Schönheitskur für Oberhausen

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Was wir bereits wissen
Die Nachfrage nach dem Innenhof- und Fassadenprogramm ist groß, nicht alle Anträge können bewilligt werden. Stadt wünscht sich eine Fortsetzung.

Oberhausen.. Die gelbliche Farbe ist schon arg verblasst, das Weiß des Stucks blättert ab. 25.000 Euro hat ein Immobilieneigentümer an der Lothringer Straße in die Hand genommen, um die Häuserfassade wieder aufzuhübschen. Die Summe musste er dank des Fassaden- und Innenhofprogramms nicht alleine stemmen, er erhielt 8500 Euro als Zuschuss. So wie er nutzten 16 weitere Hausbesitzer in Alt-Oberhausen im vergangenen Jahr die Zuschussmöglichkeiten. Das Förderprogramm aus Bundes- und Finanzmitteln ist gefragt, es liegen mehr Anträge vor als bewilligt werden können.

Noch hat Reiner Lorenz vom Stadtteilbüro an der Marktstraße etliche Anträge aus 2014 auf seinem Schreibtisch liegen – und die ersten neuen Anträge auf eine Fassadensanierung sind bereits ebenfalls eingetrudelt. Im vergangenen Jahr haben 17 Häuser eine Schönheitskur erhalten. Davon profitiert hat zum Beispiel auch die Galerie KIR im Europahaus an der Elsässer Straße. Sie hat einen neuen Anstrich bekommen.

Umgestaltung von Innenhöfen

Überwiegend handelte es sich um die Sanierung der Fassaden, weniger um die Umgestaltung von Innenhöfen. „Solche Maßnahmen würden wir aber sehr gern fördern“, unterstreicht Projekt-Teamleiter Reiner Lorenz. Denn gerade in den Innenstadt gebe es viele Innenhöfe, denen eine Aufwertung gut tun würde. „Sehr unhübsch“, nennt Lorenz manche von ihnen. Auch die Sanierung von Garagendächern sei förderungswürdig, vor allem, wenn es um eine Aufwertung durch Dachbegrünung ginge, meint Lorenz. Zwei Anfragen zu dem Thema gab es im vergangenen Jahr, eine wurde an der Nohlstraße auch tatsächlich umgesetzt.

Im vergangenen Jahr gab es 40 Anträge für die Sanierung von Fassaden und Innenhöfen. 17 davon konnten bewilligt werden, die Arbeiten an diesen Häusern und Höfen sind bereits abgeschlossen. Diejenigen Anträge, die noch nicht bewilligt worden sind, werden in diesem Jahr erneut geprüft. Denn der Stadt Oberhausen stehen erneut 80.000 Euro an Fördermitteln aus Bundes- und Landestöpfen zur Verfügung. Ob die bisherigen Anträge jedoch alle bewilligt werden, ist längst nicht gesagt. Möglich, dass sie auf eine Warteliste kommen. Denn das Stadtteilbüro würde auch gern solche Gebäude fördern, die über historische Stuckfassaden aus der Zeit um die Jahrhundertwende verfügen oder klassizistische Fassaden aus den 20er und 30er Jahren. „Solche Anträge würden wir vorrangig behandeln“, sagt Lorenz.

Diese Gebäude seien prägend fürs Ortsbild, erklärt er. Bislang sind vor allem Häuser aus der Zeit des Wiederaufbaus, den 50er- und 60er Jahren, renoviert worden Die jeweilige Entscheidung, welche Arbeiten gefördert werden und welche nicht, macht der Projektmanager zum einen von städtebaulichen Kriterien abhängig, zum anderen werden keine Reparaturen oder Dämmarbeiten gefördert. Wenngleich letzteres viele Eigentümer zum Anlass nehmen, das Fassadenprogramm zu nutzen. Die Förderung ist mit anderen Zuschüssen, wie sie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder die NRW-Bank bei energetischen Sanierung anbieten, kombinierbar. Fragen können in persönlichen Beratungsgesprächen geklärt werden.

Weitere Fördermittel beantragt

Das Fassadenprogramm läuft für die Macher so gut, dass sie einen Antrag auf die Bewilligung weiterer Fördermittel bis 2018 gestellt haben. Bislang sind die Mittel nur für dieses Jahr genehmigt, auf die Zuweisung wartet das Stadtteilbüro derzeit noch. Die Eigentümer- oder Eigentümergemeinschaften erhalten für förderfähige Maßnahmen einen Zuschuss von 40 Prozent, maximal jedoch 30 Euro pro Quadratmeter. Der Besitzer muss einen Eigenanteil von 20 Prozent leisten.