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Provokante Paradiesvögel bei "Punk im Pott" in Oberhausen

29.12.2011 | 18:03 Uhr
Viele Punker kamen am Oberhausener Hauptbahnhof an, um von dort zur Turbinenhalle weiterzufahren, wo für zwei Tage das Festival „Punk im Pott“ zum 13. Mal stattfindet.

Oberhausen.  "Punk im Pott" heißt das größte Indoor-Punkfestival Deutschlands. Zwischen Weihnachten und Neujahr trafen sich Punk-Fans zum 13-ten mal in der Oberhausener Turbinenhalle zum "Fest nach dem Fest". Verwunderlich für Bahnreisende: Rund 200 der Festivalbesucher nutzen den Hauptbahnhof als Schlafstätte.

„Das Fest nach dem Fest“ nennt sich „Punk im Pott“, das größte Indoor-Punkfestival Deutschlands. Und das ist jetzt - wie immer an zwei Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr. In der Turbinenhalle. In Oberhausen. Deshalb wunderten sich gestern Bahnfahrer auch über die vielen provokant-bunt gestylten Gestalten, die sie auf dem Bahnhof antrafen. Rund 200 der, laut Veranstalter, erwarteten bis zu 1500 Punks hatten dort geschlafen. Friedlich. „Wir hatten keine Probleme“, erklärte Polizeisprecher Johannes Paus.

Dennoch hat die Polizei ein Auge auf die Truppe. „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet“, versicherte Paus. 2007 hatte es beim Festival Randale gegeben. Auslöser waren damals die Zwangseinweisung eines Gastes in die Psychiatrie und absurderweise eine in der Turbinenhalle in Brand geratene Fritteuse. Feuerwehr und Polizei wurden bei ihren Einsätzen von den Festival-Besuchern attackiert. An den Fahrzeugen der Einsatzkräfte entstand ein hoher Sachschaden. Die Folge: „Punk im Pott“ wurde 2008 vom Ordnungsamt in Oberhausen verboten, fand in Berlin statt.

Sie wollen provozieren

Seit 2009 treffen sich die Punker wieder im Pott. Friedlich. Und wie sind sie diesmal drauf? Sie wollen provozieren, klar. Ein älterer Herr starrt dann auch indigniert einem Typen hinterher, der mit grell-rot gefärbtem Hahnenkamm, behängt mit rasselnden Ketten, ne Pulle Bier in der Hand, grölend durch den Bahnhof läuft. Der Kettenrassler wirkt nun auch sehr rustikal. Gehört wohl eher zu dem etwas älteren Semester - mit geschätzten Mitte 20.

Punk im Pott

Viele der Punker, die noch am Bahnhof auf einen der Shuttle-Busse zur Turbinenhalle warten, sind sehr jung. Gerade mal 16. Das ist auch Meisters Alter. Meister, stilecht mit Bier, Hahnenkamm und Schottenkaro-Hose, hat sich kurzfristig diesen Namen zugelegt. Er kommt aus Köln. Ist das erste Mal bei „Punk im Pott“. „Wir haben uns gedacht, das macht bestimmt Spaß hier“, sagt er. Meister macht übrigens selber Musik. Spielt Gitarre seit er fünf und in einer Band seit er zwölf ist. „Die Haare mach’ ich mir nicht immer so hoch“, erklärt er noch, „aber solche Klamotten trage ich immer.“

Günstige Ferienwohnung gemietet

Als Meisters Freund Tom (16) verkündet: „Ich höre sonst Pop“, sagt Meister: „Der lügt.“ Auch als einer aus der Gruppe brüllt: „Ich nehme Heroin“, erklären die Übrigen cool: „Das stimmt nicht.“ Wahrscheinlich ist auch Quatsch, was ein weiterer Bierflaschenschwenker in die Runde schreit: „Ich hab’ in der ersten Klasse auf den Sitz gepinkelt.“

Nicht alle Punker haben schon so aufgedreht, nicht alle schlafen am Bahnhof. Jan (22) aus Marburg, Schlagzeuger der Band S.M.D., erzählt ganz sachlich. Man könne auch in der Turbinenhalle übernachten Und: „Ich war letztes Jahr schon bei ,Punk im Pott’. Das war ein cooles Festival.“ „Es ist das einzige große Festival, das im Winter stattfindet“, ergänzt Band-Kollegin Anna. Sie hat sich mit Freundin Sina eine Ferienwohnung gemietet. „Total günstig“, schwärmen beide.

Andrea Micke



Kommentare
01.01.2012
23:34
Provokante Paradiesvögel bei
von progurke | #7

ich finde den Artikel nicht in Ordnung weil nicht alle vom Festival im hbf geschlafen haben und ich bin eindeutig auf dem Foto für freunde schule und Familie zu erkennen und ich werde wahrscheinlich wider von Lehrern angemeckert das das nicht gut für den ruf der schule ist. Und ich bin auch noch in der Bewerbungszeit das mindert meine Changse enorm.

2 Antworten
@progurke
von wolke286 | #7-1

Sorry, aber ich sehe nur einen jungen Mann, den man auf dem Foto eindeutig erkennen kann. Aus diesem Grunde halte ich Ihren Kommentar für einen Fake.
Und selbst, wenn es so wäre wie Sie geschrieben haben, dann sollten Sie entweder zu Ihrer Einstellung stehen oder solche Veranstaltungen meiden. Die Presse ist natürlich immer dabei und man muss damit rechnen, dass man fotografiert wird.
Ihre Chancen werden nicht durch das Foto, sondern durch Ihre miserable Rechtschreibung gemindert. Da sollten Sie eher mal dran arbeiten!

Provokante Paradiesvögel bei
von Bohrhammer | #7-2

Meine Güte, als was haben sie sich denn beworben? Als Schriftsetzer bei der Zeitung?

01.01.2012
03:25
Provokante Paradiesvögel bei
von Burkseventyseven | #6

Allen Punkrockerinnen und Punkrockern ein frohes neues Jahr! Es ist immer eine Freude in dieser Stadt mal etwas Punk zu erleben!

30.12.2011
20:22
Provokante Paradiesvögel bei
von sdog | #5

ich wünsche diesem land noch viel mehr punks und andere bunte vögel...es sind doch deutsche kinder,denen ihr nicht RAUS sagen könnt,wenn euch mal nicht angenehm riecht.

30.12.2011
17:00
Provokante Paradiesvögel bei
von TimOB | #4

Als ich heute morgen gegen 5h am OB HBf ankam, war ich schlichtweg fassungslos!!! Der Tunnel sah schon aus wie eine Müllhalde doch was sich in der Vorhalle auftat, war unfassbar... Es atnk an allen Ecken und Enden, überall lag Müll und das allerschlimmste: Der Weihnachtsbaum wurde umgestossen und die gesamte Deko samt zerbrochenden Kugeln verteilte sich in der ganzen Halle! Wo war denn da die Polizei oder das DB-Sicherheitspersonal? Bei den ganzen Großveranstaltungen die in Oberhausen stattfinden (Oberhausen Ole, Olgas Rock, Ruhr in Love etc) sah es bei Weitem nicht so schlimm aus wie aktuell im Bahnhof! Ich hoffe das die Stadt ihre Konsequenzen draus zieht, und diese Veranstaltungen nächstes Jahr hier nicht mehr stattfinden lässt!

30.12.2011
13:09
Provokante Paradiesvögel bei
von OBnrw | #3

Ich komme gerade aus dem Bahnhof und zwar am hellen Tag. Selten habe ich mich dort so unwohl und unsicher gefühlt. Slalomlaufen zwischen all den Punks, die auf dem Boden sitzen und jeden, der vorbeigeht, unverschämt anpöbeln. Von der extrem lauten Musik will ich gar nicht sprechen. Wieso bekommen die dort nicht Hausverbot? Ich möchte mal erleben, was passiert wäre, wenn ich mir direkt vor dem Infoschalter eine Zigarette angesteckt hätte (dabei bin ich Nichtraucher).

Ein solches Verhalten ärgert mich. Vielleicht müsste man diesen "Typen" mal sagen, dass es keinen Bahnhof gäbe, auf dessen Boden sie ihren ungew... und dr... Ar... setzen können, wenn alle in dieser Gesellschaft diese Einstellung fahren würden. Und wer würde das Bier brauen, das sie sich reinkippen?

30.12.2011
11:18
Provokante Paradiesvögel bei
von foxtrott | #2

Ich lach mich kaputt, hier werden Punks immernoch gesehen wie anno dazumal, obwohl gerade vom Punk eine riesige Inspiration in alle Richtungen, ausser vielleicht die Weltmarktspekulationen mit Hunger und andere postkolonialistische Bedrohungen, ausging.
1500 Fußballfans wären sicher nicht annähernd so friedlich geblieben!

1 Antwort
Provokante Paradiesvögel bei
von ZebraGiggs | #2-1

@ foxtrott

Vollkommen richtig. Nur: Auch nicht alle Fußballfans sind irgendwelche dahergelaufenen Asis. Bitte keine Verallgemeinerungen!

29.12.2011
23:01
Provokante Paradiesvögel
von hstenkbruck | #1

Deshalb wunderten sich gestern Bahnfahrer auch über die vielen provokant-bunt gestylten Gestalten, die sie auf dem Bahnhof antrafen. Rund 200 der, laut Veranstalter, erwarteten bis zu 1500 Punks hatten dort geschlafen. Friedlich. „Wir hatten keine Probleme“, erklärte Polizeisprecher Johannes Paus.

Wieso wunderten?? Man stieg über Müllberge von Mc Donaldresten und Bierdosen , nahm den sehr angenehmen Geruch aus allen vollurinierten Ecken wahr und wurde dazu noch freundlich begrüßt mit den Worten..Viel Spass bei der Arbeit ..aaalder
Frage mich nur wo irgendwelche Ordnungshüter gewesen sein sollen

2 Antworten
Provokante Paradiesvögel bei
von chrisflummi | #1-1

@#1
Das ist alle Male besser, als von irgendwelchen Assis, die nicht einmal auf Kinder Rücksicht nehmen, ständig angepöbelt und bedroht zu werden. Müll und Gerüche kann man beseitigen. Anderes nicht.

Provokante Paradiesvögel bei
von wolke286 | #1-2

Also mein Lebensgefährte ist an diesen Tagen mit dem Zug zur Arbeit gefahren und hat mir von den Punks berichtet. Allerdings auch davon, dass sehr viel Polizei anwesend war und sie über die "schlafenden" Punks gewacht haben. Am gestrigen Tag konnte ich mich selbst von der Polizeipräsenz überzeugen.
Mag sein, dass es nicht zu jeder Zeit so war und über das Urnieren in den Ecken muss meiner Meinung auch nicht sein.
Sprüche bekommt auch von ganz anderen zu hören. Ich habe nichts gegen Punks, im Gegenteil. Sie sind mir lieber als so manch andere Gruppierung!

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