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Badeunfall

Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab

18.09.2012 | 10:00 Uhr
Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab
Samstagvormittag kam es im Aquapark erneut zu einem Badeunfall. Eine Sechsjährige wurde schwer verletzt.Foto: Ulla Emig / wazfotopool

Oberhausen.   Schwerer Badeunfall im Oberhausener Aquapark: Im Strömungskanal wurde einer Sechsjährigen aus Duisburg ein Teil des kleinen Zehs abgerissen. An einem Unterwasserscheinwerfer hatte sich eine Mutter gelöst, an dem das Mädchen hängen geblieben ist. Die Eltern erstatteten Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Der heitere Badeausflug eines sechsjährigen Mädchens endete im Aquapark an der Neuen Mitte am Samstagvormittag abrupt: Bei einem schweren Unfall hatte sich das Kind an einem Fuß Teile des kleinen Zehs abgerissen. Hierbei waren der obere Teil des Zehs sowie der Fußnagel betroffen. Die starken Blutungen mussten bis zum Eintreffen der alarmierten Rettungskräfte vom Personal des Freizeitbades mit einem Pressverband versorgt werden.

Grund für den Unfall zunächst unklar

Über die Ursache des Unfalls gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Das junge Mädchen, das aus dem Duisburger Stadtteil Vierlinden stammt, stand unmittelbar nach der Verletzung unter Schock. Erst am Nachmittag, nachdem das Kind zur medizinischen Versorgung in ein Oberhausener Krankenhaus eingeliefert worden war, erfolgte Klarheit: Die Aussage der Sechsjährigen über den Ort des Unfalls gaben die Eltern an den Aquapark weiter.

Das Mädchen erzählte davon, im Strömungskanal der Badeanlage gespielt zu haben. Dabei handelt es sich um eine Attraktion, bei der die Badegäste anhand einer künstlich erzeugten Strömung durch ein Kanalsystem getrieben werden. In diesem Strudel existieren mehrere Lampen, die unter Wasser angebracht sind. Genau dort kam es offenbar zu dem Unfall.

Technischer Fehler lag unter Wasser

„Diese Lampen bestehen aus einer Blende und einer Hauptlampe“, erklärt Timo Schirmer, Betriebsleiter des Aquaparks, die Konstruktion. „Die beiden Teile sind mit Schrauben und darauf befindlichen Muttern befestigt.“ Hier liegt scheinbar der Grund für den Unfall. Schirmer: „Eine der Schraubenmuttern hatte sich durch den Badebetrieb, etwa durch Tritte, Stück für Stück gelöst.“ Techniker hatten direkt nach den Vorkommnissen am Samstag die Lampenanlagen in dem Strömungskanal intensiv überprüft und an einer Lampe eben diese gelöste Mutter entdeckt.

In dem Strömungskanal (rechts im Bild zu sehen) geschah der Unfall.Foto: Ulla Michels

Ein offenbar folgenschwerer technischer Mangel: Durch die fehlende Befestigung ließ sich die Lampe nun tiefer in die Halterung drücken, was wiederum ermöglicht haben soll, dass sich der Zeh des sechsjährigen Kindes an dieser Stelle einklemmen konnte.

Betriebsleitung entschuldigt sich

Die Betriebsleitung des Aquaparks entschuldigte sich bereits. „Wir bedauern diesen Unfall sehr, so etwas darf nicht vorkommen“, sagt Timo Schirmer. Gleichzeitig sei der Spalt, der unter der Wasseroberfläche auftrat, von außen jedoch nicht sichtbar gewesen. Neben der technischen Überprüfung der Anlage wollen die Betreiber des Schwimmbads unverzüglich mit dem Hersteller der Lampen in Kontakt treten.

„So etwas muss besprochen werden, wenn bei einem Produkt nach längerer Nutzzeit eine Unfallgefahr entstehen kann.“ Die Lampen sollen nun mit zusätzlichen Muttersicherungen ausgestattet werden, die ein Ablösen der Konstruktion und das Eindrücken der Lampen auch bei intensiver Einwirkung ausschließen sollen.

Eltern erstatteten Anzeige

Die Mutter der verletzten Sechsjährigen möchte durch einen Anwalt weitere rechtliche Schritte überprüfen lassen. Eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde bei der Polizei bereits erstattet. Erst vor wenigen Wochen hatte sich ein Kleinkind in der automatischen Eingangstür des Spaßbades die Hand eingeklemmt.

Dirk Hein


Kommentare
22.09.2012
15:55
Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab
von Aqua9779 | #22

ich klink mich da mal ein:
Also Fakt ist das der diensthabende Schwimmmeister sich von dem tadellosen Zustand des Bades vergewissern muß, er muß also alles kontrollieren und in das sogenannte Betriebstagebuch eintragen. Woher ich das weiß, ich bin selbst Bademeisterin, zum Glück nicht in Oberhausen.
Bei diesen Unterwasserscheinwerfern gibt es leider immer Probleme das die sich lösen, was den Schwimmmeister nicht von seiner Pflicht es zu kontrollieren löst.Ganz klares menschliches versagen.

20.09.2012
20:06
@eibuergerausOB
von Stukkadierta | #21

Was wäre wenn dies, was wäre wenn das, was wäre, wenn jemand dem Kind den Kopf abgebissen hätte. Hier ist ein Kind mit dem Zeh an einer losen Schraube eines Scheinwerfers hängen geblieben. Das ist ärgerlich, ja, aber es kann passieren. Der Betreiber hat umgehend das Kind versorgt und sofortige Maßnahmen ergriffen. Was soll noch gemacht werden? Soll Frau Merkel die Unglücksstelle besuchen? Sie sind der Kaspar. Der Satz „was wäre, wenn...“, ist bei solchen Dingen gern genommen- von den Dummen aber nur.

20.09.2012
12:50
Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab
von einbuergerausOB | #20

Wäs wäre eigentlich passiert, wenn das Kind mit dem Fuß hängen geblieben wäre und in Panik der Kopf unter Wasser kommt und dort auch bleibt. Ich finde es richtig in diesem Fall eine Anzeige zu erstatten, denn der Betreiber ist seinen Pflichten nicht nachgekommen und so eine Anzeige dient auch der Gefahrenabwehr, der Betreiber wird sich in Zukunft noch mehr um sein Bad kümmern müssen um evtl. Gefahrenstellen zu verhindern. Gerade die Kasper die meinen, dass wäre alles halb so schlimm gewesen, sind mit Sicherheit die ersten die bei der nächsten Blitzeraktion wider alles und jeden anschwärzen werden. Echt Leute, an Eurer Stelle würde ich mich schämen, aber es geht ja nur um ein kleines Kind. Was wäre eigentlich gewesen, wenn aus Versehen ein Vogel ins Wasser gefallen wäre und gerade an diesem Scheinwerfer eine Feder verloren hätte.

19.09.2012
21:50
@
von Stukkadierta | #19

Das Bad hat doch eine Glaskuppel, dadurch ist die Angelegenheit sogar unter Tageslicht passiert. Ansonsten ist nur Ihre Rechtschreibung katastrophal.

19.09.2012
11:44
Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab
von DonKlosimHals | #18

Deswegen lief es ja auch in der Aktuellen Stunde im dritten weil es nicht nötig ist über sowas zu berichten.Sowas muss ans Tageslicht damit jeder erfährt was für katrastophale Zustände in diesem Bad herrschen.Und das beste der Gast bekommt ne Zange und fängt an zu reparieren.......Dicht machen den Schuppen

18.09.2012
19:25
Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab/Redaktionelle Arbeit
von schneekiller | #17

Erst einmal um es klar zu stellen, darf so etwas nicht passieren und alles gute dem Kind!

Jetzt aber mal zu der redaktionellen Aufarbeitung der WAZ Redaktion!
Wenn man den Bericht mal genauer betrachtet verläuft es so:
Überschrift:Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab
erster Satz:.....ein Teil des kleines Zehs abgerissen.
nächster Satz:.....an einem Fuß Teile des kleinen Zehs abgerissen
und dann:.....obere Teil des Zehs sowie der Fußnagel betroffen!
Wurde hier von dem abgerissenen Zeh noch mal Teile abgerissen, oder brauchte man nur nach Art der Bild-Zeitung eine reißerische Überschrift für etwas was sonst keine Meldung wert gewesen wäre?

18.09.2012
17:37
xxyz | #15
von dummmberger | #16

Wenn man durch den Fehler eines anderen zu Schaden kommt, natürlich.

1 Antwort
Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab
von xxyz | #16-1

Das ist dann Einstellungssache.

18.09.2012
17:18
Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab
von xxyz | #15

Das Leben ist mit Gefahren verbunden!
Muss man immer gleich Anzeige erstatten?

18.09.2012
16:42
Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab
von eisenkopf | #14

@ stefan

Brauchen Sie nicht, die machen ihren Weg in D und USA.

18.09.2012
15:23
Sechsjährige reißt sich Zeh im Oberhausener Aquapark ab
von Strike74 | #13

Also, ich bin mit der Theorie, das kann ja mal passieren, nicht ganz zufrieden. Ich war mit meiner Tochter vor 9 Tagen im besagten Spaßbad. Dort gab es anscheinend schon mal Probleme im Strudel. Im Strudel vor der Überführung zum Whirlpool gab es Probleme. Aber nicht das hier für zuständige Personal reparierte den Schaden, sondern ein Badegast. Dem wurde vom Personal Werkzeug überreicht. Der steckte seinen Fuß oben in den Ablauf um halt zu bekommen. Oberkörper unter Wasser und die Reparatur begann. Anscheinend wollte keiner der Bademeister dafür ins Wasser. Wenn das auch der jetzige Unglücksort sein sollte, muss man da wohl noch mal nachhaken. So würde alles in ein anderes Licht gerückt. Der Gast wurde nach der Hilfeleistung sogar noch mit einem Bier belohnt.

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