„Schrott gibt es nicht“

Robin Reinersmann hat mit Anfang 20 sein eigenes Unternehmen gegründet.
Robin Reinersmann hat mit Anfang 20 sein eigenes Unternehmen gegründet.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Was wir bereits wissen
Das ist die Geschäftsphilosophie von Robin Reinersmann. Er hat eine Firma in Oberhausen, die Rohstoffe sammelt, die sonst weggeschmissen würden.

Oberhausen.. Müll oder Schrott gibt es für Robin Reinersmann nicht. „Alles kann wiederverwertet werden“, sagt der 24-Jährige. Deswegen spricht er lieber von „Sekundärstoffen“, wenn er Besuchern seiner noch jungen Firma den Inhalt der Container in der Lagerhalle an der Tannenbergstraße zeigt.

Seit drei Jahren ist er in der Recyclingbranche tätig. Zu Anfang konzentrierte er sich auf Metall. Die Firma betrieb er als Nebengewerbe. Seinen normalen Job hatte er in einem Medizintechnikunternehmen, das Krankenhausbetten herstellt. Dort kam er auf die Idee, die aus ihm einen Unternehmer machen sollte.

Kleine Container

Bei der Produktion fielen in geringer Menge Aluminium-Späne an. Es waren zu wenig, um dafür einen großen Absetzcontainer hinzustellen – wie sie häufig auf dem Bau zu sehen sind. „Es war eine Schande, dass die Späne immer weggeschmissen wurden“, sagt Reinersmann. Seine Idee war, solchen Unternehmen kleinere Container anzubieten, die leicht zu transportieren sind. Eine Marktlücke.

„Die Idee vom Mini-Container ist nicht komplett neu, aber unsere hubwagenfähigen Container sind noch flexibler und wirtschaftlicher“, sagt er. Außer seiner Firma, die seit Februar am Standort an der Tannenbergstraße sitzt, gibt es nur wenige Mitbewerber, die ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgen.

Gutes für die Umwelt

Wer in so eine Marktlücke vorstößt, der muss mit Startschwierigkeiten kämpfen. Die Container, die einen Kubikmeter fassen, konnte er nicht in Deutschland produzieren lassen. Firmen, die in Betracht kamen, schickten ihm allesamt Absagen. Solche Container seien nicht üblich, die Stückzahl, die sein junges Unternehmen abnehmen würde, zu klein. So ging er mit seinem Auftrag nach Israel.

Insgesamt 300 Stück seiner Mini-Container ließ er sich aus dem Nahen Osten nach Oberhausen liefern. Zwölf Stück davon passen auf einen Lkw. „Mit ihnen können wir eine effiziente Sammelroute organisieren“, sagt der Jungunternehmer.

Zu seinen Kunden gehören unter anderem Handwerksbetriebe. Dort fallen viele verschiedene Stoffe auf den Baustellen an, die selten getrennt werden, und auch die Entsorgung ist meist zeitaufwendig. „Handwerker planen in der Regel immer eine Stunde für die Entsorgung ein“, sagt Reinersmann. Diese Zeit können sie sich mit seinem Abholservice sparen. Und der Umwelt kommt es ebenfalls zu gute: Robin Reinersmann schätzt, dass ohne seinen Service 80 Prozent der Rohstoffe weggeschmissen würden, die er in den Recycling-Kreislauf gibt.