Schwarze Schafe gibt es auch unter Jägern

Habicht, Vogel des Jahres. Es wird in Deutschland kein Vogel des Jahres gewählt, weil es in Oberhausen Probleme gibt. Das müsste eigentlich klar sein. Das „immer mehr Habichte Opfer von Jägern werden“ ist hingegen belegt. Die in Deutschland mit Abstand meisten Fälle illegaler Greifvogelverfolgungen wurden in NRW nachgewiesen, wo die im Umweltministerium angesiedelte Stabsstelle Umweltkriminalität seit Jahren ein landesweites Monitoring betreibt. So wurden allein zwischen 2005 und 2013 exakt 410 Fälle erfasst. Dabei wurden 696 Greifvögel abgeschossen, in Fallen gefangen oder vergiftet. 15 Greifvogelarten waren betroffen, darunter eben auch der Habicht. Die Dunkelziffer der oft nur schwer nachweisbaren Fälle liegt erfahrungsgemäß um ein Vielfaches höher. Jagdscheininhaber und Tauben- wie Geflügelhalter bilden dabei die festgestellten Haupttätergruppen. Beispiele aus NRW können im Internet unter www.komitee.de nachgelesen werden. So mussten sich 2012 gleich vier Jäger wegen gemeinschaftlichen Betreibens einer illegalen Greifvogelfalle und Fang eines Habichtes vor dem Duisburger Amtsgericht verantworten (Aktenzeichen Staatsanwaltschaft Duisburg 122 Js 61/10). Aus den hier genannten Gründen bieten wir in Oberhausen auch keine Exkursionen zum Vogel des Jahres 2015 an. Über einen Bestandsrückgang beim Habicht durch die Jagd wurde nicht berichtet. Dennoch fühlt sich die hiesige Kreisjägerschaft angesprochen. Übrigens, die in diesem Zusammenhang vom „Hobbyjäger“ Herr Filarsky genannten wissenschaftlichen Erkenntnisse beruhen abseits der Rabenkrähenpolemik zum großen Teil auf Untersuchungen der von ihm geschätzten „Hobby-Ornithologen“. Hier geht es um Greifvogelverfolgungen und nur um die ausdrücklich genannten schwarzen Schafe, die es auch unter den Jägern gibt. Jede Art der Nachstellung stellt eine Straftat dar.