Reuschenbach zieht sich aus Bauprojekt in Sterkrade zurück

Das Stammhaus der Metzgerei Reuschenbach in Sterkrade soll abgerissen werden.
Das Stammhaus der Metzgerei Reuschenbach in Sterkrade soll abgerissen werden.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bernd-Josef Reuschenbach sollte Miteigentümer des erwarteten Neubaus werden. Nun baut der Fleischermeister aber selbst.

Oberhausen.. Überraschend hat sich der Sterkrader Fleischermeister Bernd-Josef Reuschenbach aus dem im Stadtteilzentrum so sehnlich erwarteten Neubauprojekt am heruntergekommenen Kaiser-und-Ganz-Haus komplett zurückgezogen.

Als Miteigentümer des zunächst von der Stadttochter OGM geplanten Bauprojekts sollte Reuschenbach ein Bistro in dem zentralen Wohn- und Geschäftsgebäude betreiben und dafür seine Filiale im störenden Center-Point-Stahlbau zwecks Abriss aufgeben. Stattdessen will der Kaufmann nun selbst bauen: Auf dem Grundstück des 150 Jahre alten Firmen-Stammhauses an der Brandenburger Straße soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, in das die Center-Point-Filiale einzieht. „Wir gehen zu den Wurzeln unseres Familienbetriebs“, sagt Reuschenbach.

Reuschenbachs Rückzug gefährdet Pläne nicht

Reuschenbachs Rückzug aus dem Kaiser-und-Ganz-Projekt gefährde den Neubau mit 17 Wohnungen nicht, beschwichtigt der Osterfelder Investor Heinz Reimann erste Zweifler: „Das Projekt wird wie geplant umgesetzt.“ Hartmut Schmidt, Chef der Stadttochter und Ideengeberin OGM, stellt in Aussicht, dass im nun freigewordenen Erdgeschoss des Neubaus Platz für anderes Gewerbe wäre. „Wir haben mehrere Optionen, die wir nun prüfen werden.“ Die Postbank, die AOK und auch Institutionen der Wohlfahrtpflege hätten Interesse angemeldet.

Es ist ein Dreiklang, mit dem die SPD im Kommunalwahlkampf 2014 geworben hat: An der Kreuzung Steinbrink- und Bahnhofstraße will die OGM das Stadtmittehaus sanieren, anstelle der Schrottimmobilie „Kaiser und Ganz“ soll ein modernes Gebäude errichtet werden und der als störend empfundene Stahl- und Glasrundbau „Center-Point“ soll abgerissen werden. Dazu muss Reuschenbach den 1997 gebauten Center-Point verkaufen. Er will den Rundbau auch wie gehabt an die OGM verkaufen. Am Kaufpreis (560 000 Euro) ändert sich laut OGM nichts.

Center-Point soll 2016 abgerissen werden

2016 soll der Center-Point abgerissen werden, bis dahin müsste Reuschenbach mit seiner Filiale in sein neues Geschäftshaus umziehen. Die an der Steinbrinkstraße gelegene Produktion von Fleischerei-Waren soll in eine Großgarage an der Robert-Koch-Straße verlagert werden, das alte Haus wird dann abgerissen. Es entsteht ein bis zu fünfgeschossiger Neubau mit bis zu zwölf Mietwohnungen, Parkplätze und Ladenlokal wohl mit dem Verkauf von Bio-Waren. Genehmigungen stehen aus.

Er wolle dies nicht als Entscheidung gegen das Neubauprojekt am Kaiser-und-Ganz-Haus verstanden wissen, sagt Reuchenbach. „Ich möchte etwas für die nächste Generation unseres Familienunternehmens tun.“ Das Stammhaus, in dem Reuschenbach mit Familie auch lebt, sei alt und im Betrieb teuer. Seine Kinder wollen die Fleischerei in siebter Generation übernehmen. „Für sie investiere ich in unser Unternehmen“, sagt der 57-Jährige.