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Profis am Steuer

07.01.2009 | 18:41 Uhr

In der Fahrschule Krüssmann drücken Bus- und Brummifahrer die Schulbank. Neuerdings dürfen hier auch Fahrlehrer ausgebildet werden.

In Klaus Krüssmanns Fahrschule geht es ein bisschen anders zu als in anderen Fahrschulen. Im Unterricht sitzen nicht Horden von 17 1/2-Jährigen, die ihre erste Spritztour kaum erwarten können, sondern gestandene Männer – und auch ein paar wenige Frauen – die in Zukunft ihre Brötchen als Bus- oder Brummifahrer verdienen wollen. Im vergangenen Jahr konnte das Repertoire noch erweitert werden, wie der Chef stolz verkündet: „Wir dürfen jetzt auch für Arbeitsagenturen arbeiten. Und wir haben die Zulassung als Fahrlehrerfachschule.”

Seitdem die traditionelle Fahrschule Lindermann vor mehr als acht Jahren geschlossen hätte, habe es keine solche Ausbildungsstätte mehr in Oberhausen gegeben, so Krüssmann. Knapp zehn Monate dauert es, zum Fahrlehrer gemacht zu werden, davon entfallen fünf Monate auf den Unterricht in der Fachschule und viereinhalb auf ein Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule, das heißt, die Schüler können auf Wunsch auch gleich dableiben. Am Ende dann muss der angehende Fahrlehrer im Unterricht in der Schule und in einer Fahrsituation mit einem Schüler im Auto zeigen, dass er für den Beruf geeignet ist.

„Früher”, sagt Klaus Krüssmann”, wurde bei den Fahrlehrerprüfungen das Hauptmerkmal auf die Technik gelegt. Heute ist die Pädagogik wichtiger”. Der 53-Jährige hat seine eigene Prüfung 1995 abgelegt „Heute würde ich nicht mehr bestehen”, sagt er schmunzelnd. Als Partnerfahrschule der Dekra-Akademie in Duisburg und Essen hat er immer Vorgaben zu erfüllen und Fristen einzuhalten – „da kann man nicht immer nett sein”. Ein ruhiges Gemüt sei jedoch unbedingt erforderlich, wenn man anderen das Fahren beibringen will. „Choleriker sollten die Finger davon lassen”, sagt Krüssmann.

Über zu wenig Arbeit können Krüssman und sein Team seit der Eröffnung vor vier Jahren nicht klagen. Doch nicht nur die neue Zulassung zur Fahrlehrerfachschule, auch eine Änderung des Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetzes wird demnächst für größeren Andrang in den Räumen an der Max-Eyth-Straße sorgen: Alle Neueinsteiger in der gewerblichen Güterbeförderung müssen neben dem Führerschein besondere tätigkeitsbezogene Fähigkeiten und Kenntnisse nachweisen. Dies gilt für Busfahrer seit dem 10. September 2008 und für Lkw-Fahrer ab dem 10. September 2009. Auch wer in dieser Fahrerklasse seinen Führerschein im üblichen Fünf-Jahres-Rhythmus verlängern lassen will, muss eine Weiterbildung nachweisen. Dies war bis dato nicht erforderlich.

„Das Gesetz hat uns in die Hände gespielt”, sagt Klaus Krüssmann. Doch als erfahrener Lehrer und Fahrer – 18 Jahre lenkte er Schwertransporter Richtung Südeuropa – freut er sich nicht nur über eine zusätzliche Einnahmequelle: „Berufsfahrer sollten wissen, welche Änderungen es gibt. Und wenn dadurch nur ein einziger Unfall verhindert werde, dann habe sich das neue Gesetz schon gelohnt, so Krüssmann. Außerdem habe der Berufsstand des Kraftfahrers nicht gerade das beste Ansehen in der Gesellschaft. Die neuen, höheren Standards könnten sich positiv darauf auswirken.

Rusen Tayfur (Text) und Roy Gilbert (Foto)

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Kommentare
08.01.2009
02:02
Profis am Steuer
von Ochnee | #2

Ohhhh, wie ich leider jetzt erst bewusst lese, ist ja heute Pädagogik wichtiger. Na denn wundert’s ein nicht mehr...

08.01.2009
00:36
Profis am Steuer
von Ochnee | #1

Wird den potentiellen Bus- und Brummifahrern/-innen auch das Aufziehen von Schnee-/Gleitschutzketten beigebracht? Kennen sie überhaupt solche Hilfsmittel? Wie man momentan überall sieht, war es in der Vergangenheit wohl kein Aubildungs-/Prüfpunkt!!! Ski Heil!

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