Schlaflos
Rummel und Momente der Ruhe
25.10.2009 | 01:18 Uhr 2009-10-25T01:18:00+0200
Eine Reise durch die zweite Oberhausener Kulturnacht.
Ein ständiges Kommen und Gehen herrscht im Theater. Die Bibliothek ist auch um 22 Uhr hell erleuchtet. Noch zwei Stunden später können Interessierte einen Blick vom Gasometer auf die nächtliche Stadt werfen. Bei der zweiten Kulturnacht „Schlaflos” war es nach Mitternacht, als die letzten Besucher den Heimweg antraten. Stunden vorher gab's einiges zu erleben.
Rein und raus im Theater
Rufe und Musik schallten gegen 20 Uhr aus dem Großen Saal des Theaters. Drei Stunden lang konnten Interessierte die Komödie „Pferd frisst Hut” verfolgen – oder Teile davon, denn die Türen blieben offen. „Die Unruhe hat mich eher gestört”, schildert Julia Scheler. Es sei schwierig gewesen, sich auf das Stück zu konzentrieren. Kein Problem für Pendler: Mit dem Shuttle-Bus ging's zur nächsten Station.
Unbehaglich fühlte sich mancher Besucher, der in der Dunkelheit den Schritt ins Bunkermuseum wagte, wo historische Fotos und Tondokumente ausgestellt waren. Nach dem Verlassen atmeten die Nachtschwärmer auf. Ein beklemmendes Gefühl habe sie verspürt, erzählte eine Besucherin. „Unvorstellbar, dass acht bis zehn Leute in einer der engen Kammern Schutz gesucht haben”, erwiderte eine jüngere Frau. Während der Fahrt zur nächsten Station blieb ihnen Zeit, sich auszutauschen – oder einen Blick ins Programmheft zu werfen.
Das versprach Sternstunden im Gasometer. Im ewigen Dämmerlicht waren die Alphornbläser von „Alp Cologne” kaum auszumachen. Die Musik hingegen schien aus allen Richtungen zu kommen. Rund um die „Manege” hatten sich Zuhörer versammelt und lauschten den ganz eigenen Tönen. Das Gesicht zum Mond hörte auch Britta Pfeiler zu. Den nächsten Stopp hat sie schon im Blick: „Wir wollen noch zur Ludwig Galerie.”
Enttäuschte Vampir-Fans
Während die Erwachsenen – mal schmunzelnd, mal laut lachend – dort durch die Ausstellung „Der Eros der Nasen” schlenderten, konnten Kinder Comics zeichnen, Airbrush-Tattoos entwerfen oder Geschichten anhören. Zur Stärkung gab's warme Speisen.
Zu viel Knoblauch hatten wohl einige Besucher an den Essenständen zu sich genommen. Der von Fans sehnsüchtig erwartete Graf von Krolock aus „Tanz der Vampire” traute sich nicht in den Gasometer – krankheitsbedingt. Eine seiner Kolleginnen jedoch ließ sich jedoch nicht schrecken von der Helligkeit in der Stadtbibliothek, wo das Thema „Mond und Sterne” hieß. Nur von denen war auch für die schlaflosesten Oberhausener nichts zu sehen in dieser Nacht.

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