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EM 2012

Schwarz-Rot-Goal - Wie Oberhausen den ersten EM-Sieg feiert

10.06.2012 | 17:24 Uhr
Schwarz-Rot-Goal - Wie Oberhausen den ersten EM-Sieg feiert
Erleichterung und Jubel über den Auftakt-Sieg der deutschen Elf: Viele Oberhausener feierten auf dem Altmarkt. Foto: Strauch

Oberhausen. Manchmal muss alles ganz schnell gehen: Samstag. 20 Uhr. Zeit für die Tagesschau? Zeit für das gepflegte Ausgehen? Zeit für einen Abend auf dem Sofa? Viele tausend Oberhausener beantworten die Frage diesmal anders. Sie machen sich auf zur ultimativen Rudelbildung. Denn: Fußball-EM guckt man nicht alleine im stillen Kämmerlein.

Den Anfeuer-Marathon erledigt man am besten mit Leuten, mit denen man auch lautstark fachsimpeln kann.

Schminke im Gesicht, Rassel in der Hand - das Trikot sitzt

Kurz vor dem Anpfiff machen sich Kurzentschlossene auf die Suche. Auf der Centro-Promenade sind die besten Plätze längst reserviert. Die Kneipiers haben ihre Pinten in den Farben des Landes geschmückt. Überall hört man das aufgeregte Gequassel der TV-Vorberichte. Und von mancher Theke schallt sogar ein wenig Schadenfreude herüber. „Haste gehört? Holland hat verloren!“ Das Ergebnis der frühen Begegnung macht hurtig die Runde.

Public Viewing

Zwei Jungs haben sich massig Schminke ins Gesicht gemalt und suchen gut beflaggt vor der König-Pilsener-Arena den Eingang. Dass die Flure stockdunkel sind, scheint die beiden nicht zu stören. Bis sie ein verdutzter Spaziergänger aufklärt. „Jungs! Die zeigen hier die Spiele erst ab dem Viertelfinale!“ Was ein Ärger! Die Deutschland-Fans nehmen die Beine in Hand. Für den Anpfiff wird es knapp.

Auch in der Innenstadt tut sich was. Allerdings ist die Hektik hier deutlich geringer. Entspanntes Zapfen auf der Elsässer Straße und am Friedensplatz. Viele haben sich in den Außenbereich gesetzt. Im Alten Hut, Transatlantik, Uerige und Lux gibt es genug Platz zum Anfeuern.

„Ohhh! Wie ist das schön!“

Etwas knapper wird es dagegen auf dem Altmarkt. Hier läuft die größte Public-Viewing-Sause der Stadt. Mehrere Hundert feuern die Nationalmannschaft an und hoffen vor der deutsch-polnischen Kulturkneipe Gdanska auf ein erfolgreicheres Ergebnis als beim Eröffnungsspiel der Polen. Rasseln, Tröten und Hüte sind ganz auf die deutschen Farben abgestimmt. Anpfiff!

Das Spiel wird eine reine Nervensache. „1:0! Welch’ ein Glück!“, „Nicht gut gespielt, aber gewonnen!“ und „Ohhh! Wie ist das schön!“ machen die Runde. Das Publikum ist spürbar international. Doch der Sieger wird von allen gefeiert. Da werden im Rausch der ersten drei EM-Punkte prompt Sprachneuschöpfungen kreiert. „Schwarz-Rot-Goal!“ Ein bisschen südamerikanisches Feuer für das sportliche Kräftemessen der europäischen Topteams. Vor und auch im Gdanska kein Problem.

Den Sieg feiern, das klappt auch mit Tanzmusik: Ein begehrter Anlaufpunkt nach der Spiel ist das Zentrum Altenberg. Die Partyreihe „Jugendsünde“ hat hier eine Leinwand aufgebaut und liefert nach dem Abpfiff sofort das nötige Feier-Programm. Die Stimmung ist gut. Mit dem Trikot geht es auf die Tanzfläche. Aber: Viele machen sich nach dem Schluss-Jubel im ausverkauften Saal erst einmal frisch. Das wundert auch David Wagner vom Veranstalterteam ein wenig: „Einige Gäste gehen erst wieder nach Hause und kommen danach wieder!“

Zum heiteren Jubel-Ausklang und jeder Menge EM-Hits.

Dirk Hein

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