Schulen zukunftsfähig machen

Statt Sanierungen – wie hier vor einigen Jahren am Sophie-Scholl-Gymnasium – fordert
Statt Sanierungen – wie hier vor einigen Jahren am Sophie-Scholl-Gymnasium – fordert
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
CDU fordert ein zeitgemäßes Konzept – so wie bei den Bädern und Sportstätten. Gebäude müsstenmutig umgestaltet werden: „Es reicht nicht, immer nur zu sanieren“

Oberhausen.. Undichte Fenster, Schüler, die ihr Mittagessen in einer Nische im Flur einnehmen müssen, Klassenräume, die den Anforderungen inklusiven Unterrichts und moderner Pädagogik nicht genügen: „Es reicht nicht, immer nur zu sanieren. Und so wichtig die digitale Ausstattung von Schulen auch ist: Wenn Gebäude schimmeln, muss man anderer Stelle beginnen, als fünf Jahre alte Computer durch neue zu ersetzen“, kritisiert Simone Tatjana Stehr, schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, den Umgang mit der Bildungsinfrastruktur in Oberhausen. Auf ihrer Fraktionsklausurtagung im Westerwald bemängelten die Christdemokraten die Prioritätensetzung der Stadt und forderten eine zeitgemäße Planung für die Weiterentwicklung der Bildungslandschaft.

Schullandschaft im Umbruch

Wie schon bei Bädern und Sportstätten müsse endlich auch für Schulen ein Konzept her, das Antworten gebe auf aktuelle Herausforderungen wie sinkende Schülerzahlen, Ganztagsschulbetrieb und das Recht auf inklusiven Unterricht: „Genau jetzt müssen wir Gebäude und Raumkonzepte komplett und mutig umgestalten.“ Dazu müsse man auch darüber nachdenken, alte, unzeitgemäße Schulgebäude abzureißen und neue zu bauen.

Oberhausens Schullandschaft ist im Umbruch: Die Hauptschulen werden abgewickelt, die Förderschulen reduziert, auch manche Grundschule wird auf Dauer nicht bestehen können. „Für die schon aufgegebenen oder auslaufenden Schulen gibt es aber keine Folgenutzung mit Konzept.“

Großaufgabe Inklusion

Auch die große Aufgabe Inklusion müsse immer mitbedacht werden. Sie erfordere nicht nur Umbauten in Richtung Barrierefreiheit, sondern mancherorts auch Unterrichtsräumlichkeiten, um Schulklassen zeitweise für gruppenspezifische Förderung teilen zu können. „Wir müssen eine Bestandsaufnahme von Grund auf machen“, fordert CDU-Oberbürgermeisterkandidat Daniel Schranz: „Das ist viel Arbeit. Aber diese Arbeit lohnt sich.“ Man müsse fragen: „Was sind die Anforderungen? Was brauchen wir wo? Und: Was brauchen wir nicht mehr? Und dann muss man den Schritt von der Bildungsplanung zur Planung der Gebäudestruktur machen. Wenn das jetzt nicht ernsthaft angepackt wird, ist der Zug abgefahren“, ist Stehr überzeugt.

Notwendigerweise werde ein solches Konzept eine Kombination aus Sanierungen und Umbauten alter sowie dem Bau neuer Gebäude sein müssen. Zur Finanzierung sollen Erträge aus dem Verkauf alter Gebäude sowie Fördermittel für Bildungsinfrastruktur dienen.