Schausteller erteilen Zechen-Kirmes eine Abfuhr

Mit den ersten Transportern kündigen sich die Schausteller für die 186. Sterkrader Fronleichnamskirmes an: Auf dem Platz vor dem Technischen Rathaus wird in diesen Tagen das Riesenrad als erstes Fahrgeschäft für den Traditionsrummel aufgebaut, der vom 3. bis 8. Juni rund eine Million Gäste nach Oberhausen locken will. 23 größere Karussells sollen kommen – weitläufige Flächen für sie fehlen zunehmend.

Weil in Sterkrade immer mehr gebaut wird, sind in den letzten Jahren größere Plätze im Stadtteilzentrum weggefallen. Überlegungen, die Kirmes östlich des Sterkrader Bahnhofs um den westlich gelegenen früheren Zechenplatz an der Von-Trotha-Straße auszuweiten, erteilen Stadt und Schausteller aber eine Abfuhr. „Die Kirmes ist eine innerstädtische Kirmes“, sagte jüngst Ordnungsdezernent Frank Motschull deutlich. Das solle sie auch bleiben, stimmte der Oberhausener Schausteller Ronny Schütze zu.

Willi Krenz von der Werbegemeinschaft Oberhausener Kirmessen hält den Vorschlag, den Kirmesplatz ums Zechengelände zu erweitern, für nicht praktikabel. „Man müsste eine Brücke über die Schienen schlagen, das wird nicht funktionieren“, sagte er. Der Untergrund der Industriebrache sei nicht so beschaffen, dass dort große Fahrgeschäfte stehen könnten. Für ihn ist eine Erweiterung aufs Zechengelände deshalb vom Tisch.

Vermisst wird von der Kirmes-Fangemeinde vor allem die große Achterbahn, für die seit dem Wegfall eines großen Grundstücks kein Platz mehr in der Sterkrader Innenstadt gefunden werden konnte. „Die Achterbahn tut uns allen weh“ sagte Krenz. Dennoch sei bei der Sterkrader Kirmes alles vertreten, was das Schaustellergewerbe hergibt.

Einen der Plätze, den die Kirmesleute seit einigen Jahren nutzen können, ist der sogenannte Hirsch-Hügel neben dem gleichnamigen Fachmarktzentrum. Alle sechs Monate würden die Nutzungsverträge mit der Hirsch-Gruppe verlängert, sagte Krenz. „Wenn wir keine Kirmes in Sterkrade haben, stellen wir dort kostenfrei Flächen als Parkplatz zur Verfügung.“