So wirkt sich der Bahnstreik auf Oberhausen aus

Fahrgäste, deren Bahn nicht fährt, können auch in Oberhausen auf den Fernbus umsteigen. Auch die Privatbahnen (im Hintergrund zu sehen) fahren.
Fahrgäste, deren Bahn nicht fährt, können auch in Oberhausen auf den Fernbus umsteigen. Auch die Privatbahnen (im Hintergrund zu sehen) fahren.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Seit Mittwoch streiken die Lokführer. Vier Tage soll der Ausstand dauern. Doch das Chaos am Oberhausener Hauptbahnhof blieb am Donnerstag aus. Viele Pendler scheinen sich arrangiert zu haben. Geschäftsleute und Taxifahrer haben derzeit allerdings ein Nachsehen.

Oberhausen.. Bahnfahren sei für ihn noch nie so angenehm gewesen, sagt Jan Bögershausen. Der 50-Jährige hatte am Donnerstag beruflich in Oberhausen zu tun und ist mit dem ICE von Frankfurt in die Stadt gekommen – als einziger Fahrgast in seinem Abteil. Sein Zug ist trotz Streik gefahren, und das sogar pünktlich. Um 2 Uhr haben die Lokführer ihre Arbeit niedergelegt, vier Tage soll der Ausstand dauern. Das große Chaos blieb am Oberhausener Hauptbahnhof aber aus. Keine Schlange am Infostand oder an der Fernbus-Haltestelle, kaum Gestrandete. Die meisten Fahrgäste scheinen sich arrangiert zu haben.

Dönerspieß dreht sich weiter

Der Dönerspieß von Ayhan Bosor dreht sich auch dann, wenn die Räder der Bahn stillstehen. „Aber es ist tote Hose“, sagt der Pächter der Imbiss-Bude auf dem Bahnhofsvorplatz. Dass an Streiktagen viel weniger Kunden kommen, merkt der 47-Jährige vor allem zwischen 15 und 17 Uhr. „Da ist hier normalerweise richtig viel los“, sagt Bosor. „Mal sehen, wie es heute wird.“

Flaute auch bei den Taxis: „Wenn weniger Bahngäste hier ankommen, gibt es natürlich auch für uns weniger Kunden“, sagt Taxi-Fahrer Yilmaz Şenol. Dass gestrandete Fahrgäste vermehrt aufs Taxi ausweichen, kann er nicht bestätigen.

Und am Ende werden die Ticketpreise teurer

Es gibt aber Arbeitnehmer, die tatsächlich auf teure Taxis ausweichen müssen. „Das betrifft mich als Rentner zum Glück nicht mehr“, sagt Klaus Dieter Hecht. Auch heute ist er zwar im Bahnhof unterwegs, „aber nur, weil ich auf der anderen Seite wohne“, sagt der 65-Jährige. Verständnis für die Lokführer habe er schon lange nicht mehr. „Was soll das denn bringen?“, fragt er. Leidtragende seien allein die Fahrgäste. Und am Ende werden die Ticketpreise teurer, weil die Bahn die Umsatzeinbußen kompensieren muss.

Es ist nicht der erste GdL-Streik in diesem Jahr. Aber der erste für Hennie Verschoor. Der gebürtige Niederländer hatte gestern einen Termin bei seiner Bank in Enschede. „Den muss ich verschieben, mein Zug ist ausgefallen“, sagt der 64-Jährige. „Der Termin war zum Glück nicht so wichtig, ich versuch’s am Montag noch mal.“

Bis Montagmorgen, 4 Uhr, wollen die Lokführer streiken. Jan Bögershausen hat vorgesorgt. Trotz der angenehmen Hinfahrt hat er für die Heimreise nach Frankfurt einen Flug gebucht.