Samu Haber grüßt bei "The Voice of Germany" in Oberhausen nur von der Leinwand

Sie singen nun im Team: Zehn Kandidaten von „The Voice of Germany“ um Gewinnerin Charley Ann Schmutzler.
Sie singen nun im Team: Zehn Kandidaten von „The Voice of Germany“ um Gewinnerin Charley Ann Schmutzler.
Foto: Kerstin Bögeholz
Was wir bereits wissen
Zehn Kandidaten der Casting-Show „The Voice of Germany“ sangen vor 5000 Fans in der Oberhausener Arena ihr erstes Konzert. Coaches wie Samu Haber erschienen nur auf der Leinwand. Ruhm mit ungewisser Haltbarkeit.

Oberhausen.. Diesmal steht der Thron-artige Jurystuhl nur in der Vorhalle und dient unter den in die Arena strömenden Fans als beliebtes Fotomotiv: Acht Halbfinalisten und zwei vom Publikum bestimmte Teilnehmer der Casting-Show „The Voice of Germany“ reisen zurzeit für 16 Konzerte quer durch Deutschland. Die markanten Gesangs-Coaches wie Samu Haber, Stefanie Kloß, Rea Garvey oder Smudo und Michi Beck gibt es aber nur in Videoeinspielern zu sehen.

Gesang diesmal ohne Nervenkitzel

„Ich habe früher meinen Eltern immer etwas vorgesungen. Die fanden es gut, klar, weil es ja deine Eltern sind“, verrät die Show-Gewinnerin Charley Ann Schmutzler (21) kurz vor dem Konzert im Interview, erklärt warum sie sich überhaupt beworben hat. „Ich war zu schüchtern. Eine Freundin hat dann gesagt: Du gehst da hin, sonst köpfe ich dich.“

In der Arena darf sie als erste ins Rampenlicht: Der Innenraum ist bestuhlt. Dass die Halle mit 5000 Fans zur Hälfte besetzt ist, kaschiert wildes Scheinwerferlicht. „Reckoning Song/One Day“ von Asaf Avidan singt sie, versucht die Melancholie des Stückes in die riesige Halle zu transportieren. In einem roten Kleid mit goldener Halskette schreitet sie langsam die glitzernde Showtreppe hinunter. Alleine bleibt die Tochter von Schauspielerin Claudia Schmutzler („Für alle Fälle Stefanie“) nicht lange. Philipp Leon Altmeyer, Lina Arndt, Marion Campbell, Ben Dettinger, René Nocon, Andrei Vesa und Calvin Bynum stehen an ihrer Seite. Im Duett, zu dritt oder alle zusammen. Begleitet von einer mehrköpfigen Band singen sich alle zurück in die Pro-Sieben/Sat 1-Show, die Mitte Dezember endete. Das ist gefällig, aber der Wettbewerb, der Nervenkitzel, er fehlt.

Einige Kandidaten haben Plan B in der Tasche

Zwei Kandidaten schieden schon früher aus, wurden für die Tournee vom Publikum gewählt. Rapper Alex Hartung sorgte im TV noch für Kontroverse, in der Arena ist er mit einer energiegeladenen Eminem-Interpretation Liebling der Fans. „Kaum zu glauben, dass ich früher auf Bühnen stand, die kaum größer waren als eine Musikbox“, sagt er.

Auch vom Publikum bestimmt wurde Anna Liza Risse aus Erkrath. Punkig und quirlig singt sie Nenas „99 Luftballons“. Kleine Bühnen kennt sie von ihrer Schülerband, große nicht: „Die Leute wollen einem das Gefühl geben, dass sie dich mögen und das schaffen sie.“ Dass der Ruhm vergänglich ist, sei ihr klar. „Musik ist harte Arbeit. Ich habe einen Plan B. Ich wollte immer Tierärztin werden, plane ein Studium.“ Doch momentan setzt die 19-Jährige noch voll auf die Musik.

Warum Charley Ann Schmutzler keinen TV-Anschluss hat

Die Coaches Michi Beck und Smudo schreiben Charley Ann Schmutzler noch immer SMS. „Sie sind wie Papis, die gut Party machen können.“ „The Voice“ sei ein gelungenes Format, das TV-Programm sieht die Gewinnerin aber kritisch: „Ich habe keinen Fernsehanschluss. Bei Reality-Shows habe ich das Gefühl, dass ich dabei dümmer werde. Die Fernsehlandschaft zerstört sich damit selbst.“

Die Tournee von „The Voice of Germany“ führt die Kandidaten am 29. Dezember in die Dortmunder Westfalenhalle und am 5. Januar 2015 in die Lanxess-Arena nach Köln.