So spielt es sich in der Oberhausern Lasertag-Arena

Der Laserstrahl ist ungefährlich. Die Treffer werden zwischen Phaser und Weste per Infrarot übertragen.
Der Laserstrahl ist ungefährlich. Die Treffer werden zwischen Phaser und Weste per Infrarot übertragen.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ

Lasertag in Oberhausen

So sieht es in der Lasertaghalle in Oberhausen aus.
Fr, 30.01.2015, 16.55 Uhr

So sieht es in der Lasertaghalle in Oberhausen aus.

Beschreibung anzeigen
Was wir bereits wissen
WAZ-Volontär testet den Spielspaß in der ersten Oberhausener Lasertag-Anlage. Ein nervenaufreibendes Katz- und Mausspiel in Schwarzlicht und Rauch.

Oberhausen.. Meine Augen müssen sich erst an dieses schummrige Schwarzlicht gewöhnen. Flashlights lassen den Raum optisch vibrieren, es zischt aus allen Ecken und Beat-lastige Musik spielt im Hintergrund. Rauch steht in der Luft. Die Wände sind mit allen möglichen Formen und menschlichen Silhouetten in Neonfarben bemalt – leichte Reizüberflutung überkommt mich. Es ist mein erstes Mal beim Lasertag.

Team-Duell heißt die Spielform beim zwölfminütigen Probematch zur offiziellen Eröffnung der „Planet Lasertag Arena“ am Lippefeld 18 nahe des Centros. Meine zehn Mitspieler und ich hören gebannt der Einführung von Mitarbeiterin Tatjana Kravanja zu. Fragen? Keine. Also Weste an und Phaser-Pistole in die Hand. Ich bin Herkules, zumindest bedeutet mir das ein Schriftzug auf der Ausrüstung. Es geht sechs gegen fünf, Team Blau gegen Team Grün.

Herkules ist Level-1-Rekrut

Die Eingangstür zum 470 Quadratmeter großen Spielfeld öffnet sich. Eine stoische Computer-Frauenstimme spricht aus meiner Weste zu mir: „Kampfanzug aufgeladen. Du bist Level-1-Rekrut im Team Blau.“ Aha – na dann mal los. Ich ducke mich hinter die erstbeste Wand. Phasergeräusche beginnen aus allen Himmelsrichtungen zu dröhnen. „Weste deaktiviert. Du bist getroffen.“ Vier Sekunden Pause, so ist die Regel beim Lasertag. Aus dem Staub machen, in Bewegung bleiben, denke ich mir, immer in Bewegung bleiben. Und: Grün treffen, nicht Blau!

Schon 7500 Spiele seit der „stillen Eröffnung“ am 22. Dezember

100 Punkte gibt es, wenn man die Gegner an der Weste auf Brust, Rücken oder Schultern trifft. Die Laserpistole ist ebenso Trefferfläche. 50 Punkte Minus macht ein Spieler, der versehentlich einen Mitspieler trifft. 1000 Extra-Punkte zählen drei Treffer in Folge auf sogenannte Targets. Sie sind in Ecken versteckt. Eine wichtige Information, aber das wird mir erst am Ende des Spiels klar.

Planlos geht es um drei Ecken, an einer Wand mit Loch bleibe ich kurz stehen. Eine grüne Weste huscht in zehn Metern Entfernung durch mein Blickfeld. Ich schmunzle. Der gehört mir denke ich und lege den Phaser an. Ich schieße. Der rote Laserstrahl schlägt knapp neben meinem Gegner in die Wand ein. Verfehlt. Stattdessen: „Weste deaktiviert. . .“ Hinterrücks haben sie mich erwischt – der Ehrgeiz packt mich.

Immer schneller bewege ich mich. Die Gänge sind verschachtelt, aber ich gewinne an Orientierung. Stellen, die an einer Seite geschützt sind, merke ich mir. Hier stehen bleiben und auf den Gegner warten. „Campen“ nennen das die Gamer – eigentlich feige. Lieber weiter planlos durch die Gänge. Mein Herz beginnt schneller zu schlagen – es macht richtig Spaß.

Unzählige Male treffe ich die Gegner und sie mich, auch gleichzeitig. Am Ende gewinnt mein Team mit einem Spieler mehr 36686 zu 33871. Ich suche Herkules auf dem Bildschirm mit dem Gesamtklassement. 6000 Punkte und ein enttäuschender siebter Rang in der Endabrechnung.

Die Targets – jetzt fällt es mir wieder ein. An die 1000 Extra-Punkte hatte ich bei der Hektik und dem großen Spaß am Katz- und Mausspiel nicht gedacht.

Egal. Die anfängliche Reizüberflutung wich schnell Spaß und Adrenalin. Sicher nicht mein letztes Mal beim Lasertag. Vielleicht dann auch mit ein bisschen Taktik. Und ansonsten einfach wieder planlos durch die Gänge.