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Läden mit Pfiff

Schleier und Schleppe sind Trumpf

17.07.2011 | 18:22 Uhr
Schleier und Schleppe sind Trumpf
Gudrun Sandforth hat das Brautmoden-Geschäft in Osterfeld von ihrer Mutter übernommen. Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.Wie eine Traumhochzeit aussehen kann, haben William und Kate in England und Charlene und Albert in Monaco vorgemacht. Gudrun Sandforth hofft auf Nachahmer. Verständlich, schließlich ist sie Inhaberin des gleichnamigen Braut- und Festmoden-Fachgeschäftes in Osterfeld.

Gegründet wurde der Laden vor 22 Jahren von ihrer Mutter Agnes-Maria Sandforth. Die hatte einst selbst in einem Brautmodengeschäft gearbeitet und mit 55 Jahren noch den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. „Mit Erfolg - denn sie war die Seele des Geschäftes“, meint eine langjährige Mitarbeiterin lächelnd.

Agnes-Maria Sandforth habe sich Zeit genommen, genau hingehört und alles darangesetzt, um die Wünsche ihrer Kundinnen auch Wirklichkeit werden zu lassen. „Und das galt auch für unsere kleinen Kundinnen, denn wir bieten ja auch Kommunionmode für Mädchen an“, erinnert sich auch Gudrun Sandforth noch gut. So kam es, dass viele der Mädchen, die bei Sandforth ein Kommunionkleid erwarben, Jahre später wieder vorbeischauten. „Diesmal, um nach dem passenden Hochzeitskleid zu gucken“, erzählt die Tochter stolz.

Von der Zahntechnik zum Brautmodengeschäft

Als ihre Mutter im letzten Jahr starb, war für Gudrun Sandforth klar: „Ich führe das Geschäft weiter.“ Und dies, obgleich sie da selbst längst in einer anderen Branche Fuß gefasst hatte. „Ich bin Zahntechniker-Meisterin.“

Öffnungszeiten
Extra-Termine sind möglich

„Sandforth Braut- und Festmoden“ befindet sich an der Bottroper Straße 170. Im Angebot sind neben der Braut- und Abendmode auch Kleider fürs Schützenfest oder den Abiball und Kommunionkleider für Mädchen. Geöffnet ist Montag bis Freitag durchgehend von 11 bis 19 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr. Oktober, November und Dezember ist der Ladenschluss werktags um 18 Uhr und samstags um 13 Uhr. Termine außerhalb der Öffnungszeiten sind möglich, sollten aber telefonisch unter  890 861 abgesprochen werden. Weitere Info unter www.brautmoden-sandforth.de

Ob sie ihre Entscheidung bereut hat? „Nie“, versichert Gudrun Sandforth. Obgleich sich die Zeiten geändert hätten. „Die Ansprüche an den Hochzeitstag sind im Laufe der Jahre gesunken“, meint sie. Früher habe das Paar selbst oder seine Eltern ein kleines Vermögen für die Ausstattung der Braut ausgegeben. „Aber heute müssen die meisten Leute auf jeden Cent achten.“ Da werde ganz bewusst das schlichtere Kleid gewählt.

Wer will, kann sich natürlich auch heute noch vom Reifrock über Dessous und Schleier bis zum passenden Paar Schuhe eindecken. Cremeweiß oder „Ivory“ sei die Trendfarbe dieser Saison. „Die Schleppe ist beliebt wie lange nicht und beim Kopfschmuck ist der Schleier diesmal Trumpf“, schwärmt Gudrun Sandforth.

Traumhafte Kleider bis Konfektionsgröße 56

Geschneidert werde das Hochzeitskleid immer auf Taille. Die neusten Kollektionen führender Hersteller wie Lohrengel oder Mori-Lee hat Sandforth in den Größen 36 bis 42 vorrätig. „Traumhafte Kleider gibt es bei uns aber auch bis zur Konfektionsgröße 56“, so die Chefin. Zirka sechs Monate vor dem großen Tag sollte sich die künftige Braut entschieden haben.

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„Die Lieferzeit beträgt rund vier Monate und die meisten Kleider werden anschließend von unseren Schneiderinnen auf Maß geändert.“ Das Hauptgeschäft fällt für Sandforth zwar noch immer in die Monate Januar bis Mai. „Aber mittlerweile verkaufen wir Hochzeitskleider auch noch bis in den Oktober.“

Im Durchschnitt zwischen 25 und 35 Jahre alt seien die heiratswilligen Frauen. „18-Jährige hatte ich zumindest hier noch keine.“ Die Jüngeren hielten eher Ausschau nach Abiballmode. „Das ist aber ein Kapitel für sich“, stöhnt Sandforth. „Was in einem Augenblick noch in ist, ist im nächsten schon wieder out - der Geschmack der Mädel ändert sich schneller als ich ein Modemagazin umblättern kann.“ Vorhersehbarer sei da schon eher die Frau im besten Alter. „Bei der Abendmode gibt es da halt ein paar Klassiker wie das kleine Schwarze oder das rote Taftkleid.“ Letzteres würde übrigens auch beim Schützenfest gerne getragen.

Kates Hochzeitskleid

Wenn Gudrun Sandforth nach einem langen Arbeitstag Abstand von fließenden Organzastoffen gewinnen will, schwingt sie sich in den Sattel ihres Wallachs Puritas. „Dann lasse ich mir den Wind um die Nase wehen und schon ist die Welt in Ordnung.“

Barbara Hoynacki

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