Rauere Sitten bekämpfen

Der Ton auf den Oberhausener Straßen wird rauer und die Rücksichtnahme anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber geringer: Die Polizei hat gestern auf ihrer Pressekonferenz zur Unfallstatistik einige Entwicklungen angesprochen, die den Bürgern dieser Stadt nicht gefallen dürften. Immer öfter sind Autofahrer mit Handy am Ohr unterwegs, scheren sich Fahrradfahrer nicht um Verkehrsregeln, macht man sich nach einem Unfall aus dem Staub. „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“, mag es da dem einen oder anderen durch den Kopf schießen, wenn diese Vergehen reflexartig als Bagatellen abgetan werden. Welcher Oberhausener hat sich schließlich noch nie selbst dabei ertappt, zu schnell in einer Tempo-30-Zone unterwegs gewesen zu sein oder eine Ampel bei Rot überquert zu haben?

Glaubt man den Ausführungen der Polizei, handelt es sich jedoch längst nicht mehr nur um Einzelfälle, die als Kavaliersdelikte durchgehen können. Die Dunkelziffer etwa bei der Handynutzung am Steuer dürfte sehr hoch sein. Die Ankündigung, im Zweifelsfall Handys zu beschlagnahmen, um eine Unfallursache aufzuklären, ist daher zu begrüßen.