Schwarzfahren wird in Oberhausen ab Juli um 20 Euro teurer

Die Stoag hofft, dass künftig weniger Fahrgäste schwarz fahren.
Die Stoag hofft, dass künftig weniger Fahrgäste schwarz fahren.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ab dem 1. Juli wird die Geldstrafe für Schwarzfahrer in Oberhausen auf 60 Euro erhöht So sollen mehr Menschen vom Schwarzfahren abgehalten werden.

Oberhausen.. Das Schwarzfahren wird ab 1. Juli teurer. Nicht mehr 40, sondern 60 Euro muss bald bezahlen, wer ohne oder ohne gültigen Fahrausweis in Oberhausens Bussen unterwegs ist. In das neue, höhere sogenannte Beförderungsentgelt setzt Werner Overkamp, Vorstandsmitglied der Stoag, einiges an Hoffungen. „Wir wünschen uns eine abschreckende Wirkung“, sagt Overkamp.

Zuletzt wurde das Entgelt 2003 von 30 auf 40 Euro heraufgesetzt. Die Fahrpreise wurden in dieser Zeit mehrfach erhöht. Bei 40 Euro hätten potenzielle Schwarzfahrer noch abgewogen, ob sie den Fahrpreis „sparen“ und das Risiko eingehen, erwischt zu werden. Bei 60 Euro sehe das jetzt vielleicht schon anders aus, sagt Overkamp.

900.000 Kontrollen

Die Stoag tue einiges, um Schwarzfahrten zu verhindern. Im vergangenen Jahr wurden von 36 Millionen Fahrgästen 900 000 kontrolliert. Die Schwarzfahrerquote lag bei 1,7 Prozent. Durch die Geldstrafen nahm die Stoag 350 000 Euro ein. Die Einnahmen und die Kosten für die Kontrolleure hielten sich die Waage.

Wenn Overkamp die Zahl tatsächlicher Schwarzfahrer einmal ausgehend von den 36 Millionen Fahrgästen und den 1,7 Prozent erwischten Gesetzesbrechern hochrechnet, dann kommt er auf 575 000 Fahrgäste, die im vergangenen Jahr nicht bezahlt haben.

Mehr Einnahmen durch das erhöhte Bußgeld wünscht sich das Unternehmen nicht. „Wir hoffen, dass die Zahl der Schwarzfahrer abnimmt“, sagt Stoag-Pressesprecherin Sabine Müller. Von 2013 auf 2014 sei sie bereits leicht gesunken. „Wir haben aber auch viel dafür getan“, erklärt Müller.

Schwarzfahren ist eine Straftat

Die Frage ist ja, wie es überhaupt sein kann, dass noch jemand ohne Ticket in den Bus gelangt, obwohl doch alle vorne beim Fahrer einsteigen müssen? „An größeren Haltestellen wie der Neuen Mitte steigen die Leute auch an der zweiten und dritten Tür ein“, sagt Overkamp. Nicht alle hätten gar kein Ticket. Manche ziehen eines für die Kurzstrecken und fahren damit einfach weiter als erlaubt.

Viele wissen es auch einfach nicht besser. „Besonders zwischen Hauptbahnhof und Neuer Mitte lösen Menschen oft das falsche Ticket“, erklärt Müller. Sie zahlen die Kurzstrecke von 1,60 Euro. Dabei kostet die Fahrt zum Centro schon 2,60 Euro.

„Wir haben deshalb extra an allen Fahrscheinautomaten Hinweise angebracht“, verdeutlicht die Stoag-Sprecherin. Denn auch wer ein falsches Ticket hat, zahlt bald 60 Euro. Sabine Müller sagt: „Wir würden uns freuen, wenn keiner mehr schwarz fährt.“

Rein rechtlich ist Schwarzfahren übrigens kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.