Rätselhafte Bauchschmerzen - Leistenbruch nicht erkannt

Monika Novak hatte wochenlang Schwerzen, da ein Leistenbruch von den Ärzten nicht erkannt wurde.
Monika Novak hatte wochenlang Schwerzen, da ein Leistenbruch von den Ärzten nicht erkannt wurde.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Für die Mediziner blieben Monika Novaks Beschwerden undefinierbar. Schließlich fanden Ärzte im St. Elisabeth in Oberhausen die Lösung: Leistenbruch.

Oberhausen.. Zwei Wochen lang quälten Monika Novak unsägliche Schmerzen im Unterbauch. Trotz mehrerer Arztbesuche blieb die Ursache unklar. In der Helios-Klinik St. Elisabeth wurde der Grund für die Beschwerden entdeckt. Die Duisburgerin litt an beidseitigen Leistenbrüchen, sogenannten Hernien.

Monika Novak ist kein zimperlicher Mensch. „Ich habe drei Kinder zur Welt gebracht und auch sonst haut mich so schnell nichts um“, sagt die 63-Jährige schmunzelnd. Aber die Schmerzen, die sie noch vor kurzem über Tage hinweg erleiden musste, raubten ihr fast den letzten Nerv. Da war dieses Ziehen im Unterbauch, das sie in ihrem Alltag einschränkte. Sie konnte nicht mehr gerade stehen, auch Sitzen war fast nicht möglich.

In einer Nacht war es so schlimm, dass die gelernte Hauswirtschafterin ins Krankenhaus fuhr. Die Ärzte dort konnten jedoch keinen Grund für ihre Beschwerden ausmachen. Der Stress und die Sorgen um ihre Gesundheit ließen sogar ihren Blutdruck in die Höhe schnellen.

Schwierige Diagnose

Mit dem Verdacht, dass sie etwas an den Lendenwirbeln haben könnte, kam Monika Novak letztlich zu Oliver Schindler ins Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie der St. Elisabeth Klinik. Doch der Mediziner war sich schnell sicher, dass auch eine Erkrankung der Wirbelsäule nicht der Grund für die Schmerzen war.

Schindler zog daher die Kollegen von der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie hinzu. Und tatsächlich: Bei einem genauen Blick auf die CT-Bilder waren beidseitig eingeklemmte Leistenhernien erkennbar, durch die sich schon Gewebe des Bauchraums gezwängt hatte.

Beginnende Brüche sind nicht einfach zu diagnostizieren. Meist werden sie erst dann erkannt, wenn sich Fettgewebe oder etwa Teile vom Darm oder anderen Organen durch die Lücke zwängen. Dadurch entstehen sichtbare Beulen zwischen Bauch und Oberschenkel. „Diese zeigten sich bei Frau Novak allerdings nicht so deutlich“, sagt Chefarzt Mike Ralf Langenbach.

Leistenbruch bildet sich nicht zurück

Die Leiste bildet den Übergang zwischen Bauch und Oberschenkel. Die Körperregion muss ziemlich viel Druck aushalten. Wenn wir husten, niesen oder etwas Schweres heben, drücken die Organe des Bauchraums auf die Leiste.

Monika Novak war erleichtert, als der Chirurg ihr endlich die Erklärung für ihre Schmerzen lieferte. Mit einem Eingriff über kleinste Schnitte wurden die Lücken im Gewebe geschlossen. Lediglich drei, wenige Millimeter breite Narben blieben von der Operation zurück.

„Dieser Eingriff ist nötig, weil sich ein Leistenbruch nicht von selbst zurückbildet. Er kann sich sonst sogar vergrößern“, erklärt Langenbach. „Schlimmstenfalls drücken sich Teile vom Darm durch die Lücken und werden abgeklemmt. Dann wird es ein Notfall.“ Dazu kam es bei der Rentnerin zum Glück nicht.

Nur wenige Tage nach der Operation kann Monika Novak das Krankenhaus wieder verlassen. Am meisten freut sich die 63-Jährige auf ihre Familie. „Ich gehöre ja doch noch nicht zum alten Eisen. Ich will das Leben vor allem mit meinen Kindern und Enkelkindern genießen.“ Umso glücklicher ist sie, dass der Schmerz endlich hinter ihr liegt.