„Schuss kann nach hinten losgehen“

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Nach Aussage des Oberhausener Sparkassen-Vorstandschefs Bernhard Uppenkamp ist die kürzlich veröffentliche Erhöhung der Kontoführungspreise unumgänglich. Die Gebühren steigen ab 1. Juni für 85 000 von knapp 100 000 Privatgirokonto-Inhabern zum Teil deutlich an.

Bei den WAZ-Online- und Facebook-Lesern stößt der Preisanstieg auf wenig Verständnis. Die direkten Reaktionen der Sparkassenkunden, die alle per Brief angeschrieben wurden, seien hingegen nur vereinzelt kritisch, gibt Sparkassen-Sprecherin Janine Verbeeten an. „Wir haben verhältnismäßig wenige Rückmeldungen erhalten. Die meisten Anrufer hatten technische Fragen oder informierten sich über mögliche Wechsel zu einer anderen Kontoart“, beschreibt Verbeeten die Tage, nachdem das Unternehmen ihre Kunden schriftlich informiert hatte. „Kritische Rückmeldungen waren die Ausnahme und Kündigungen hatten wir noch keine.“

„Kunde macht die Arbeit der Bank“

WAZ-Leser verweisen jedoch vor allem auf kostenfreie Alternativen bei anderen Banken und bei Online-Instituten. Auf WAZ.de schreibt ein Leser: „Durch eine Internetbank habe ich zusätzlich die Möglichkeit, nicht nur national, sondern auch international jederzeit kostenlos Geld abzuheben. Keine Ahnung, warum sich die Sparkasse anmaßt, überhaupt Kontogebühren zu verlangen.“

Ein anderer Internet-Leser meint: „Das ist ja der Hammer. Beim Online-Banking macht der Kunde die Arbeit der Bank selber und genau hier wird drastisch erhöht (Anm.d.R.: Die Monatspauschale steigt von 1 auf 2,50 Euro).Wer jetzt nicht wechselt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.“ Ein weiterer Leser scheint genau das vorzuhaben. „Die Kündigung ist bereits vorgesehen, nachdem bei der Konkurrenz das neue Konto eröffnet worden ist.“

Facebook-User Holger Lensk ist bereits Kunde einer anderen Bank: „Ich zahle 0 Euro für mein Konto, 0 Euro für die SMS-Tan, 0 Euro für weltweites Bargeld und und und ... UND meine Bank nagt nun deswegen nicht am alten Brot.“

Die Leser fragen sich, wieso gerade nach der positiven Bilanz von Anfang März die Gebühren erhöht werden müssen. „Die beiden abgebildeten Herren (Bernhard Uppenkamp und Wolfgang Große Brömer) möchten mal bitte ihre Gehälter öffentlich machen und noch ihre weiteren Vergünstigungen mitteilen. Und zusätzlich bei vorliegenden aktuellen Bilanzen erklären, weshalb die Gebühren erhöht werden müssen“, fordert etwa ein Leser.

Eine andere Online-Stimme warnt: „Der Schuss kann ganz schnell nach hinten losgehen.“