Rote Karte und Herzluftballons gegen Schwulen-Vorurteile

Der vor wenigen Monaten eröffnete Treffpunkt für homo- und transsexuell orientierte Jugendliche an der Marktstraße wird stärker genutzt.

„Das Interesse steigt“, berichtet Nicole Lötzerich (Mädchenmobil „Flotte Lotte“), die gemeinsam mit Vertretern weiterer Organisationen, darunter die Aidshilfe Oberhausen, am Sonntag an Infoständen für Fragen bereit stand. Genaue Nutzerzahlen gebe es noch nicht. Doch da immer mehr Jugendliche erscheinen, sei neben dem Montag der Donnerstag als Öffnungstag für die rar gesäten Treffpunkte hinzugekommen.

Viele Organisationen machen mit

Schallende Discomusik und herzförmige Luftballons bestimmten das Bild am Sonntag auf der oberen Marktstraße. Der Treffpunkt „Lesbisch, Schwul, Bi, Trans“ (abgekürzt: „LSBT“) fuhr vor dem Beratungsräumen zudem das Mädchenmobil „Flotte Lotte“ vor. Das Ziel lautete: Am „Internationalen Aktionstag gegen Trans- und Homophobie“ sollte auch in Oberhausen ein deutliches Zeichen für Toleranz gesetzt werden.

„Wir zeigen der Trans- und Homophobie die Rote Karte“, sagt Marcel Winkel vom Jungenmobil „Manni 2.0“. Die Aufmerksamkeit nutzte der Jugendtreff, der vom Ev. Kirchenkreis Oberhausen und vielen engagierten Helfern betrieben wird, aber nicht nur, um gegen gesellschaftliche Barrieren zu kämpfen, sondern zugleich mehr Jugendliche zu bekräftigen, das Angebot zu nutzen. Auch das Jugendparlament Oberhausen unterstützt den jungen Treffpunkt.

Beim Zusammensein sollen die Jugendlichen authentische Ansprechpartner erhalten, anders als bei anonymen Telefongesprächen. „So steigt das Vertrauen“, sagt Nicole Lötzerich. Bei den Fragen gehe es oft um das „Outing“, das öffentliche Bekenntnis, schwul zu sein. Die Gruppe kocht oder unternimmt Ausflüge. Das Untereinander soll gestärkt, Ängste abgebaut werden.