Schüler in Oberhausen texten für den Wettbewerb

Noch ein paar Tipps vor dem großen Auftritt gibt Workshopleiter Jonas Jahn  Madelein und Kim.
Noch ein paar Tipps vor dem großen Auftritt gibt Workshopleiter Jonas Jahn Madelein und Kim.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Schreiben, präsentieren, drehen: Poetry-Clips entstehen im Drei-Stufen-Takt. Slammer Jonas Jahn schult den Jahrgang neun der Gesamtschule Weierheide

Oberhausen.. „Wie sehe ich dich?“, ist Thema des Poetry-Clip-Wettbewerbs der Kurzfilmtage, an dem sich Oberhausener Schüler des neunten Jahrganges beteiligen. Die Vorbereitung ist bereits in vollem Gange. „Es geht darum, wie wir gern sein möchten oder nicht sein wollen“, erklärt Lena (15), Teilnehmerin im Clip-Workshop der Gesamtschule Weierheide. „Ich habe einen Text über eine Person geschrieben, die mir im Leben viel bedeutet.“ Ob daraus ein Video-Clip entstehen wird, muss die Gruppe entscheiden. Erst einmal geht es darum, das Werk ansprechend zu präsentieren.

„Wir machen ein Warm-Up“, sagt Poetry Slammer Jonas Jahn, der die Gruppe anleitet. „Ihr sollt ein Bühnengefühl bekommen. Ihr tretet auf, begrüßt das Publikum sagt einen Satz und verabschiedet euch.“ Das klappt gut. Niemand geniert sich, jeder bekommt Beifall. Doch Jonas Jahn ist noch nicht ganz zufrieden. „Ein paar Leute waren zu leise. Laura, du startest. Gib uns ‘ne Dröhnung.“ Etwas zu schreiben ist die eine, es vor Publikum zu lesen, ist die zweite Schwierigkeit, doch die jungen Leute trauen sich was zu. Wer hier Mäuschen spielen darf, staunt darüber, dass einige Texte enorm emotional rüberkommen. Vom ersten Treffen mit jemandem und dem Liebesgeständnis im Park, davon, wie die Tochter entdeckt, dass die Mutter Alkoholikerin ist, von der Anziehungskraft der besten Freundin oder davon, was an anderen Personen einfach nur nervt, von Verlust, Tod, Mobbing und Suizidgedanken oder Handysucht erzählen sie ebenso wie über „vieles, was niemand ausspricht, aber trotzdem passiert“, wie Jill es sagt.

Jeder bekommt Beifall

Es sind auch witzige Geschichten dabei, übers Essen und Schlafen oder den ultimativen Stuhl, zusammenklappbar mit einer Lehne, die den Rücken massieren kann. „Sehr emotional, sehr vielfältig“, urteilt der Workshopleiter. „An der Präsentation müssen wir noch arbeiten“, gibt er seinen „Schülern“ mit auf den Weg, bevor er eine kleine Pause anordnet.

Es wird schwer sein, sich für nur drei Texte zu entscheiden. „Darüber wird abgestimmt“, sagt Jonas Jahn. „Die Gewählten stellen sich dann ein Team zusammen, mit dem sie den Clip umsetzen möchten. Das passiert am Drehtag mit professioneller Anleitung.“

Die fertigen Clips konkurrieren im Wettbewerb während der Kurzfilmtage um den Jury- und Publikumspreis. Präsentation und Preisverleihung sind am 4. Mai im Zentrum Altenberg. Den Clip-Wettkampf gibt es bereits zum vierten Mal. „Er hat sich zum beliebten Bestandteil des Festivals entwickelt“, sagt Kurzfilmtage-Sprecherin Sabine Niewalda.