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Razzia im Rotlichtviertel

21.01.2013 | 15:00 Uhr
Mit einem Großaufgebot rückte die Polizei am Freitag zur Razzia im Oberhausener Rotlichtviertel an. Viel los war an dem Abend nicht.Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  An der Oberhausener Flaßhofstraße herrscht eine ungewohnt schüchterne Stille. Die Polizei rückt an. Im Visier hat sie Frauen, die sich gesetzwidrig in Deutschland aufhalten oder gar verschleppt wurden

Breitschultrig und dick verpackt stehen die Polizisten vor dem neonpink beleuchteten Panoramafenster und in grellgelben Hauseingängen. Dahinter sitzen etwas verloren Frauen auf Hockern in der typisch „leichten Uniform“ des Rotlichtviertels.

Die Szene an der Flaßhof­straße wirkt ruhig, aber zugleich angespannt. 180 Polizisten haben sich an diesem Abend den Sperrbezirk vorgenommen. Doppelt so viele wie noch beim letzten Einsatz. Sie suchen nach Frauen, die sich hier illegal aufhalten, die womöglich gar verschleppt wurden.

Das Geschäft mit dem Sex eingefroren

Es herrscht eine ungewohnt schüchterne Stille im Oberhausener Freudenviertel. Kaum was los. Die Kälte scheint auch das Geschäft mit dem Sex eingefroren zu haben. Die sehr ruhige, aber massive Polizeipräsenz vor und in den Gebäuden zeigt zudem einschüchternde Wirkung. Die Frauen tun einem fast leid, es sieht auf den ersten Blick so aus als würden sie zu Opfern ihres Berufs.

Der Eindruck täuscht jedoch. Manche sind es offenbar schon längst, denn auch bei dieser Razzia findet die Polizei neun Frauen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Ob sie gegen ihren Willen hier sind oder zur Prostitution gezwungen wurden, bleibt vorerst unklar. „Sie müssten es uns deutlich sagen, nur dann können wir ihnen auch helfen“, erläutert der Oberhausener Polizeisprecher Axel Deitermann das Dilemma für die Beamten. Andernfalls übernimmt die Ausländerbehörde und weist die Frauen aus dem Land. Dann kann es passieren, dass sie erneut eingeschleust werden. Es ist nicht einfach, dem illegalen Menschenhandel einen Riegel vorzuschieben.

Beamtinnen sind zur Sicherheit dabei

Das Vorgehen der Polizisten, die zum großen Teil aus Düsseldorf und Dortmund gekommen sind, ist deshalb bestimmt, aber besonnen: Bei den Überprüfungen sind immer auch weibliche Beamten als Zeugen dabei – das dient ebenso der Sicherheit der Polizisten vor falschen Anschuldigungen. Auch das kommt bei solchen Einsätzen vor. Zudem begleiten mehrere Sozialarbeiter die Razzia.

Sie dürfte schon einige Tage zuvor geplant worden sein. Am Freitag bespricht man gegen 18 Uhr im Präsidium am Friedensplatz noch einmal die Vorgehensweise. Wer um diese Zeit dort vorbeiging, ahnte wohl, dass ein Großeinsatz bevorstand. Nur nicht wohin.

  1. Seite 1: Razzia im Rotlichtviertel
    Seite 2: Einsatzwagen riegeln Sperrbezirk ab

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Kommentare
22.01.2013
18:54
Razzia im Rotlichtviertel
von mikonczak | #2

Ich vergaß:

Der erste Montag im Monat zwischen 8.00 Uhr und 12.00 Uhr wäre geeignet. Dann ist Zahltag für die Damen aus Südosteuropa in der "Moneytransfer-Zentrale" Spielcasino 1.OG.

mikonczak

22.01.2013
18:46
Razzia im Rotlichtviertel
von mikonczak | #1

Hüstel, Hüstel

vielleicht sollte eine solche Razzia auch mal wieder dem Bochumer Rotlichtviertel zuteil werden. Dann am besten die Gußstahlstraße mit angrenzender Table Dance Bar und den diversen "Gaststätten" die dort ansässig sind mit einbeziehen. Und bitte nicht das Spielcasino vergessen (incl. 1. Etage!) plus Überprüfung der Halter der Limousinen mit vornehmlich rumänischen Kennzeichen.

Dürfte sich lohnen!

mikonczak

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