Sieben Schulstandorte in Oberhausen sollen schließen

Die Havensteinschule soll aufgegeben werden, so lautet der Vorschlag von Schulexperte Ernst Rösner. Auch die Verwaltung spricht sich für das Aus der Schule aus.
Die Havensteinschule soll aufgegeben werden, so lautet der Vorschlag von Schulexperte Ernst Rösner. Auch die Verwaltung spricht sich für das Aus der Schule aus.
Foto: Oliver Mueller
Verwaltung legt Plan mit Empfehlungen vor, welche die Aufgabe von Grundschulen vorsehen.Keine Umwandlung von Real- in Sekundarschulen.

Oberhausen.. Die Schullandschaft in Oberhausen steht vor einem deutlichen Umbruch: Von den aktuell 35 Grundschulstandorten in der Stadt sollen kurz- bis mittelfristig sieben geschlossen werden. Dies geht aus dem „Bildungsplan 2016 bis 2020“ hervor, den die Verwaltung in der kommenden Woche im Schulausschuss vorstellen wird. Die Zukunft von weiteren drei Grundschulstandorten ist noch offen. Die Verwaltung spricht sich zudem gegen die Errichtung einer Sekundarschule in Osterfeld aus. Geprüft werden soll, ob in Oberhausen ein berufliches Gymnasium eingerichtet werden könnte.

Politik kann Änderungen einbringen

Die Vorschläge der Verwaltung, die noch von der Politik abgeändert oder abgelehnt werden können, basieren zum Großteil auf dem Gutachten des Bildungsexperten Dr. Ernst Rösner – zum Teil weichen sie jedoch auch davon ab.

Konkret sieht der Bildungsplan die Schließung von sieben Grundschulen vor – der Beschluss, die St.-Martin-Schule zum kommenden Schuljahr aufzulösen, wurde dabei bereits von der Politik gefällt.

Weitere Grundschulstandorte, die nach der Empfehlung der Verwaltung auslaufen sollen, sind die Havensteinschule, die Grundschule Schmachtendorf , die Kastellschule, die Königschule, die Osterfelder-Heide-Schule und der Standort Lindnerstraße (Grundschule Buschhausen).

Den bereits heiß diskutierten Vorschlag des Bildungsexperten Rösner, die Theodor-Heuss-Realschule in Osterfeld in eine Sekundarschule umzuwandeln (wir berichteten), greift die Verwaltung nicht auf. „Die Verwaltung spricht sich gegen die Errichtung einer Sekundarschule oder einer weiteren vierzügigen Gesamtschule im Stadtteil Osterfeld aus“, heißt es dazu im Bildungsplan.

Neue Schulform für Oberhausen?

Geprüft werden soll jedoch, ob die Gesamtschule Weierheide auf sechs Züge (Klassen pro Jahrgang) aufgestockt werden könnte. Hintergrund: Sowohl Rösner als auch die Stadtverwaltung wollen die Zahl der Klassen an der Gesamtschule Osterfeld verringern – von heute acht auf dann sechs Züge. „Offensichtlich wird von Eltern, aber auch von Lehrkräften die achtzügige Gesamtschule Osterfeld als zu groß empfunden“, erklärt dazu Rösner in seinem Gutachten. Eltern, die ihr Kind an einer Gesamtschule anmelden wollen, könnten dies dann an der Gesamtschule Weierheide in die Tat umsetzen. Jedoch müsste die Bezirksregierung Düsseldorf diesem Ansinnen zustimmen.

Auch wenn die Verwaltung vorerst keine Sekundarschule in Oberhausen einrichten möchte, könnte die Stadt dennoch eine neue Schulform erhalten: Ein „Berufliches Gymnasium“ mit Abituroption. Ein entsprechendes Angebot könne an einem der drei Berufskollegs eingerichtet werden. In den kommenden Monaten werden unterschiedliche Gremien am Bildungsplan beteiligt, ultimativ entscheidet der Rat der Stadt im Frühjahr 2016.