Schulen in Oberhausen sollen neue Sozialarbeiter erhalten

Schulsozialarbeiter wie an dieser Grundschule sollen sich um die Nöte der Schüler jenseits des Unterrichts kümmern und Ansprechpartner für Eltern sei.
Schulsozialarbeiter wie an dieser Grundschule sollen sich um die Nöte der Schüler jenseits des Unterrichts kümmern und Ansprechpartner für Eltern sei.
Foto: Jakob Studnar
Was wir bereits wissen
Der Schulausschuss in Oberhausen spricht sich dafür aus, 14,5 neue Stellen an 23 Schulen einzurichten. Dazu muss die Stadt Landesmittel in Höhe von 1,14 Millionen Euro abrufen.

Oberhausen.. Oberhausen soll einen Förderantrag beim Land stellen, um Mittel in Höhe von rund 1,14 Millionen Euro für Schulsozialarbeit abzurufen und damit 14,5 neue Stellen in diesem Bereich einzurichten. Dafür hat sich der Schulausschuss in der gestrigen Sitzung einstimmig ausgesprochen.

Der Rat entscheidet darüber am kommenden Montag, 22. Juni – und nach dem Willen des Schulausschusses soll er einen Vorratsbeschluss fassen, damit der Antrag möglichst schnell gestellt werden Kann. So sollen die Gelder aus Düsseldorf, so sie denn bewilligt werden, möglichst schnell fließen, damit die 14,5 Stellen zügig eingerichtet werden können. Dann könnten die neuen Schulsozialarbeiter bereits zum 1. August 2015 loslegen. Der finanzielle Eigenanteil der Stadt liegt jährlich bei rund 228.000 Euro; dieser wird mit der bestehenden, kommunal finanzierten Schulsozialarbeit verrechnet.

Bedauern über befristete Verträge

Die Fördermittel des Landes sind auf zwei Jahre befristet und laufen am 31. Dezember 2017 aus. Was bei Ausschussmitgliedern für Kritik sorgte: „Schulsozialarbeit ist eine so wichtige Aufgabe, dass wir nicht nur eine Perspektive bis 2017 haben dürften“, meinte David Driever (Linke). Karl van den Mond (BOB) bedauerte, dass eine so notwendige Arbeit nur über befristete Verträge abgesichert sei. Kirsten Oberste-Kleinbeck (SPD) lobte den Spatz in der Hand: „Mir ist es erstmal egal, aus welchen Töpfen oder wie lange die Mittel bezahlt werden, Hauptsache, die Arbeit wird getan.“

Schulsozialarbeiter sollen sich um die Nöte der Schüler jenseits des Unterrichts kümmern und Ansprechpartner für Eltern sein. An welchen Schulen die so wichtige Arbeit getan werden soll, hat der zuständige Lenkungskreis empfohlen. Grundlage für die Vorschlagsliste (siehe Grafik) waren verschiedene Kriterien: Es werden Schulen berücksichtigt, die in einem schwierigen Sozialraum liegen. Ein wichtiger Indikator für einen Sozialarbeiter-Bedarf ist demnach auch die Anzahl der Kinder an einer Schule, die Anspruch auf Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben, also aus Familien stammen, die Hartz IV-Leistungen beziehen. Auch ein sehr hoher Migrantenanteil an einer Schule oder eine Internationale Vorbereitungsklasse (hier werden Flüchtlingskinder/Jugendliche auf das Schulsystem vorbereitet) sind mit entscheidend. Viele Grundschulen bekommen nach der Liste Sozialarbeiter zugeteilt, erstmals profitieren aber auch zwei Gymnasien: das „Bertha-von-Suttner“ und das „Heinrich-Heine“.

Was die Finanzierung über 2017 hinaus angeht, zeigte sich Schulausschuss-Vorsitzender Wolfgang Große Brömer (SPD) zuversichtlich: Angesichts von Landtagswahlen würde sicherlich ein „Denkprozess einsetzen“.