Sieben Investoren für Windkraftanlagen gefunden

Drei Windkraftanlagen sollen an der Ruhr entstehen.
Drei Windkraftanlagen sollen an der Ruhr entstehen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Im Styrumer Ruhrbogen sollen drei Windkraftanlagen in ein Photovoltaik-Feld eingebettet werden. Bisher gibt es bereits sieben Interessenten.

Oberhausen.. Seit zwei Wochen ist die Frist im „Interessenbekundungsverfahren“ abgelaufen, das die Stadt Mülheim für den geplanten „Energiepark Ruhrbogen“ ausgeschrieben hatte. Nun liegen die Unterlagen von sieben Interessenten und potenziellen Investoren vor, sie sind geprüft: „Wir können damit was anfangen“, spricht sich Ulrike Marx vom Mülheimer Umweltreferat für die Ernsthaftigkeit und Plausibilität der Unterlagen aus.

Wie geht es damit weiter? In den Sommermonaten Juli und August wird die Fachverwaltung eine Art Matrix erarbeiten, die die Vorstellungen der sieben Interessenten vergleichbar macht und auf die verschiedenen Anforderungen der Stadt hin abklopft. „Im September möchten wir den Pachtvertrag abschließen“, heißt es aus Mülheims Rathaus, wo auch schon der Baubeginn – zumindest gedanklich – terminiert ist: drittes bis viertes Quartal 2016.

Verunsicherung und ein gewisses Bangen

Nachdem es lang recht ruhig um diese Baustelle war, mag die große Zahl der Interessenten überraschen, aber: „Die Energiewende kommt allmählich in die Gänge“, meint Ulrike Marx und verweist darauf, dass die drei geplanten Windräder platziert sein werden in ein Feld von photovoltaischen Vorrichtungen – nicht nur der Wind, auch die Sonne soll Energie liefern. Der Mix hat seinen wirtschaftlichen Reiz, denn die aus den Windrädern allein kommende Kraft würde die Höhe der Investitionen (zweistellige Millionenbeträge sind zu erwarten) nur sehr langsam amortisieren.

Planungsrechtlich steht der Angelegenheit nichts im Wege. Der vor Jahren aufgestellte Regionale Flächennutzungsplan hatte die Platte der 60 Meter hohen Erd- und Bauschuttdeponie als Standortfläche für alternative Energiegewinnung vorgesehen. Was bleibt, sind Verunsicherung und ein gewisses Bangen der relativ direkten Anrainer – von denen es in Mülheim kaum welche gibt, wohl aber in Alstaden.

Öffentlichkeitsarbeit und Mitwirkung

Auf Oberhausens Seite der Ruhr macht man sich Sorgen um Schallentwicklung und Schattenwurf der rund 200 Meter hohen Masten mit den mächtigen Rädern, auch Aspekte von Landschafts- und Naturschutz spielen eine Rolle, nicht zuletzt natürlich die Furcht vor einer Wertminderung von Häusern und Grundstücken. „Wir kennen die Sorgen“, beruhigt Ulrike Marx, „und nehmen sie sehr ernst“.

Deswegen mussten die Interessenten schon beim Einreichen der Planvorstellungen den Aspekt Öffentlichkeitsarbeit und Mitwirkung der Bürgerschaft besonders berücksichtigen, sie werden auch Bestandteil des Pachtvertrages.