Das aktuelle Wetter Oberhausen 13°C
Kultur

Shabbat Shalom

26.05.2008 | 17:38 Uhr

Mitreißend und ausgelassen, doch immer feierlich gedachte die Liberale Jüdische Gemeinde Ruhrgebiet „Perusch” des 60-jährigen Bestehens Israels. Zum Anlass spielte das Orchester „Keschet” im Theater Oberhausen und stellte in seinem bunten Programm „Wieder da!” jüdische Musik vor. Im gut besetzten Großen Haus waren an diesem Abend viele osteuropäische Sprachen zu hören, was nicht zuletzt daran lag, dass sämtliche Mitglieder des Orchesters aus der Ex-UdSSR stammen. Lev Schwarzmann,Vorstandsvorsitzender der Perusch Gemeinde, sprach mit der Frage, wen jüdische Deutsche wohl anfeuern würden, wenn Israel gegen Deutschland Fußball spielte, die modernen deutsch-jüdischen Beziehungen an und brachte das Publikum so nicht zum letzten Mal zum Lachen. „Ich würde mich über jedes Tor freuen”, löste er dann auf – und bat das Orchester auf die Bühne.  Erstes Lied des Abends war das bekannte „Nagila”, zu dem im Hintergrund Bilder von Israel gezeigt wurden. Lev Schwarzmann erklärte auch den symbolträchtigen Namen des Orchesters. Er bedeutet Regenbogen und erinnert an das biblische Versprechen, das Gott den Menschen nach der Sintflut gab. Der Regenbogen bestehe aus sieben Farben, erklärte der Vorsitzende, wie auch das Wort Keschet aus sieben Buchstaben besteht und so auf den heiligen Sabbat, den siebten Tag in der Woche verweist. Als er dann aber den oder die Glückliche auf die Bühne bitten wollte, der Platz sieben in Reihe sieben besetzte, ging die Zahlenspielerei nicht mehr auf. Schwarzmann wurde vom amüsierten Publikum darauf hingewiesen, dass die Plätze mit Hunderterzahlen bezeichnet waren. Eine sympathische Panne. Zunächst spielte das Orchester überwiegend jiddische Volkslieder. Einer der Höhepunkte war zweifelsohne der Auftritt der jungen Geigerin Katja Kuklinskaja, die mit ihrer Darbietung des Liedes „Der glückliche Tag” begeisterte. Als Sänger Jakow Schwarzmann die Bühne betrat, klangen jazzige Töne durch den Saal, die sogar dem sonst mit viel Gelassenheit dirigierenden Alexander Lewin einige Tanzschritten entlockten. Zu dem berühmten „Das goldene Jerusalem” griff der Dirigent dann selbst zur Geige. Später wurde es deutlich nachdenklicher. Erinnert wurde an die gespannte Lage in Israel. Zu den Liedern, die daran anklangen, zählten die Synagogenmusik eines Friedengebets sowie ein Lied der jüdischen Widerstandskämpferin Hanna Senesh. Mit dem Friedensgruß „Shabbat Shalom” endete ein gelungenes Konzert mit Standing Ovations für Alexander Lewin und Orchester.

Laura Franken

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1700543/create

Umfrage der Woche
Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Wohnhausbrand in Lirich
Bildgalerie
Feuer
2.Bürgerforum
Bildgalerie
Entspannte Atmosphäre
Sparen in Oberhausen
Bildgalerie
Bürgerforum
Seifenkistenrennen
Bildgalerie
Knappenviertel
Aus dem Ressort
"Die Ärzte" lassen sich in Oberhausen von "Kiss" inspirieren
Beste Band der Welt
"Die Ärzte" in Oberhausen - das ist seit langem eine Liebesgeschichte. Die beste Band der Welt schmeichelte ihrem Publikum mit Sprüchen und musikalisch - auch wenn manche Fans die alten Hits vermissten. Einen Kniff hat sich die Band bei "Kiss" abgeguckt.
Foto 4 Kommentare 4
Wie die Bürger sparen wollen
Sparpaket
Die Liste der bisherigen Vorschläge der Oberhausener Bürger zum Sparpaket ist lang: Hier ein paar Beispiele von Sparideen aus der von der Stadt geschalteten Internet-Seite http://www.buergerforum-oberhausen.de, die bisher von den Internet-Nutzern auf der Seite gut und für überlegenswert bewertet...
Foto 1 Kommentare 1