Schulen thematisieren Islam und Islamismus

Nein, Islamunterricht hat sich an Oberhausener Schulen noch nicht durchgesetzt. Dennoch sehen sich die Schulleiter gut aufgestellt, um den Jugendlichen das komplexe Thema Islam und Islamismus verständlich und differenziert nahe zu bringen.

„Eine Fachkraft kann ich mir leider nicht leisten, aber in der neunten und zehnten Klasse ist das Thema Islam bei uns Pflicht“, sagt Karl-Heinz Burkart, Schulleiter der Fasia-Jansen-Gesamtschule in Alt-Oberhausen. Sowohl im Religionsunterricht – katholisch und evangelisch – als auch in praktischer Philosophie werde das Thema ausführlich behandelt.

Dass dies bei den Schülern ein konfliktsensibles Bewusstsein schärfe, zeigte sich jüngst. Nach dem Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo in Paris reagierten die Schüler: „Sie sind auf die Lehrer zugegangen und wollten darüber sprechen. Das nutzen wir natürlich“, sagt Burkart.

Ob im Politik-, Geschichts- oder Französischunterricht: In fast allen Fächern kam das Thema „Charlie Hebdo“ auch am Elsa-Brändström-Gymnasium zur Sprache. „Die Kollegen sind da sehr aufgeschlossen“, sagt Schulleiterin Brigitte Fontein.

Die Thematisierung des Islam-Komplexes funktioniere einwandfrei. „Gerade nach den Ereignissen in Paris waren einige Schüler sehr gut informiert, so dass man die Zusammenhänge gut diskutieren konnte“, sagt sie.

Ein Konzept, wie die Lehrer solche komplexen Weltereignisse anschließend behandeln, gibt es an den befragten Schulen jedoch nicht. „Das Thema ist zu groß, als dass wir ein Konzept haben“, sagt Ursula Niemann, Schulleiterin der Anne-Frank-Realschule. Auch dort gibt es keinen extra angesetzten Islamunterricht, was Niemann bedauert: „Ich finde es schade, aber es ist leider eine Kapazitäts-Frage.“ Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Islam und Islamismus finde aber trotzdem statt.