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Karneval

Signora verzaubert die Löwen

07.02.2010 | 17:46 Uhr
Signora verzaubert die Löwen

Oberhausen. Die blau-weiße Karnevalsgesellschaft Styrumer Löwen feierte im Ebertbad einen überaus gelungenen karnevalistischen Abend. Das Gelingen hatte seine Gründe.

Hinter der 1953 gegründeten Karnevalsgesellschaft Styrumer Löwen liegen ein paar nicht ganz so gute Jahre, aber sie waren nie ganz weg und sind jetzt wieder groß da. Ihre Prunksitzung am Samstag im ausverkauften Ebertbad war ein überwältigender Erfolg, und dafür gibt es Gründe.

Grund 1: Das Ebertbad bietet keinen Platz für eine „Sitzung”, also für eine Bühnenbesetzung; Das nutzten die Löwen und stellten mit Präsident Peter Birkhäuser und Ehrenpräsident Bernd Schur zwei Moderatoren. Dieses wiederum klappte schon deswegen gut, weil Birkhäuser noch nicht zu lange im Karneval ist und deswegen unverfälschte Sprache spricht – und darauf achtete, dass sein Co-Moderator nicht zu lange sprach.

Grund 2: Die Löwen bieten allerhand „Selbstgemachtes”. Zwar sind ihre Tanzgarden noch nicht so fit wie andere, aber teilweise doch sehr rührend, sehr bemüht – und dass die Jüngsten eine Hommage an RWO tanzen, bringt zusätzliches Lokalkolorit. Vorsitzender Stephan Gentz eifert dem singenden Dachdeckermeister Ernst Neger nach, nur dass er nicht auf „Heile, heile Gänsje” macht, sondern virtuos die Bassgitarre spielt und mit zwei Kollegegen kölschen Rock interpretiert.

Grund 3: „La Signora”, die italienische Alstadenerin Carmela de Feo, ist eine großartige Kabarettistin und füllt mit ihren Solo-Auftritten auch allein das Ebertbad. Jetzt wagte sie sich ins Narrenprogramm und verzauberte selbst konsequente Kleinkunst-Ignoranten mit ihren Sprüchen („Akkordeon an Frauen ist gut, Akkordeon macht die Herren wuschig”), ihrer Mimik und Gestik, ihren Schlager-Parodien („Wenn von Fischers dä rote Capri im Meer versinkt”). Eine Fußball-Halbzeit lang zog Signora das Publikum in ihren Bann, grandios!

Grund 4: Das „Restprogramm” war so schlecht nicht. Manni, der Rocker, hatte tatsächlich den einen oder anderen neueren Witz parat, und die „Werstener Fanfares” (17 Musiker, zwei Sängerinnen) brachten immerhin die Art von Musik, die ein Party-Publikum hören will.

Grund 5: Eine Zuhörerschaft, die feiern wll, ist kaum von ihrem Vorhaben abzubringen. Erst recht nicht im stimmungsvoll engen Ebertbad, erst recht nicht, wenn auch sonst fast alles stimmt. Prinz Marco I., dessen umjubelter Auftritt zum Gelingen des Abends beitrug, fasste es in seine Worte: „Ihr Lieben! Ihr seit hammerhart.”

Gustav Wentz

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