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Klassentreffen zum 50-Jährigen

Schlimmer als der liebe Gott

09.03.2008 | 16:22 Uhr
Schlimmer als der liebe Gott

Strafte einst die Lehrerin ihre Schülerin: Sie musste Kartoffeln schälen, weil sie mit einem Jungen angebandelt hatte. Das geschah auf einer Klassenfahhrt und ist nun schon 50 Jahre her. Wird aber niemals vergessen werden

Tanzstunden, Klassenfahrten, Abschlussfeiern – all das ist schon 50 Jahre her. Doch viele schöne Erinnerungen sind geblieben und diese haben die ehemaligen Schülerinnen der früheren Städtischen Knaben- und Mädchenschule Osterfeld, heute Gesamtschule Osterfeld, wieder zusammengeführt. Auch ihre Lehrerin Gabriele Woek hat ihren Urlaub extra verkürzt, um dem Wiedersehen beizuwohnen. Zwar sind fast alle Schülerinnen heute Rentnerinnen, aber selbst ihre 80-jährige Lehrerin fährt heute noch Ski und sieht aus wie auf den Klassenfotos von früher. Auch die ehemalige Schulsekretärin, Ilse Bröker, ist wie schon beim letzten Treffen wieder mit von der Partie. Damals waren sie die erste Klasse in dem wieder aufgebauten Gebäude. Es gab noch keine Turnhalle, aber das störte die Schülerinnen nicht. Wenn es während des Sportunterrichts regnete, dann blieb man einfach in der Umkleidekabine. Aus Ostfriesland, Ingelheim und Salzgitter waren die Ehemaligen angereist. Leider mussten auch einige absagen, zum Beispiel, weil sie ihre Männer zu Hause pflegen müssen. Fünf der ehemals 57 sind schon verstorben. Viele Anekdoten sind noch in der Erinnerung lebendig und werden nun bei Kaffee und Kuchen ausgetauscht. Besonders die Klassenfahrt in die Jugendherberge nach Bonn. Hier machten einige Mädchen erste Annäherungsversuche an das männliche Geschlecht. Als ihre Lehrerin das herausfand, mussten die Schülerinnen Kartoffeln schälen. Darauf sagte eine der Betroffenen: „Sie strafen ja schlimmer als der liebe Gott.” Trotzdem waren die Jungen immer noch ein großes Thema. Für die Abschlussfeier gab es Tanzstunden zusammen mit den zwei Jungenklassen. Einer tanzte wohl besonders gut – jedenfalls hat eins der Mädchen ihn später geheiratet. Bisher traf man sich alle fünf Jahre, jetzt wohl leider zum letzten Mal, da die ehemaligen Schülerinnen ja nicht jünger werden.

Lena Kamps (Text), Gerd Wallhorn (Foto)

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