Schwimmspaß im Rhein-Herne-Kanal kann teuer werden
28.06.2012 | 17:56 Uhr 2012-06-28T17:56:00+0200
Oberhausen. Pech für Badefreunde im Revier: Das Schwimmen in der Ruhr und im Rhein-Herne-Kanal bleibt offiziell verboten. Am Kanal herrscht hohes Gefahrenpotenzial durch den Schiffsverkehr. Wer sich dem Verbot widersetzt, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Gesund ist das Baden in diesen Gewässern ohnehin nicht.
Sollte der Sommer jetzt doch noch bleiben, werden sich Wasserfreunde an den Ufern des Rhein-Herne-Kanals und der Ruhr einfinden. Und einige werden wohl der lockenden Abkühlung im Wasser nicht widerstehen können. Offiziell erlaubt ist der Sprung ins kühle Nass weder in den Kanal noch in die Ruhr .
Im Falle des Kanals kann daraus sogar eine Strafanzeige werden mit einer Geldstrafe von mehreren hundert Euro. Wenn die Gefährdung schwerwiegend ist, sagt Ramon van der Maat, Pressesprecher der Wasserschutzpolizei Duisburg.
Wasserschutzpolizei kontrolliert
Am Kanal bedeutet jeder Sprung ins Wasser ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Dort sind Schiffe unterwegs; die können einem Schwimmer nicht schnell genug ausweichen. Im August 2011 starb ein 27-jähriger Mann , als er nach einem Sprung von einer Spundwand offenbar zwischen Wand und Sogwelle eines Schiffes geriet.
Doch so einfach ist die Sache mit dem Verbot nicht. „Es gibt ein rechtliches Konstrukt, aus dem man das Schwimmverbot im Rhein-Herne-Kanal ableiten kann. Aber im Bußgeld-Katalog taucht es nicht auf“, erklärt van der Maat. Könne der Ertappte deshalb nicht zur Kasse gebeten werden, habe das Verbot keinen Sinn, weil er wenig später sicher wieder im Wasser sei. „Also wird das Schwimmen im Kanal geduldet, so lange keine Gefahr für die Badenden oder andere besteht.“ Das ändert sich, werden Schwimmer an Schleusen, Schiffsanlegern oder Brücken erwischt: „Das ist dann im Bußgeldkatalog gelistet.“ Es drohen Strafen ab 20 Euro und Strafverfahren mit bis zu mehreren hundert Euro. Je nach Grad der Gefährdung.
Gesundheitliche Gefahren im Wasser
Auch der Sprung in die Ruhr ist riskant. Zwar begegnen einem hier keine „dicken Pötte“, doch können sich im Wasser gesundheitliche Gefahren verbergen . Eine Studie von 2010 zeigte, dass Richtwerte der Europäischen Union für Krankheit erregenden Bakterien immer wieder überschritten werden.
Für die Stadt ist das Schwimmen in öffentlichen Gewässern kaum ein Problem: „Zumal wir ja keine Badeseen haben“, sagt Horst Ohletz (Bereich Öffentliche Ordnung). Und für die Kontrollen auf Kanal und Ruhr ist die Wasserschutzpolizei zuständig. Eines aber ist weder am Kanal noch an der Ruhr verboten: Sonnenbaden.
13:41
Da bin ich aber (noch) froh, dass das Sonnenbaden an der Ruhr und am Kanal erlaubt ist.
Was mich allerdings interessiert, wo mehr Kleinsttierchen (die einen schädigen könnten) unterwegs sind, wenn man sich an Land sonnt oder im Wasser der Ruhr? Obwohl das Sonnenbaden auch von einer Berufsgruppe auch überhaupt nicht gerne gesehen wird.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Bakterien mit mir alleine in der Badewanne herum schwimmen und wie viele davon vielleicht auch gesundheitsschädlich sein könnten.
Ich vermute mal, ich weiß es nicht, wenn man nicht die gesamte Ruhr austrinkt, sollte ein Badespaß im Gewässer an Stellen mit weniger Strömung doch nichts im Wege stehen.
Wie viele Menschen sind wegen Ertrinken in der Ruhr gestorben und wie viele wegen den Bakterien? Vielleicht weißt das jemand?
12:38
Dieses Verbot stammt doch noch aus einer Zeit als die Kanäle und Flüsse lediglich als Abwassertransportwege der Industriebetriebe gesehen wurden....
Das ist erheblich besser geworden.
Und was die Bakterienbelastung angeht...die hat jedes halbwegs natürliche Gewässer nunmal....unsere Vorfahren sind auch seltenst durch das schwimmen in der Ruhr gestorben....
Hört, hört - das Badeverbot in Schifffahrtsstraßen ist mit deren Sekundärnutzung als Abwassertransportweg begründet - nicht etwa mit der Lebensgefahr, unter ein Schiff gezogen zu werden oder vom Propeller zu Fischfutter verarbeitet zu werden?
Da hat ja jemand mächtig Ahnung!
Nehmen Sie auch Abkürzungen über Bahngleise?
09:51
Clever! Erst die Oberhausener Schwimmbäder dicht machen (Stadion Niederrhein, Alsbachtal und demnächst dann sehr wahrscheinlich Vonderort), um damit die schwitzende Bevölkerung im Sommer an Ruhr und Kanal zu treiben und dann dick abkassieren für den erfrischenden Sprung ins kühle Nass. Man könnte ja die Marina zum Schwimmen freigeben, die 2-3 Alibi-Schiffchen, die dort parken würden doch die Schwimmer nicht stören und endlich wäre da auch mal was los...Aber halt, sollen sich doch lieber alle wie Ölsardinen ins überfüllte und überteuerte Spaßbad tümmeln...Wie gesagt: sehr, sehr clever!
Dieses Verbot gilt schon immer!Und hat nichts mit den Schliessungen der Schwimmbäder zu tun-oder abkassiern...eher mit den Gefahren!Einfach mal drüber nachdenken-schaffen Sie schon.Glück auf!!
Die Bäder gehören/gehörten der STADT Oberhausen, während der Rhein-Herne-Kanal eine BUNDES-Wasserstrasse ist, "grob vergleichbar" mit einer Bundesautobahn, auf der z.B. das Ballspielen/ Radfahren nicht gerne gesehen wird.