Rakete im Reetdach löste Feuer im „Irish Pub“ am Centro aus

Das „Irish Pub“ an der Centro-Promenade am Neujahrstag: Ein Feuerwerkskörper hatte das Feuer entfacht, gegen das die Feuerwehr Oberhausen stundenlang kämpfte.
Das „Irish Pub“ an der Centro-Promenade am Neujahrstag: Ein Feuerwerkskörper hatte das Feuer entfacht, gegen das die Feuerwehr Oberhausen stundenlang kämpfte.
Foto: Ulla Emig
Was wir bereits wissen
Eine verirrte Rakete ist nach Angaben der Polizei der Auslöser für den Brand im "Irish Pub" an der Centro-Promenade gewesen. Die Beamten ermitteln wegen fahrlässiger Brandstiftung. Erst nach sieben Stunden gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Oberhausen.. Nach dem Brand eines reetgedeckten Hauses in der Kneipenmeile des Oberhausener Einkaufszentrums Centro ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung. Eine verirrte Rakete sei nach Zeugenaussagen die Ursache für das Feuer in der Silvesternacht, hieß es am Mittwoch. Das Zünden von Feuerwerkskörpern ist in unmittelbarer Nähe von Häusern mit Reetdach verboten.

Kurz nach Mitternacht hatte der Dachstuhl einer Kneipe Feuer gefangen. Die Flammen hatten sich trotz Löscharbeiten zunächst unterhalb der Oberfläche ausgebreitet. Mehr als 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Erst nach sieben Stunden gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Schadenshöhe ist weiter unklar. Zwei Menschen hatten bei dem Brand leichte Rauchvergiftungen erlitten.

„Am Anfang hat es nur auffällig gequalmt"


Augenzeugen erinnern sich: „Am Anfang hat es nur auffällig gequalmt. Später schossen große Flammen aus dem Dach.“ In der Silvesternacht waren um 0.12 Uhr die ersten Notrufe in der Leitstelle der Feuerwehr eingegangen. Zu diesem Zeitpunkt feierten tausende Menschen auf der Promenade noch ausgelassen den Jahreswechsel.

Das änderte sich schnell. Der in Brand geratene „Irish Pub“ wurde sofort evakuiert. Dies geschah nach Angaben der Polizei ohne größere Zwischenfälle. Zwei Personen wurden aufgrund der Rauchentwicklung verletzt. „Wir sind froh, dass nicht mehr Personen zu Schaden gekommen sind“, sagt Centro-Manager Markus Remark am Tag nach dem Feuer. Remark war noch in der Nacht vor Ort. Eine anwesende Brandwache hatte das Feuer bereits früh entdeckt. Remark: „Allerdings war es aufgrund des starken Windes und der unübersichtlichen Konstruktion des Daches nicht möglich, die Flammen zu erreichen.“

Zwei Personen durch Rauch verletzt

Brand Ein Problem, mit dem auch die alarmierte Feuerwehr zu kämpfen hatte. Der Wind breitete die Flammen schnell über das gesamte Dach aus, die Inneneinrichtung des dreistöckigen Gebäudes besteht zudem zum Großteil aus Holz. Die Flammen hatten sich von außen nicht sichtbar unter dem 30 Zentimeter dicken Reet weiter durch das Dach gefressen. Die Wehr war mit 53 Einsatzkräften vor Ort, darunter auch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Löscharbeiten innerhalb des Gebäudes mussten wegen akuter Einsturzgefahr des Obergeschosses abgebrochen werden. Noch tief in der Nacht waren Flammen sichtbar. Erst in den Morgenstunden, nach sieben Stunden Einsatz, war das Feuer nach Angaben der Feuerwehr schließlich unter Kontrolle.

Statiker entscheiden über Abriss

Ob das teilweise zerstörte Gebäude nun komplett abgerissen werden muss, prüfen nun Statiker und Sachverständige. Eine Entscheidung könnte sich noch eine Weile hinziehen, da es noch über den gesamten Neujahrstag vereinzelte Brandherde im Gebäude gab.

Bereits in der Nacht wurde die Centro-Promenade zwischen den Kneipen „Three Sixty“ und „Louisiana“ abgeriegelt. Angrenzende Gebäude mussten wegen der starken Rauchentwicklung später ebenfalls evakuiert werden.

Der „Irish Pub“ im Oberhausener Centro ist eine beliebte Anlaufstelle für jüngere Ausgehfreunde. Die Kneipe, die sich auf der gegenüberliegenden Seite der Centro-Promenade in der Nähe des ehemaligen Centro-Parks befindet, ist der einzige Mieter des eigenständigen Gebäudes. Am Silvesterabend wollten in der Pinte ursprünglich 250 Menschen mit einer Live-Band aus England und einem Discjockey gemütlich ins neue Jahr feiern. (Mit Material von dpa)