Das aktuelle Wetter Oberhausen 14°C
Schule

Schüler schmieden Fluchtpläne

15.12.2009 | 18:14 Uhr

In einer Projektwoche ließen die Schüler der Hauptschule Eisenheim die Berliner Mauer wieder auferstehen. Um zu erfahren, wie sich die Menschen in der DDR damals gefühlt haben müssen.

„Die Mauer muss weg!”, schrien die Schüler der Hauptschule Eisenheim, als ihr Schulhof in zwei Hälften getrennt wurde. Innerhalb der Projektwoche bearbeitete die Klasse 8b das Thema „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland” mit dem Schwerpunkt „Berliner Mauer”. Wie es damals wirklich zuging und was so eine Mauer für Konsequenzen hatte, war schwer vorstellbar. Deswegen hatte Helga Ueckermann, die Klassenlehrerin, die Idee, die Schüler – und zwar die der ganzen Schule – spüren zu lassen, was es heißt, plötzlich abgeschottet, isoliert, ja fast sogar eingesperrt zu sein. Denn als die Schüler am letzen Freitagmorgen fröhlich auf den Schulhof liefen, waren sie voneinander getrennt.

Im Westen sahen die Schüler eine mit Graffiti besprühte Mauer, die sie von dem Rest des Schulhofs trennte, auf der Ostseite nur einen kahlen grauen „antifaschistischen Schutzwall”, wie er damals in der DDR genannt wurde. Die Schüler selber übernahmen die Funktion der Wächter und natürlich auch die Lehrer halfen, denn die Schüler der Ostseite waren schlichtweg geschockt, dass sie nicht wie üblich Süßigkeiten und Pausenbrötchen im kleinen Laden der Hausmeisterin kaufen konnten, denn der war nun im Westen. Dazu durften die „Westler” auch noch mit einem Stempel auf der Hand in den Osten gehen, und natürlich wurde auch da wie zu DDR- Zeiten viel geschmuggelt, anders konnte man ja nicht an die heißbegehrten „Westprodukte” kommen.

Ein geteiltes Land: Die Schüler der Hauptschule Eisenheim beschäftigten sich mit der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Foto: Hayrettin Özcan

„Die Schüler haben sogar richtige Fluchtpläne geschmiedet, um in den Westen zu kommen. Ein oder zwei Schüler haben es auch geschafft”, beschreibt die Lehrerin die Reaktion auf die Mauer. Am Montag konnten sich dann alle Schaulustigen im Rahmen des Tags der offenen Tür die Projekte der einzelnen Klassen ansehen, wo Themen wie Umweltschutz, gesunde Ernährung oder Medien behandelt wurden und auch die Mauer, die durch die künstlerischen Hände einiger Schülerinnen sogar original Mauerbilder wie den „Bruderkuss” zeigte. Um sich wie ein DDR-Bürger zu fühlen, konnten die Besucher Produkte probieren wie die „Club-Cola”.

Carla Ueckermann

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2266990/create

Umfrage der Woche
Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Brings im Ebertbad in Oberhausen
Bildgalerie
Konzert
Stimmen zum Rauchen
Video
Video
Radrennen in Oberhausen
Bildgalerie
Pfingstradrennen
Wohnhausbrand in Lirich
Bildgalerie
Feuer
Aus dem Ressort
Der Oldtimer als Familienhobby
Unser Norden
Ulf Berens hat einen 57 Jahre alten Ford-Pickup originalgetreu und aufwändig restaurieren lassen. Jetzt wollen die Amerikaner den Wagen gerne zurück
Foto
Jugendarbeitslosigkeit in Oberhausen sinkt
Arbeitsmarkt
Auch die Zahl der erwerbslosen Ausländer sowie älteren Menschen verbesserte sich leicht. Doch obwohl es mehr freie Stellen gibt, stagniert Arbeitslosigkeit