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Sea Life: Otter in Love

07.05.2009 | 16:27 Uhr

Oberhausen. Warten auf Godot. Spitzfindige Zeitgenossen sehen in dem Titel des Beckett-Stücks eine Silbenverdrehung von „To god”. Warten auf Gott. Nein, im Sea Life hieß es Warten auf Gottes Schöpfung. In diesem Fall auf Dusty und Berry, ihres Zeichens Asiatische Zwergkrallenotter.

Bild: imago

Tja, die beiden, tags zuvor aus England angereist, gaben sich very british, übten vornehme Zurückhaltung. Was zu folgender Situation führte: Vor dem noblen Ottergehege, das extra für das Pärchen gebaut worden war, drängte sich ein Riesenaufgebot an Presse. Alle Augen, Kameras, gerichtet auf einen Transportkorb. In dem Korb ein Berg Heu. Darunter, für alle Augen und Kameras verborgen, die Otter. Das zumindest hatte Stefan Porwoll, Sea Life-General-Manager, behauptet. Und es stimmte, wie sich aber erst später zeigte. Dusty und Berry taten gut daran, sich zurückzuhalten. Denn in der Natur, so weiß man, ist die Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Und dass da draußen vor der Tür ihrer Kiste bloß Journalisten lauerten, die nicht wie Greifvögel, große Schlangen, Raubkatzen oder Krokodile zu den natürlichen Feinden von Ottern gehören, dass konnten die beiden drei Jahre alten Briten nicht wissen.

Trotz der Leckerchen, Fleisch und Fisch, die die ebefalls spitzfindigen Pfleger im Gehege verteilt hatten, hielten sich die Tiere heu-bedeckt. Vielleicht waren sie auch noch etwas müde von der Reise. Und vom Kuscheln am Abend zuvor? Denn, so Tanja Munzig, Sea Life-Pressesprecherin, erfreut: „Otter aus verschiedenen Familien zusammen zu führen, ist schwierig, aber die beiden mochten sich schnell.” Und verliebt sollen sie auch sein. Und ihre mittwochabendliche Aktivität in der Kiste im Heu könnte in acht Wochen Nachwuchs bedeuten.

Während all das über die beiden Stars erzählt wurde, zeigte einer schließlich Gesicht. Eine schnuppernde Nase. Ein gähnendes rosa Mäulchen. Dann sogar ein Otterkopf. Niedlich. Und plötzlich schnellt der Kopf eines Tieres nach vorn, schnappt sich ein Stück Fleisch auf der Schwelle. Allein dafür hat sich das Warten gelohnt. Sobald die Otter vertraut sind mit ihrem neuen Revier, werden sie den ganzen Tag über vor allem eines tun: hemmungslos spielen.

Andrea Micke

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