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Karneval

Prinz legt Bilderbuchstart hin

15.11.2009 | 16:47 Uhr
Prinz legt Bilderbuchstart hin

Oberhausen. So verheißungsvoll begann noch kaum eine Karnevalssession. Marco I. lässt tanzen und macht wenig Worte.

An den Saturnalien der alten Römer will sich unser neuer Karnevalsprinz orientieren, weswegen Marco Helling (seit Samstag Marco I.) sich das etwas umständliche Motto „Prinzenzeit ist meine Zeit! Lasst uns feiern wie die Römer die fünfte Jahreszeit!” gegeben hat. Dabei ist der Prinz kein bisschen umständlich. Das bewies die grandiose Eröffnung seiner Regentschaft, das bewies auch sein persönliches Geschenk ans Publikum zum Ende der Proklamations-Sitzung. Unübersehbar: Prinz und Hofstaat kommen aus der Gesellschaft der Blauen Funken, und die hat sich in ihrer nunmehr 44-jährigen Geschichte erfolgreich dem Gardetanz verschrieben.

Hommage an Rom

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Sozialaktion

Prinz Marco I. hat eine Sozialaktion gestartet.

Zu den elf Paragraphen seiner Proklamation gestalteten elf Grundschulen Bilder, eins fertigte das Prinzenteam ein. Eingefügt wurden die Bilder in einen Rahmen, der den Gasometer nachbildet. Am 31. Januar soll beim Prinzenepfang in der Luise-Alberth-Halle dieser „kleine Bruder des Gasometers” versteigert werden. Der Erlös fließt der Oberhausener Tafel zu. Marco Helling dazu: „Wir wissen, dass viele Schüler kein Geld für ein Mittagessen haben oder bekommen. Die Oberhausener Tafel beliefert mittlerweile auch Schulen, braucht dafür aber natürlich Geld. Dazu wollen wir einen Beitrag leisten.” Informationen gibt's auch im Internet: www.prinz-marco.de

Was bedeutete: So eine fulminante Show zur Kürung hat es in Oberhausen noch nicht gegeben, besonders hübsch die schmissig vorgetrage Hommage an Rom, eingebettet in ein Medley italienischer Musik; zum Finale hatte der Prinz die aus Köln-Hürth angerückte Prinzengarde bestellt (und selbst bezahlt) – für Karnevalstraditionalisten sind „Stippeföttche'” & Co. immer ein Höhepunkt.

In den knapp vier Stunden zwischen Eröffnungs- und Finalprogramm lief eine funkelnde Folge ab, die teils die volle Luise-Albertz-Halle auf hohe Temperaturen brachte. Auffällig: Es wurde (auf der Bühne) kaum gebabbelt (außer vom mitunter schwatzhaft wirkenden Sitzungspräsidenten Manfred Flore und den Kölner Humoristen „De Schlawiner”), sondern gesungen und instrumental musiziert. Herausragend dabei „Et fussich Julche”, gut auch die Parodien der „Kalauer” und die Blechbläser von „Quer Beat” – und großartig das Oberhausener Alleinstellungsmerkmal im rheinischen Karneval, der Gemeinschaftstanz der Garden. Rund 80 junge Leute aus zehn Vereinen auf der Bühne, toll!

Spaß an der Freud'

Was auch auffiel: Der neue Prinz ist weniger des Mann des Worts als der Bewegung – was ganz gut sein kann. Die Inhalte der Proklamation bewegten sich im überkommenen Rahmen, auch sonst hielt Marco sich zurück. Dafür sah man ihm den Spaß an der Freud' so deutlich an, dass schon das bloße Hingucken Spaß machte. Das Bühnenbild (Mario Hochmuth) machte mit der Nachbildung eines Tempel–Vorbaus Eindruck, der Prinzenorden passt: Gasometer, Säulen, Legionärshelm, Stadtwappen, „O”, alles drauf.

Hauptausschuss-Präsident Heiner Dehorn bemängelte nur eins: „Zu viel Geschwätz im Publikum.” Das muss er mal speziell den Karnevalsgesellschaften sagen.

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Gustav Wentz

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