlichen Bedingungen unter denen Flüchtlinge in Malta leben. Barkhard A. selbst schreibt in kurzen Nachrichten an seine Schule in Oberhausen von großer Hoffnungslosigkeit und dass er krank geworden sei.

Jetzt soll er so schnell wie möglich zurückgeholt werden. Außerdem fordert Flüchtlingsberaterin Evelyn Meinhard: „Die Postzustellpraxis für Asylbewerber muss ordentlich geregelt werden.“