Rathauskantine bleibt zunächst geschlossen

Robin Food-Geschäftsführer Martin Wichmann gibt den Kantinen-Betrieb auf.
Robin Food-Geschäftsführer Martin Wichmann gibt den Kantinen-Betrieb auf.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Betreiber Robin Food Catering ist insolvent und stellt den Betrieb in der Rathauskantine Oberhausen ein. Gründe für dies Entwicklung gibt es viele.

Oberhausen.. Aus persönlichen Gründen stellt der Betreiber Robin Food Catering überraschend ab dem 22. Dezember den Betrieb der Rathauskantine ein: Im Vorweihnachtsstress ging die Mitteilung des Personaldezernenten an die städtischen Mitarbeiter beinahe völlig unter. Doch jetzt, nachdem alle wieder an Bord sind, wird seine Auswirkung mit Bedauern registriert. Betroffen sind auch Mitarbeiter der Arbeitsagentur, des TZU und des Fraunhofer Instituts, wo Robin Food ebenfalls Mittagstische anbot, sowie Bürger, die diese Kantinen gern nutzten.

Für die Insolvenz seiner Firma gibt Geschäftsführer Martin Wichmann „viele Faktoren“ an. „Ich kann die Preise nicht anheben, obwohl die Einkaufskosten immens gestiegen sind. Da sind die Verhandlungen mit der Stadt schwierig.“ Punkt zwei: die Gesundheit. „Die Gastronomie ist ein anstrengender Job und ich kam seit acht Jahren nicht mehr dazu, zum Arzt zu gehen.“

Punkt drei: die nachlassende Nachfrage. „Als am Fraunhofer der Lidl eröffnet hatte, haben wir sehr viele Kunden verloren. Die Konkurrenz ist groß, überall gibt es Kaffeeküchen und Snackmöglichkeiten.“

„Ich bin stolz auf meine Firma“

Sein Konzept – Gutes und Frisches zum erschwinglichen Preis, in der Arbeitsagentur-Küche gekocht zu den anderen Kantinen geliefert – sei im Grunde gut gewesen, sagt Wichmann. „Ich bin stolz auf meine Firma.“ Wegen der defekten Dunstabzugshaube der Rathausküche habe das Essen dort ohnehin nicht gekocht, sondern nur erwärmt werden können.

Durch Kundenschwund sei er im Verlauf der Jahre gezwungen gewesen, sein Team zu reduzieren. „Die meisten konnte ich in andere Jobs vermitteln, am Ende waren wir nur noch zwölf.“

„Es wird geprüft, unter welchen Bedingungen die Versorgung der Beschäftigten weiter geführt werden kann“, teilte die Stadt ebenfalls mit. Bei insgesamt nur maximal 400 Essen pro Tag ist allerdings offensichtlich, dass ein Großteil der Beschäftigten sich anderweitig beköstigt.