Rollt bald wieder ein Bücherbus?
06.01.2010 | 18:09 Uhr 2010-01-06T18:09:00+0100
Der Umbau der Zentralbibliothek führt zu einem Katalog von Plänen und Ideen. Hauptsache: Es ist so billig wie möglich.
Noch sehen wir zwar keine Schweißtropfen, aber die Ahnung heftiger Arbeit beschleicht uns schon in Gesprächen mit Kulturdezernent Apostolos Tsalastras und Bibliotheksleiter Dr. Ronald Schneider. „Fieberhaft” und „intensiv”, das sind die Wörter, mit denen beide jene Tätigkeiten beschreiben wollen, die der bevorstehende Umbau des Bert-Brecht-Hauses auslöst.
Wobei die Wortwahl „bevorstehender Umbau” bereits zu fast heftiger Reaktion führt: „Es gibt keinen konkreten Zeitplan”, beharrt Schneider, der dem Service-Personal in der Zentralbibliothek eine Sprachregelung verpasst hat. Bei Fragen des Publikums soll demnach gesagt werden, 1.: Es gibt noch nichts Konkretes; 2.: Wenn es Termine gibt, wird informiert; 3.: Wenn die Zentralbibliothek geschlossen werden muss, wird so viel Ersatz geschaffen wie eben möglich. „Wir suchen fieberhaft nach Möglichkeiten”, ergänzt Schneider, der offenbar schon einen kleinen Katalog hat. „Am 26. Januar”, kündigt Tsalastras an, „werden wir im Kulturausschuss umfassend informieren.”
2,5 Millionen Euro
Was die Suche nach Möglichkeiten für die Umbauzeit, deren Länge zur Stunde angeblich nicht beziffert werden kann, vor allem bestimmt, ist der finanzielle Aspekt. Aus dem Konjunkturpaket II stehen der Stadt für den Umbau sowie die Neugestaltung des Saporoshje-Platzes vier Millionen Euro zur Verfügung, und 2,5 Millionen davon sind für das Haus reserviert. „Das sind nicht allein die Mittel für den Bau”, erläutert Tsalastras, „davon müssen auch die Übergangslösungen finanziert werden.” Im Gespräch ist offenbar ein Maßnahmenbündel: Ausweitung der Öffnungszeiten in den Stadtteilbibliotheken, Nulltarif bei Fernleihen aus anderen Städten, Ausleihe des Bücherbusses der Stadt Mülheim, Einrichtung einer provisorischen Zentrale in der City, Anbindung der Schulbibliotheken im Innenstadtbereich.
Wenn umgebaut wird, müssen alle Medien raus aus dem Haus, das erfordert Platz. Den beziffert Schneider auf „tausend Quadratmeter Minimum”.
Geringer dürften die Probleme der Volkshochschule sein. Die Verwaltung der VHS kann bleiben, in Anspruch genommen werden aber Seminarräume im Erdgeschoss, die nicht mehr zur Verfügung stehen werden. „Da schauen wir uns nach Möglichkeiten in den Schulen um”, ist Tsalastras in diesem Punkt recht unbesorgt.
2003 sollte die Bibliothek wegen des schon damals geplanten Umbaus für 18 Monate ins TZU ziehen, was angeblich 1,5 Millionen Euro kosten sollte.

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