Das aktuelle Wetter Oberhausen 11°C
Schule

Seit einem Halbjahr setzt das „Freiherr“ auf Langstunden

19.02.2010 | 10:00 Uhr
Seit einem Halbjahr setzt das „Freiherr“ auf Langstunden

Ein Schulhalbjahr ist vergangen, seit das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, in enger Kooperation mit dem Sophie-Scholl-Gymnasium, die Unterrichtseinheiten auf sogenannte Langstunden umgestellt hat. Dies bedeutet, dass die gewohnten 45-Minuten-Stunden den neuen 67,5-Minuten-Stunden weichen mussten. Die Neuerung sollte keine fixe Idee sein, sondern handfeste Verbesserungen für die Schüler bringen. Nachdem nun Lehrer und Schüler die Theorie in die Praxis umgesetzt haben, ist es Zeit für eine erste Bilanz.

Klaus Nieswand, Schulleiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, sieht bereits die positiven Entwicklungen. „Unsere Erwartungen haben sich zu 90 Prozent erfüllt“, weiß Nieswand selbstbewusst zu vermelden. Durch das Plus an Zeit, könnten neue Unterrichtsverfahren eingebaut werden, die z.B. das selbstständige Arbeiten der Kinder förderten. Zudem gebe es, vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern genügend Spielraum für Experimente und Versuche. Allein die Kunst- und Sportlehrer „murren“ laut Nieswand ein wenig, da ihnen nun Zeit fehlt. Die Fächer wurden im Normalfall nämlich in Doppelstunden unterrichtet.

Umrechnung
67,5 Minuten

In der Praxis wird nicht mit halben Minuten gearbeitet, sondern jeweils auf- und abgerundet. Mit dem Umrechnungsfaktor 1,5 ließen sich aus Schulstunden Langstunden zu machen. So wurden aus drei regulären Stunden zwei Langstunden.

Auch auf Seiten der Schüler soll die Entlastung merklich ankommen. Hatte der ein oder andere an einem Tag im Extremfall sieben verschiedene Fächer zu bestreiten, sind es jetzt noch maximal vier. Das nimmt natürlich konkrete Last von den Schultern, da viel weniger Material mit zur Schule genommen werden muss. Ebenfalls reduziert sich somit das Pensum der Hausaufgaben, die für einen Tag anzufertigen sind. „Ich finde das gut. Wir lernen viel mehr und müssen weniger Sachen mitnehmen“, bestätigt Fünftklässlerin Sharley Hüttermann die Einschätzung ihrer Lehrer. Ähnlich sieht das auch Klassenkameradin Laura Ganczorz, aber: „Lange Stunden sind gut wenn der Unterricht Spaß macht. Nur wenn es langweilig ist, dann zählt man die Sekunden.“

Der Grundtenor ist demnach positiv, vor allem bei den jüngeren Schülern der Unterstufe. In der Oberstufe gibt es auch kritischere Stimmen. „Es ist wirklich eine große Umgewöhnung. Nach 45 Minuten guckt man auf die Uhr. In den Doppellangstunden der Leistungskurse lässt die Konzentration stark nach“, erklärt Abiturient Nico Schürmann. Mit den Doppellangstunden ist der Schulleiter selbst unzufrieden, verspricht aber Besserung sobald zum nächsten Schuljahr die Mensa und die Mittagsbetreuung eingerichtet sind. Zudem werden bald – in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen – Schüler, Lehrer und Eltern befragt, damit auf zukünftige Probleme reagiert werden kann.

Daniel Rückleben

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3421866/create

Umfrage der Woche
Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Brings im Ebertbad in Oberhausen
Bildgalerie
Konzert
Stimmen zum Rauchen
Video
Video
Radrennen in Oberhausen
Bildgalerie
Pfingstradrennen
Wohnhausbrand in Lirich
Bildgalerie
Feuer
Aus dem Ressort
Bald beginnt die Sterkrade Fronleichnamskirmes
Volksfest
Das Volksfest sei nicht weniger bedeutsam als Crange, finden Schausteller. Am Mittwoch geht’s los.
Rot-Grün: Hallenbäder bleiben offen
Kommunalpolitik
Oberhausener Regierungskoalition beerdigt Sparplan der Stadtverwaltung. Schließung von Sterkrade und Alt-Oberhausen sollte 2,7 Millionen Euro bringen