So bringen andere Städte Flüchtlinge unter

Die neuen Standorte für Flüchtlingsheime haben eine emotionale Debatte entfacht: Mindestens 700 neue Asylbewerber erwartet Oberhausen für 2015. Bei Versammlungen stellte sich die Stadtspitze den Bürgerfragen. Momentan leben hier 1000 Flüchtlinge: 70 Prozent in Unterkünften, 30 Prozent in Wohnungen. Wie ist eigentlich die Situation in Nachbarstädten?

Essen

Die Stadt rechnet mit 1900 weiteren Asylbewerbern. Es sind weitere Unterkünfte nötig. In einer Ratsvorlage heißt es, dass die Flüchtlinge vorrangig in Wohnungen vermittelt werden sollen. 650 Flüchtlinge sollen 2015 in Wohnungen umziehen. Im Vergleich deutlich mehr als in den Jahren 2014 (464) und 2013 (136). Es gibt das Konzept „Wohnraum für Flüchtlinge“ von der Allbau AG, Caritas, Diakoniewerk und Stadt. Initiatoren vermitteln vorrangig Flüchtlinge mit Bleibeperspektive, was einen ständigen Mieterwechsel verhindern soll. Außerdem sollen die Neu-Mieter so besser integriert werden. Ganze Wohnblöcke mit Flüchtlingen als Mieter sind nicht vorgesehen. Vor eineinhalb Jahren rüstete die Stadt in Frintrop die Walter-Pleitgen-Schule in eine Unterkunft um. In Essen lebten 2014 1950 Asylbewerber in Wohnungen, 1068 in Unterkünften, 530 in einer Landesreinrichtung.

Mülheim

Hier plant die Stadt, weitere Wohnungen für Flüchtlinge anzumieten. In bis zu 28 weiteren Räumen der Wohnungsbaugesellschaft SWB sollen Neuankömmlinge untergebracht werden. Hier werden die Flüchtlinge aber nicht dezentral, sondern in vier Häusern gemeinsam untergebracht. Dafür sind Immobilien an der Mellinghofer Straße und an der Frohnhauser Straße ins Auge gefasst worden. Sozialarbeiter helfen bei der Eingewöhnung. Für derzeit noch belegte Wohnungen in den anvisierten Häusern will die Wohnungsbaugesellschaft neue Bleiben anbieten. Ein finanzieller Nachteil soll den Alt-Mietern nicht entstehen. Einen Umzugszwang gäbe es ohnehin nicht, heißt es bei der SWB. Eine Zusage für 50 weitere dezentrale Wohnungen gibt es von der Wohnungsbaugesellschaft zwar. Doch 2016 müsse Mülheim erstmals mit einem Wohncontainer planen.

Duisburg

141 neue Asylbewerber kamen in den ersten drei Märzwochen hinzu, aktuell sind es 2000. Bisher fehlen für 400 weitere Flüchtlinge, die im April erwartet werden, Kapazitäten, schätzt das Duisburger Sozialdezernat. Sieben neue Unterkünfte entstehen in den Stadtbezirken, alle werden jedoch nicht vor 2016 fertiggestellt. Die Stadt will Asylbewerber daher in zusätzlich beschlagnahmten Wohnungen unterbringen. Die Kapazität der Landesasyl-Unterkunft im ehemaligen St. Barbara-Krankenhaus in Neumühl soll auf maximal 600 Flüchtlinge verdoppelt werden. Die Hälfte der Asylbewerber lebt in Sammelunterkünften, die andere in beschlagnahmten Wohnungen. Eine nie genutzte Zeltstadt wurde hitzig diskutiert.