Rakete im Reetdach löste Feuer im „Irish Pub“ am Centro aus
02.01.2013 | 16:32 Uhr 2013-01-02T16:32:00+0100
Oberhausen. Eine verirrte Rakete ist nach Angaben der Polizei der Auslöser für den Brand im "Irish Pub" an der Centro-Promenade gewesen. Die Beamten ermitteln wegen fahrlässiger Brandstiftung. Erst nach sieben Stunden gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Nach dem Brand eines reetgedeckten Hauses in der Kneipenmeile des Oberhausener Einkaufszentrums Centro ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung. Eine verirrte Rakete sei nach Zeugenaussagen die Ursache für das Feuer in der Silvesternacht, hieß es am Mittwoch. Das Zünden von Feuerwerkskörpern ist in unmittelbarer Nähe von Häusern mit Reetdach verboten.
Kurz nach Mitternacht hatte der Dachstuhl einer Kneipe Feuer gefangen. Die Flammen hatten sich trotz Löscharbeiten zunächst unterhalb der Oberfläche ausgebreitet. Mehr als 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Erst nach sieben Stunden gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Schadenshöhe ist weiter unklar. Zwei Menschen hatten bei dem Brand leichte Rauchvergiftungen erlitten.
„Am Anfang hat es nur auffällig gequalmt"
Augenzeugen erinnern sich: „Am Anfang hat es nur auffällig gequalmt. Später schossen große Flammen aus dem Dach.“ In der Silvesternacht waren um 0.12 Uhr die ersten Notrufe in der Leitstelle der Feuerwehr eingegangen. Zu diesem Zeitpunkt feierten tausende Menschen auf der Promenade noch ausgelassen den Jahreswechsel.
Das änderte sich schnell. Der in Brand geratene „Irish Pub“ wurde sofort evakuiert. Dies geschah nach Angaben der Polizei ohne größere Zwischenfälle. Zwei Personen wurden aufgrund der Rauchentwicklung verletzt. „Wir sind froh, dass nicht mehr Personen zu Schaden gekommen sind“, sagt Centro-Manager Markus Remark am Tag nach dem Feuer. Remark war noch in der Nacht vor Ort. Eine anwesende Brandwache hatte das Feuer bereits früh entdeckt. Remark: „Allerdings war es aufgrund des starken Windes und der unübersichtlichen Konstruktion des Daches nicht möglich, die Flammen zu erreichen.“
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22:27
Es ist bedauerlich, dass der Pub abgebrannt ist. Gut, dass es keine Toten gab.
Der Mieter, der Eigentümer u.a. haben nun Probleme, Sorgen, vieles zu regeln.
Ob Reetdach oder nicht, jedes Haus ist beim Abbrennen von Feuerwerk gefährdet.
In unserer Siedlung stehen mehrere Häuser mit Ständerwerk-Konstruktion (Holz) - ökologisch sinnvoll konstruierte Gebäude. Es gibt aber dennoch jedes Jahr wieder Nachbarn, die kein Verständnis haben, wenn man sie bittet neben diesen Gebäuden kein Feuerwerk zu zünden.
Das Verhalten in der Sylvesternacht ist stets dasselbe - Feiernde (nicht alle sind so) wollen keinen Dreck vor der eigenen Haustür und brennen ihr Feuerwerk nur allzugern vor Nachbargrundstücken ab (am liebsten bei Nachbarn, die verreist sind). Selbst wenn Leute mit Sachverstand (da Mitglied der freiwilligen Feuerwehr) sie bitten dies zu unterlassen.
Bislang sind - Gott sei Dank- nur (!) Hecken, Sträucher, Bäume und letztes Jahr ein Brennholzstapel in Brand geraten.
17:14
Es gibt eine Versicherung, einen Mieter, der eine Kneipe betreibt und einen Gebäudeeigentümer. Darüber hinaus waren ein paar Gäste sowie die Feuerwehr betroffen. Kommentare schreiben hier aber nicht die, die betroffen sind, sondern irgendwelche Besserwisser, die ihr „Fachwissen“ von Google haben. Köstlich, die Kommentare hier.
Ein vernünftiger Kommentar. Was ich hier vermisse: Niemand hat sich mal Gedanken gemacht, dass über Nacht einige Menschen ohne Arbeit sind. Es ist sicherlich nicht schön, wenn jemandem das ausgerechnet über Silvester passiert.
- dass "Internet-wissen" dämlich ist?
- dass Sie ein Experte im Versicherungsrecht sind?
- dass Sie ein Experte allgemein sind und alle bisherigen Kommentatoren für Sie - wenn schon nicht absolut dumm, aber wenigstens - dümmer als Sie sind?
ODER dass Sie Einsicht in die konkrete Versicherungspolice hatten und deshalb mehr wissen als wir?
Seien Sie fair, lassen Sie uns an Ihrem Wissen teilhaben.
11:57
Hätte man dieses Reetdach im Vorfeld verboten oder wegen des reetdachs das Abbrennen von feuerwerkskörpern in der Nähe des Centro untersagt, wären alle wieder über diese "Regulierungswut" deutscher Behörden hergefallen.
Was hat es vor kurzem schon für einen Aufschrei gegeben, als Brandmelder für Wohnungen zur Pflicht gemacht wurde. Bevormundung etc, konnte man da lesen.
Aber immer wenn etwas passiert, wird der böse Staat verantwortlich gemacht, dass er das nicht verhindert hat.
Irgendwie etwas zu simpel.
Das Abbrennen von Feuerwerk im 200 Radius von Fachwerk- oder Reetdachhäusern ist seit 30 Jahren schon verboten.
Das mit den Brandmeldern ist auch eine eigentlich nicht hinnehmbare Bevormundung.
Hätte man gesagt macht euch einen Brandmelder in die Wohnung und Ihr bekommt eine vergünstigte Brandschutzversicherung, wäre alles tutti, aber dieser Zwang geht garnicht. Das Verbot des Abfeuerns von Feuerwerkskörpern in der Nähe von leichtentzündlichen Gebäuden, insbesondere dann wenn sie öffentlich zugänglich sind, hingegen ist eine logische Konsequenz. Hier wird ja nicht generell Verboten Feuerwerkskörper zu Zünden, sondern nur an diesem Ort wo es nunmal Brandgefährlich ist. Wer Silvester böllern möchte sollte sich dann eben in einen sicheren Bereich begeben. Mal abgesehen davon, das die Mischung Alkohol und Feuerwerk an sich schon keine gute ist, was ich da diesjahr wieder erlebt habe geht auf keine Kuhhaut, aber das ist ein anderes Thema.
@ 15-2 man könnte auch so argumentieren, dass die Versicherungen eine höherer Prämie nehmen dürfen, wenn kein Rauchmelder da ist - eine Frage der motivationsfördernden Formulierung.
Es ging mir, wie eigentlich unschwer zu erkennen ist, nicht um Deails der Gesetzgebung, sondern um die gängigen Reflexe:
Macht der Staat uns Vorschriften, die unserer Siucherheit dienen sollen, ist das Bevormundung.
Passiert etwas, wird der Staat beschimpft, weil er das nicht durch irgendwelche Gestze, Vorschriften und Maßnahmen verhindert hat.
15-2 ist da ja wieder ein gutes Beispiel. Normalerweise müsste jeder aus eigenem Interesse sich für 3,95 beim Baumarkt einen Brandmelder holen.
Da das nicht passiert, kommt eben ein Gesetz.
Mit flächendeckenden Brandmeldern in allen Häusern könnte man jedes Jahr den Tod vieler Menschen verhindern.
Das ist wie bei Sicherheitsgurten. Die Gefahr, bei einem Unfall durch die Windschutzscheibe zu fliegen, hat weniger Menschen überzeugt, den Gurt anzulegen, als die Gefahr, erwischt zu werden und ein paar Mark Bußgeld zahlen zu müssen.
Ich hatte Sie von vornherein so verstanden, meine Zwischennote ist der tatsache geschuldet, dass 15-1 und 15-2 keine inhaltliche weiterführende Funktion sondern die andere hat. "smile" falls irgend jemanden Gesetzestexte und deren Historie sowie Feuerwehrbeiträge zum Löschen von Reetdächern interessieren - ich habe etwas hinterlegt in den Kommentaren unter dem 1. Artiker ("Feuerwerkskörper verursacht Großfeuer ...")
@15-2 Das anbringen von Brandmeldern in Privatwohnungen ist längst überfällig und wenn dies nicht durch ein Gesetz geschieht bringt eh keiner freiwillig einen Brandmelder in seiner Wohnung an. Brandmelder besser gesagt Rauchmelder retten leben und ich weiß wovon ich Spreche!! Als Feuerwehrmann habe ich genügend Rauchtote gesehen, die heute noch leben könnten wenn sie in ihrer Wohnung Rauchmelder angebracht hätten. An Ihrer Stelle würde ich hier nicht von einer Bevormundung sprechen, sondern das als eine gesetzliche Vorbeugungsmaßnahme ansehen.
09:01
von notarius | #6-1
"Man kann auch den Sinn des Lebens hinterfragen.
Sprinkler im Gebäude sind auch äußerst hilfreich, wenn das Dach brennt."
Oh durchaus, vor allem wenn der gesamte Innenausbau aus leicht brennbaren Materialien besteht, der Innenraum als Gaststätte genutzt wird und normalerweise innerhalb des Gebäudes mehrere hundert Menschen sind.
Aber ich vergas, bei manchen hört das Denken weit vor dem Tellerrand auf.
08:25
In Dortmund hat der Baum eine eigene Sprinkleranlage - hier war man aber wieder mal nicht in der Lage oder willens im Vorfeld eine entsprechende mobile Löscheinrichtung dort zu positionieren. Wenn man in so einem Gebiet das Abbrennen von Feuerwerkskörpern erlaubt und es dort Gebäude gibt, die entsprechend gefährdet sind muss man das entweder von Seitens des Ordnungsbehörden verbieten oder nur unter entsprechenden Auflagen zulassen. Aber die Ruhrgebietsstädte scheinen aus dem Love-Parade-Unglück eben doch nichts gelernt zu haben. Es hätte auch schlimmer ausgehen können.
08:12
Hoffentlich wird trotz aller Schwierigkeiten der Verursacher gefunden. Für so einen Unsinn ist die Versichertengemeinschaft nicht da.
Ist dieser Beitrag jetzt Ernst gemeint?
Den Verursacher finden!!! Ich lach mich weg!!
aber in solchen Anlagen wird normalerweise alles per Video überwacht. Schwierig aber nicht unmöglich.
04:21
Die vielen vermeintlich empörten Kommentare entziehen sich meinem Verständnis:
- Niemandem ist etwas passiert,
- die Feuerwehr hat scheinbar tolle Arbeit geleistet,
- die Versicherung wird den Schaden ersetzen.
Also, ist doch alles super? Und Reet-Dächer sind hübsch - dass hier mal eines nach ca. 17 Jahren Feuer gefangen hat, dürfte alles in allem zu verschmerzen sein.
- muss es erst Tote geben, um Gründe hinterfragen zu dürfen?
- das die Feuerwehr schlecht gearbeitet hat, hat niemand behauptet
- sicher das die Versicherung zahlt? Wenn ja, wo hat die Versicherung das Geld zur Zahlung her? Selbst gedruckt, oder von doch Versichertenbeiträgen und damit auch Ihrem Geld?
Alles super wäre, wenn der Pub NICHT wegen einer Silvesterrakete abgebrannt wäre.
Betrachtet man die Videos bei youtube, stellt sich die Frage, ob die Feuerwehr mittlerweile nicht mehr in der Lage ist ihre Aufgabe, Feuer zu löschen, wirksam zu erfüllen. Die "Löschversuche" sehen jedenfalls ziemlich dilettantisch aus. Als das Feuer noch in nder Entwicklung war, wurde offensichtlich das Löschen erstmal wieder eingestellt und später über die Leiter mit einem einzelnen Rohr wieder aufgenommen. Reet ist zwar schwer zu löschen, aber hier sollte eine Untersuchung stattfinden, ob hier nicht der meiste Schaden durch einen besseren Einsatz der Feuerwehr hätte verhindert werden können. Ich bin eigentlich ein Feuerwehr Fan, aber allmählich habe ich das Gefühl, daß bei der Feuerwehr einiges im Argen liegt.
Da hast Du wohl ein paar Spiegelstriche ausgelassen....
- eine Menge Menschen haben ihren Job am Montag verloren
- noch mehr Menschen haben eine beliebte Party-Location verloren
- ersetzt die Versicherung auch den wirtschaftlichen Schaden der dadurch entsteht, dass der Pub ab sofort nicht mehr bewirtschaftbar ist?
Reet-Dächer, die bekanntermaßen leicht entzündbar sind, haben NICHTS auf einem Pub auf einer Partymeile zu suchen!!! Und schon gar nicht dürfen dann dort Silvesterraketen abgefeuert werden. Das CentrO-Management hat äußerst fahrlässig gehandelt. Ein Wunder, dass nicht früher etwas passiert ist und Gott sei Dank, dass nicht noch Menschen verletzt wurden.
Totaler Blödsinn den Sie hier aufgrund ihrer Unwissenheit verbreiten. Die Videos -aus den Augen eines Fachmanns- betrachtet, zeigen eine sehr schwierige Einsatzstelle in Kombination mit einer ungünstigen Einsatzzeit.
Was diese Videos überhaupt nicht zeigen, ist die Arbeit der Oberhausener Kollegen in gänze. Es wird lediglich eine Drehleiter gezeigt, zu einer Zeit, wo sich der Einsatz noch entwickelt.
Zum Ende sehen wir einen Dachstuhl im Vollbrand, dessen Verhinderung nicht mehr möglich war. Nicht mit den Mitteln, die man zur Hand hatte.
Oder können Sie auf diesen Videos mehr erkennen, als es ein gewöhnlicher Mensch sehen kann?
Wahrscheinlich nicht. Eher ist es so, daß hier unerfahrenheit in Kombination mit vorschnellen (und absolut falschen) Schlüßen gezogen wurde, diese dann in Worte "gekleidet" wurden, ohne wirklich zu wißen was man schreibt.
Naja. so ist es eben.
@11-2 Das was Sie hier von sich geben ist völliger Blödsinn!!! Da sieht man mal wieder das Sie nicht im geringsten Ahnung davon haben was es eigentlich heißt Feuerwehrmann zu sein. Machen sie erst mal die Ausbildung zum Feuerwehrmann bevor Sie hier etwas zum besten geben. Ich bin voll ausgebildeter Feuerwehrmann und weiß im Gegensatz zu Ihnen wovon ich spreche.
Ich bin ganz Ihrer Meinung, vernünftiger kann man es nicht ausdrücken.
01:06
Da möchte ich doch mal die Frage von
ruhrgebieti | #3
nochmal aufgreifen:
"Wieso muß man ein Haus aus hochgradig brandgefährlichem Material gebaut werden?"
und noch besser....
"Menschen in früheren Jahrtausenden hatten das Argument, daß nichts anderes als Baumaterial da war. Heute gilt das nicht mehr."
Ich glaube, da haben viele bis Heute bei all der Vielzahl an Baustoffen nichts dazugelernt. Meist ist es dann auch noch die Kostenfrage. Mag ein Reetdach viel teurer sein als ein konventionell gedecktes. Dementsprechend selten sind sie auch. Billig wird es bei brandgefärlichen Polystyrol-Wärmedämmungen, und die werden deshalb momentan massiv eingesetzt. Der Brandschutz mit Flammschutzstoffen und Mineralwollestreifen gelten als wenig nutzbringend. Da kommt noch einiges auf uns zu.
23:33
Natürlich darf man am Centro knallen. Lt. Gesetz ist das Abrennen von Pyrotechnik nur in unmittelbarer Nähe zu Gebäuden mit Reetdach verboten. Unmittelbarer Nähe heißt, direkt daneben. Das Gesetz schließt auch Altenheime, Krankenhäuser, Kirchen und Kinderheime ein. Würde das Gesetzt mit "unmittelbar" einen Abstand von 200m meinen, dürfte in so gut wie keiner Stadt mehr ein Feuerwerk gezündet werden. Auch auf Sylt ist übrigens das Abrennen von Feuerwerk zu Silvester in Teilen von Hörnum, Wenningstedt-Braderup und Westerland erlaubt (siehe Homepage von Sylt). Übrigens können nicht nur Reetdächer brennen. Es soll Einkaufscenter geben, die sind ganz ohne Reet abgebrannt (etwa vor Jahren das Bero oder Hellweg). Es ist niemand ernsthaft verletzt worden, die Maßnahmen zum Schutz der Gäste haben hervorragend funktioniert. Also, was fordern Sie? Rettungswesten? Tragbare Feuerlöscher für jeden Gast?
Ganz einfach ich fordere hier ein absolutes Feuerwerksverbot am Centro und keine Baugenehmigung für ein Gebäude mit Reetdach, wie das endet hat man ja jetzt gesehen.