Das aktuelle Wetter Oberhausen 11°C
Oberhausen

Raus aus dem Kreisverkehr

12.08.2008 | 18:47 Uhr
Raus aus dem Kreisverkehr

Die CDU stellt Dirk Buttler offiziell als ihren OB-Kandidaten vor. Der Rechtsdezernent sieht in der Stadt einen Mangel an Dynamik und Orientierung. Verwaltung soll schrumpfen, aber ohne Kündigungen

Seine Ziele: Mehr Orientierung, mehr wirtschaftliche Dynamik in OB. Bei seinem ersten Auftritt als Oberbürgermeister-Kandidat der Oberhausener CDU machte Rechtsdezernent Dirk Buttler klar, dass es der Stadt seiner Meinung nach an vielem mangelt, für das er sorgen will.

Dass der selbstbewusste Buttler gegen seinen Vorgesetzten Klaus Wehling in den Ring steigen wird, wusste das politische OB schon länger. Doch erst am Montag wurde er mit einem einstimmigen Votum des CDU-Kreisvorstandes ausgestattet und ist nun ganz offiziell Spitzenkandidat.

Die CDU in Oberhausen eröffnet den Wahlkampf und stellt OB - Kandidaten Dirk Buttler und den Wahlkampfslogan vor. Foto: © Tom Thöne / WAZ

Da Wahlkampfauftritte heutzutage nicht nur absolviert, sondern auch zelebriert werden, hatte sich die Union für die Vorstellung ihres Matadors eine doppelte Symbolik einfallen lassen. Der Termin im windumtosten Kreisverkehr auf dem Stahlwerksgelände – dem Ort des größten Oberhausener Flops – sollte verdeutlichen, dass sich die Stadt im Kreis dreht und keine Ausfahrt nutzt, um weiterzukommen. Und eine überdimensionale Nadel steht dafür, dass „wir Probleme anpieksen und Seifenblasen zerstechen wollen”, so Parteichef Wilhelm Hausmann.

Dirk Buttler präsentierte bei seinem Kandidaten-Debüt einen Katalog, den wohl jeder unterschreiben würde: Angefangen vom Vorrang für neue Arbeitsplätze über Haushaltskonsolidierung und verstärkte frühkindliche Bildung bis hin zur Reduzierung des Flächenverbrauchs in OB. Aber er redete auch Klartext, betonte, dass die Stadt ihre Infrastruktur der schrumpfenden Bevölkerungszahl anpassen müsse. Ohne unpopuläre Maßnahmen ginge dies nicht. Der Bestand an Friedhöfen, die Schulen – alles müsse auf den Prüfstand. Und: Stadtentwicklung bedeute auch den Rückbau bestimmter Wohnviertel.

„Wie viele Standorte braucht eine Stadtverwaltung, welche Aufgaben muss sie erfüllen? Und: Wieviel Eigentum braucht eine Stadt?”, fragte Buttler und gab damit die Linie vor, mit der er als OB die noch zum Haushaltsausgleich fehlenden 95 Mio Euro hereinholen würde. Allerdings: Betriebsbedingte Kündigungen würde es unter ihm als OB nicht geben.

Dass ein Wahlkampf des Verwaltungschefs (SPD) gegen den Rechtsdezernenten (CDU) ungewöhnlich ist und der politische Gegner ihn bald ins Visier nehmen wird, räumt der Stratege Buttler ein. Aber: „Wer Trommeln und Pfeifen nicht vertragen kann, sollte nicht Wahlkampf machen”. Er sehe kein großes Problem darin, gegen Klaus Wehling zu kandidieren und gleichzeitig mit ihm im Verwaltungsvorstand zusammenzuarbeiten: „Wichtig ist, dass wir mit dem gleichen Maß gemessen werden. Wahlkampf heißt doch auch für gute Ideen zu ringen”.

„Wir können mehr” lautet der Slogan, mit dem die Union in den Wahlkampf zieht. Jetzt muss noch der Wähler davon überzeugt werden.

Rolf Kiesendahl

Facebook
 
Kommentare
14.08.2008
11:58
Raus aus dem Kreisverkehr
von capisci | #8

Der Rückzieher ist doch schon wieder eingebaut: Keine betriebsbedingten Kündigungen, den Rest präsentieren wir später... Da eine Stadt nicht pleiter gehen kann, nicht verkauft, abgerissen oder abgewickelt wird, ist es egal was man dem Stimmvieh verspricht. Am Ende sinds die aus Düsseldorf schuld. Erstmal wechseln und Besserung versprechen, danach mit vollen Taschen Achseln zucken.

13.08.2008
21:17
Raus aus dem Kreisverkehr
von Ronda | #7

Das kann der positive Wind sein...
Es gibt einen Spruch: Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber es muss anders werden, um besser werden zu können.
Darum: ich drücke alle Daumen, dass der Wechsel in Oberhausen seine Chance bekommt.

13.08.2008
19:19
Raus aus dem Kreisverkehr
von K. Humanum | #6

Die Stadtregierung in der jetzigen Form kann nicht bleiben. Die Neuverschuldung aufgrund zweifelhafter Projekte und deren Wirtschaftlichkeit hält nach wie vor an.
Herr Klunk und Co. konnten sich an wahlkampforientierten Projekten in den letzten Jahren festmachen, aber diese Macher werden sich meiner Einschätzung nach in der nächsten Zeit aus Ihrer Verantwortung entziehen, wie es Herr Drescher getan hat.
Vielleicht gibt es noch Unternehmen oder Seilschaften aus deren früheren Leben, die den Herren eine neue Grundlage schaffen.

13.08.2008
16:26
Raus aus dem Kreisverkehr
von Tim | #5

OB in Oberhausen zu werden?!? Würd ich mir dreimal überlegen. Die Aufgabengebiete, indenen die Stadt noch selbstverantworlich handeln kann, werden Tag für Tag kleiner. Vieles wird von Düsseldorf, also der Bezirksregierung vorgeben. Ob sich die CDU als Sündenbock der Bezirksregierung nen Gefallen tut...? Mal sehen. Viel Glück.

13.08.2008
10:57
Raus aus dem Kreisverkehr
von Herstelle | #4

Ich finde es bemerkenswert das sich Herr Buttler in so einer SPD lastigen Stadt zur Wahl stellt. Das zeigt ein hohes Maß an Selbstvertrauen und Ergeiz.
Es muss doch eigentlich jedem klar sein das Oberhausen sparen muss. Jede Ausgabe muss genauestens auf den Prüfstand gestellt werden und wenn es nötig ist eingespart oder gekürtzt werden.Da dürfen wir als Oberhausener nicht sagen Ne geht nicht. Es geht um unsere Stadt und die SPD hat es in den letzten Jahren versäumt ordentliche Politik zu gestalten. Die Stadt braucht einen Mann der dies anpacken und durchsetzen kann. Herr Buttler ich wünsche Ihnen auf diesem Weg viel Erfolg!!!

13.08.2008
10:22
Raus aus dem Kreisverkehr
von urad | #3

Herr Buttler hat klar gesagt in welche Richtung er geht, er will das der städtische Haushalt gnadenlos zusammengestrichen wird und wenn er davon spricht das vorbehaltlos überprüft werden soll welche Aufgaben eine Stadt erledigen muss, dann heißt das das alle freiwillige Aufgaben wie Bibliotheken, alle Ausgaben im Kinder-und Jugendbereich ebenso wie Unterstützung für alle weiteren Hilfsangebote (zB. Aidshilfe, Frauenhaus usw.) getsrichen werden. Keine finanzielle Unterstützung mehr für Vereine und deren Feiern, egal wenn hier wertvolle sozialpolitisch wichtige ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, ist schließlich ehrenamtlich - kostet also nix. Gut so.
Da werden dann nicht nur 7 Platzanlagen geschlossen (was ich auch für falsch halte) sondern alles geschlossen was sich in irgendeiner Weise vermarkten lässt.
Außerdem sollte geprüft werden was alles im Eigentum der Stadt bleiben sollte, also wird alles verkloppt was nicht Niet-und Nagelfest ist, die Beteiligungen an der EVO, Müllverbrennung, Alteneinrichtungen, OGM, WBO usw.
Das bedeutet für uns Bürger es gibt nix mehr günstig sondern nur zu deutlich erhöhten Tarifen und das in einer Stadt in der ein Großteil der Einwohner staatlich gefördert lebt. Aber vielleicht ist das das ferne Ziel der Oberhausener CDU, das Klientel welches als nicht wünschenswert angesehen wird aus diese Stadt durch mangelnde Unterstützung zu vertreiben und nur noch ab der sogenannten gesunden Mittelschicht als Einwohnergenehm anzusehen.

13.08.2008
09:52
Raus aus dem Kreisverkehr
von dcarleitermann | #2

Mit welchen Geld soll was neues gestaltet werden? Wir sind pleite!! Es geht nicht mehr um die SPD oder CDU. Sondern gestaltet wird die Stadt Oberhausen von der OGM und WBO. Das sind auch dieTräger welche die Stadt massgeblich gestalten. Die OGM hat als Festung der SPD bessere Chancen die WBO auflaufen zu lassen.

13.08.2008
09:25
Raus aus dem Kreisverkehr
von capisci | #1

Heiße Luft aus leeren Jacken! Käme jemd. mit einem schlüssigen Konzept und würde den Eindruck vermitteln es umsetzen zu können, ich würde glatt wieder wählen gehen.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1409189/create

Umfrage der Woche
Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Brings im Ebertbad in Oberhausen
Bildgalerie
Konzert
Stimmen zum Rauchen
Video
Video
Radrennen in Oberhausen
Bildgalerie
Pfingstradrennen
Wohnhausbrand in Lirich
Bildgalerie
Feuer
Aus dem Ressort
Bald beginnt die Sterkrade Fronleichnamskirmes
Volksfest
Das Volksfest sei nicht weniger bedeutsam als Crange, finden Schausteller. Am Mittwoch geht’s los.
Rot-Grün: Hallenbäder bleiben offen
Kommunalpolitik
Oberhausener Regierungskoalition beerdigt Sparplan der Stadtverwaltung. Schließung von Sterkrade und Alt-Oberhausen sollte 2,7 Millionen Euro bringen