Sammeltrupp zieht durch Oberhausen Sterkrade

Sabine Janclas, Bernhard Klockhaus und NRZ-Volontärin Nadia Al-Massalmeh (v.l.) packten mit an.
Sabine Janclas, Bernhard Klockhaus und NRZ-Volontärin Nadia Al-Massalmeh (v.l.) packten mit an.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Umweltdezernentin und Bereichsleiter der Stadt griffen zu Picker und Müllsäcken: Sie beteiligten sich an der „Super Sauber Oberhausen“-Aktion.

Obhausen.. Mit klappernden Pickern und gelben Warnwesten setzt sich der Tross in Bewegung, angeführt von Umweltdezernentin Sabine Lauxen. Frank Nottebohm (Bereich Abfallwirtschaft) verteilt noch Handschuhe und blaue Müllsäcke. An der elften „Super Sauber Oberhausen“-Aktion in Sterkrade beteiligen sich nämlich auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung, wie zum Beispiel Bernhard Klockhaus und Sabine Janclas (Stadtplanung). „Gar nicht so einfach“, stellt Janclas fest, während Kollege Markus Werntgen-Orman (Umweltschutz) den Müllpicker schon gut im Griff hat, als die Sammelaktion am Bunker Eichelkampstraße startet.

Stolz ist Lauxen schon zu Beginn, und zwar auf die Oberhausener Bürger: „Es ist toll zu sehen, dass es mit unserer Aktion kontinuierlich bergauf geht.“ In diesem Jahr können die städtischen Wirtschaftsbetriebe (WBO) 4606 Teilnehmer verzeichnen, die 139 Sammelaktionen organisiert haben.

„Uns freut besonders, dass sich immer mehr Schulen und Kitas an der Aktion beteiligen“, betont Lauxen. Auch mehr und mehr Unternehmen hätten zahlreiche Müllsäcke gefüllt.

Zielgenau steuert Thomas Terhart (Stadtplanung) mit seiner Sammelzange einen Zigarettenstummel an: „Wie viel Arbeit schon ein paar Kippen machen.“ Hans-Werner Küppers (Vermessung und Kataster) und Amtsarzt Dr. Henning Karbach versuchen sich derweil an zerbrochenem Glas.

Sammelaktion geht kontinuierlich bergauf

„Unfassbar finde ich diese Müllsäcke“, Lauxen zeigt auf eine mit Unrat gefüllte blaue Tüte am Wegesrand. „Wie kommen Menschen dazu, diese Tüten ins Gebüsch zu werfen? Das ist doch ziemlich aufwendig.“ Kopfschütteln verursacht auch ein völlig intakter Birkenstock-Schlappen, den Sabine Janclas aus den Sträuchern fischt.

Den mit Abstand süßesten, aber auch traurigsten Fund, macht Bernhard Klockhaus. Ein Rotkehlchen fiepst auf seiner Hand. „Hat auf dem Boden gelegen“, erklärt er. Schnell macht sich der Piepmatz aus dem Staub, allerdings nur schwerlich. Ein Flügel funktioniert nicht wie er soll.

Kurze Zeit später ist es dann sehr still. Außer Vogelgezwitscher und flatternden Mülltüten ist nicht mehr viel zu hören, pünktlich um 10.53 Uhr. Mit gesenkten Köpfen gedenken alle der Opfer des Flugzeugunglücks.

Nach der Schweigeminute nehmen die eifrigen Müllsammler ihre Arbeit wieder auf: „Denn nur in einem sauberen Oberhausen leben unsere Bürger auch gerne“, erklärt Sabine Lauxen. „Wenn wir Leute in unsere Stadt locken und die Jugend hier halten wollen, müssen wir für ein sauberes Stadtbild sorgen.“

Die zahlreichen freiwilligen Helfer brächten außerdem so manche wilde Kippe zum Vorschein. „Dann wird die WBO informiert und holt den Müll ab“, erklärt Nottebohm.

Insgesamt wird im Oberhausener Stadtgebiet noch bis einschließlich Montag gesammelt. Dann steht das große Wiegen an. Dank etlicher Sponsoren wird der Müll so zu Geld gemacht und kommt zwei sozialen Einrichtungen zugute. In diesem Jahr sind es die Vereine „Frauen helfen Frauen“ und „Interkultureller Frauengarten Rose Oberhausen“.