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Läden mit Pfiff

Qualität statt Masse bei Metzgermeister Udo Kürten

20.11.2011 | 14:00 Uhr
Qualität statt Masse bei Metzgermeister Udo Kürten

Oberhausen.Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Geheimnis guter Fleischwurst, an der man ja den Metzger von Qualität erkennen können soll, liegt - im guten Fleisch begründet. Was nach einer Binsenweisheit klingt, ist keineswegs selbstverständlich: siehe Massentierhaltung und Antibiotika-Einsatz in Mastbetrieben.

Fleisch von Tieren solcher Herkunft kommt Udo Kürten nicht auf den Tisch. Klar, das Rezept für die Fleischwurst sei auch wichtig, die Gewürze - Kürten verwendet nur selbst gemischte Naturgewürze, sagt er - geben den letzten Pfiff. Aber das Fleisch, das sei die alles entscheidende Basis.

Der Sterkrader Metzger-Meister bezieht für sein Geschäft nach eigenen Angaben von „Neuland“-Bauernhöfen sein Fleisch: zertifizierte Produzenten, die die Tiere „artgerecht und umweltschonend halten“, so Kürten, „sie haben ein Nummernschild, so dass jede Station von der Geburt bis zur Schlachtung nachvollzogen werden kann“. Eine „gläserne Kette“, bei der Futtermittelskandale unmöglich seien. Und was gebe es für ein schöneres Lob, als dass sich ein Kind beim Vorbeigehen auf der Bahnhofstraße von der Hand seiner Mutter losreiße und ins Geschäft laufe, weil es eine Fleischwurst haben will, meint Kürten stolz.

Das alles hat seinen Preis, gegen die Angebote von Supermärkten kann die Metzgerei am Zilianplatz in der Nähe des Sterkrader Bahnhofs nicht antreten. Will das Familienunternehmen, das rund 95 Prozent seiner Wurstwaren selbst herstellt, aber auch gar nicht. Und Ute Kürten - organisatorischer Mittelpunkt des Geschäfts, Ansprechpartnerin für die Kunden auf den Wochenmärkten und Chefin des Partyservices „Double U“ - hat festgestellt: „Die Kunden essen dann vielleicht sogar weniger Fleisch in der Woche, aber dafür welches mit Qualität. Das sagen sie mir auch so.“

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Die Qualität wird nicht nur von der Stammkundschaft gelobt, sondern auch durch vielen Urkunden, die an den Wänden im Laden hängen, dokumentiert. Gold- und Silbermedaillen für Wurst-Kreationen wie eine frische Zwiebelmettwurst. Unlängst hat Kürten eine Bratwurst aus Fisch entwickelt, ein Produkt, für das sich Medien und Spitzenköche wie Armin Rossmeier interessieren. Nur mit seinem Geschmack, sondern auch mit weniger Fett- und Kaloriengehalt soll die Wurst überzeugen.

Die Metzgerei, 1922 von Großvater Johannes Kürten gegründet und 1982 vom Ehepaar Udo und Ute übernommen worden, befindet sich noch immer am alten Standort. Was aber als Fleischer-Fachgeschäft begann, steht mittlerweile auf breiteren Füßen: Hinzugekommen sind der bereits erwähnte Partyservice sowie ein Hotel und eine Eventagentur. Rund 40 Leute beschäftigen die Kürtens, aber die Familie, die den Betrieb in dritter Generation führt, ist der Dreh- und Angelpunkt. Und es geht weiter: mit Sohn Kevin, ebenfalls Fleischer-Meister, und Tochter Janine, studierte Eventmanagerin.

Die Frage nach der Vegetarier-Welle und ob die ihr Geschäft berühre, kommt für Udo und Ute Kürten wie aus einer anderen Welt. Wer fleischlos leben will, solle das eben tun. Man könne einem Blinden ja auch nichts von der Farbe erzählen.

Andrea Rickers

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Kommentare
21.11.2011
07:59
Man muss sich das nur schönreden....
von www.schnitzel-ist-out.de | #1

Die Tierquälerei, die hinter den Mauern der Mastanlagen stattfindet sieht man ja nicht. Die Tiere werden betäubungslos verstümmelt! Ihnen werden die Hoden rausgeschnitten, das Ringelschwänzchen abgeschnitten, und die Zähne abgekniffen. Können sie sich vorstellen, was das für Schmerzen sein müssen? Des weiteren werden die Tiere ohne Tageslicht in stickige Hallen auf Spaltenböden eingesperrt, wenn sie nach ein paar jämmerlichen Monaten, in denen sie Schmerzen durch den schnellen Wachstum haben, weil ihre Knochen und Gelenke nicht so schnell mitwachsen können, werden sie auf ihren letzten Höllentrip zum Schlachthof gefahren. Wenn sie Glück haben sind sie bei der Schlachtung betäubt, denn der Akkordschlachter hat nur 2 (!) Sekunden Zeit um das Tier abzustechen. Auch in einem kleinen Schlachtbetrieb werden die Tiere nicht totgestreichelt! Wenn man in der Nähe eines Schlachthofes wohnt, kann man die Angstschreie der Tiere hören! Wie man sich bei den Tatsachen noch Teile von Ihren toten Körpern in den Mund stecken kann, ist mir unbegreiflich!

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