Schüler in Oberhausen machen Potenzialanalyse

Hier ist Konzentration und Fingerspitzengefühl gefragt: Die SchülerinenAnnalena Da Silva, Elif Incebacak
Hier ist Konzentration und Fingerspitzengefühl gefragt: Die SchülerinenAnnalena Da Silva, Elif Incebacak
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Achtklässler unternehmen ihre ersten Schritte bei der Berufsfindung. Die Tests sind Teil der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“.

Oberhausen.. Mark Rickers steht an seiner Werkbank. Vor ihm liegt ein aus Holz gefertigter Fisch. Mit einer Pfeile hat der 13-Jährige von der Heinrich-Böll-Gesamtschule die vorgegebene Form aus einem rechteckigen Holzstück gefertigt.

Rickers Handarbeit ist eine der Aufgaben der Potenzialanalyse für Achtklässler vom Zentrum für Ausbildung und berufliche Qualifikation (ZAQ). Die Analyse soll die Stärken und Fähigkeiten der Schüler herausarbeiten und ihnen diese für die weitere Berufsorientierung mit auf den Weg geben. Sie ist ein Baustein der NRW-Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“.

Verschiedene Aufgabenbereiche

„Es geht uns darum, den Berufswahlhorizont der Schüler und Schülerinnen zu erweitern“, sagt Projektleiterin Barbara Raasch vom ZAQ. „Und nicht darum, dass am Ende der Analyse ein Berufswunsch steht.“ Mit 13 oder 14 Jahren sei das ohnehin weder möglich noch sinnvoll. Wichtig sei aber der erste Schritt, sich überhaupt mit der Berufsfindung zu befassen.

Von 8 bis 14.30 Uhr durchlaufen die Schüler Aufgabenbereiche, die verschiedene Fähigkeiten abfragen. Die Testfaktoren sind in Absprache mit Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben entstanden, orientieren sich am täglichen Anspruch in verschiedenen Berufen.

Marc Rickers Fisch-Arbeit testet den dreidimensionalen Werkzeugeinsatz. Er hat Spaß an der Aufgabe. „Ich arbeite gern handwerklich, das fällt mir leicht“, sagt Marc, der sich vorstellen kann, im Garten- und Landschaftsbau zu arbeiten. „Ich bin gern draußen und helfe meinem Vater oft im Garten.“

Gemeinsam Herausforderungen meistern

Ein anderer Test stellt die Schüler vor eine gemeinsame Herausforderung. Sie sollen eine fiktive Wohngemeinschaft organisieren, Möblestücke fair verteilen und einen Putz- und Einkaufsplan aufstellen. „Dabei beobachten die Testleiter vor allem das Sozialverhalten“, erklärt Raasch.

Am Ende der Veranstaltung erhalten die Schüler ein Zertifikat über die Teilnahme – mit Ergebnissen. „Wir wollen nicht benoten, sondern Stärken herausstreichen“, sagt Raasch. „Oft sind sich die Jugendlichen nicht bewusst, was sie so alles können oder erachten ihre Fähigkeiten als normal.“ Deshalb sollen sich die Teilnehmer auch selbst reflektieren. Ihre eigene und die Einschätzung der Testleiter werden im Zertifikat gegenübergestellt. Damit können die Schulen dann weiter arbeiten. Zu einem Nachgespräch sind auch die Eltern eingeladen.