Schiedsmann kann bei Rauch-Streit helfen

Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs dürfen Mieter auf dem Balkon ihrer Wohnung nicht mehr uneingeschränkt qualmen, wenn andere sich dadurch belästigt fühlen.

1 Halten Sie das Urteil für eine vernünftige Entscheidung oder werten Sie es als Eingriff in die Privatsphäre?

Bartnik: Der BGH hat ein salomonisches Urteil gesprochen. Er hat beiden Parteien Recht und Unrecht gegeben. Jetzt müssen sich die beiden Mietparteien auf Zeiten einigen, in denen auf dem Balkon geraucht, beziehungsweise nicht geraucht werden darf.

2 Was sollten Mieter im Streitfall tun?

Bartnik: Wenn sich Mieter nicht selbst einigen können, dann sollten sie einen Schiedsmann zu Rate ziehen. Solche Streitigkeiten sind nichts für Gerichte, dafür hat man schließlich die Schiedsmänner.

3 Wie sieht es mit E-Zigarretten und Grillen auf dem Balkon aus? Kann den Mietern auch das untersagt werden?

Bartnik: Das Grillen ist ähnlich anzusehen, wie das Rauchen, mit einem Unterschied: Hier kann der Vermieter sagen: Auf dem Balkon ist es grundsätzlich nicht erlaubt. Eine Ausnahme besteht bei Gärten. Wenn Mieter dort unbedingt grillen wollen, dann nur am hintersten Ende des Gartens. Bei der E-Zigarette wird man wohl ähnlich vorgehen müssen, wie beim Rauchen. Wenn sich Mieter durch permanenten Wasserdampf gestört fühlen, muss auch hier eine Einigung her. Im Streitfall müssen sich Mieter zusammenraufen.