So reiste Prinz Karneval in Oberhausen durch die Weiberfastnacht

Von Saal zu Saal zu Saal: Selbst in der tiefsten Weiberfastnacht zeigt sich die Prinzengarde von Prinz Peter III. bei guter Kondition.
Von Saal zu Saal zu Saal: Selbst in der tiefsten Weiberfastnacht zeigt sich die Prinzengarde von Prinz Peter III. bei guter Kondition.
Foto: Ute Gabriel
Sieben Frauen aus dem Team von Prinz Peter III. regieren auch noch in tiefster Weiberfastnacht. 15 Stunden mit Musik, Mettwurst und Möhnen. Eine Reise durch die schunkelnde Stadt.

Obrhausen.. Es steigt feiner Dampf aus der Dose auf: Eis-Spray kühlt den Fuß, der wenige Minuten zuvor auf harten Bühnenbrettern falsch aufgekommen ist. „Das kann passieren!“, sagen die „Styrumer Löwinnen“, denn sie sind Profis. Die Prinzengarde von Peter III. ist in tiefster Weiberfastnacht noch überraschend gut bei Stimme. „Steh’ auf, mach’ laut...“ schallt es durch den Bus, der die Truppe schier endlos durch die schunkelnde Stadt fährt.

Schon um 9.30 Uhr ging es los. Jetzt, zehn Stunden später, weht bei 14 Tänzerinnen immer noch der Tanzrock mit dem Karomuster. Auftritt an Auftritt an Auftritt. Der eigene Linienbus wird zum Prinzenmobil. Tür auf, Gardemarsch in den Saal. So wie in Alt-Buschhausen, wo Sitzungspräsidentin Kirsten Decker noch ein großes Helau-Hallo im Saal ankündigt. Jetzt beginnen die Minuten des Wartens: Neben der Theke hüpfen sich 14 Tänzerinnen warm. Ziehen Beine hoch. Prinz und Fahrer klicken auf dem Handy im Terminplan umher. „Pünktlich auf die Minute!“ Einmarsch, bitte!

„Schminken, Kostüme richten, Ersatzklamotten mitbringen...“ Ann-Kathrin Franke zählt auf, was vor jedem Bühnengang zum großen Tanzgarden-ABC gehört. Sie weiß: 45 Minuten dauern die Handgriffe, bevor sich Zivilisten in tanzbare Narren verwandeln.

„Im Laufe ei­ner Session klappt es immer schneller“, ergänzt Trainerin Petra Lück. Tochter Isabell (15) tanzt seit ihrem dritten Lebensjahr mit. Altweiber ist ein närrisches Hochamt: „Kleine Wehwehchen merkt man nicht, wenn man auf der Bühne steht. Erst Zuhause spüren wir unsere Füße. Wenn man zurückblickt, denkt man: Es hat sich gelohnt!“

Heimliche Karnevalsprinzessin

Noch ist aber gar nicht Feierabend. Die Zeiger marschieren auf 21 Uhr zu. Sieben Paginnen und Amazonen tragen das Zepter. „Patricia I.“: Für Stunden hat Oberhausen heimlich eine Karnevalsprinzessin. Der Stadtprinz geizt im Schotten-Sakko mit Worten. Beinah. „Wir sehen aus wie die Kölsch-Gruppe Brings, weil das zur Session passt. Die Musikband hat bei unserer Kürung gespielt“, sagt der Regent und singt selbst. „Denn ihr seid meine Liebe...“ Ab in den Bus, weiter geht’s.

Zwischendurch gibt es ein Mettwurst-Häppchen aus der Kühltasche. 23 Uhr: Luftschlangen richten. Vor dem Bismarck-Eck sieht es nach Feierabend aus. Drinnen ist aber noch was los. Die Müllschlucker feiern noch. Das Narrenspiel beginnt von vorne. „Im Bus kommen wir etwas runter, vor jedem Auftritt steigt die Spannung. Der Zeitplan muss stimmen. Aber wir bekommen das geregelt“, sagt Tänzerin Christina Schmitt (18).

Erst um 0.30 Uhr ist endgültig Schicht. Die Möhnen sind selig. Wir sind Prinz. Wir sind Brings.

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