Praxistest der beiden Oberhausener Hallenbäder

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Was wir bereits wissen
Oberhausener Wasserratten haben mit zwei städtischen Schwimmbädern die Qual der Wahl. Aber welche Einrichtung ist wirklích zu empfehlen?

Oberhausen.. Morgens früh ein paar Bahnen ziehen, um vorm alltäglichen Arbeitsstress wach zu werden. Wassergymnastik im Alter, um die müden Knochen in Schuss zu halten. Oder einfach nur ein wenig Badespaß. Wen es in Oberhausen ins kühle Nass zieht, hat an städtischen Schwimmbädern noch zwei zur Auswahl: das Hallenbad Sterkrade und das Hallenbad Oberhausen. Ein Vergleich.

Der Eingangsbereich

Betritt der Badegast den Eingangsbereich des Hallenbades Sterkrade wird er von einem großen, hellen und aufgeräumten Foyer in Empfang genommen. Vom Eingang aus gesehen rechts um die Ecke geht es in ein kleines Tauchsport-Café mit Getränke-Kühlschrank und Sitzmöglichkeiten. Leicht irreführend: An der Theke vor Kopf wird nicht der Eintritt kassiert. Geld wird man erst ein Stockwerk höher los, am Kassenautomaten vorm Zugang in den Schwimmbereich. Wer nicht kann oder will, nimmt an Stelle der Treppen einen Aufzug.

Auch das Schwimmbad Oberhausen setzt auf einen Kassenautomaten. Der Eingangsbereich ist ebenfalls hell und in gutem Zustand, jedoch deutlich kleiner. Vorm Drehkreuz steht ein Cola-Automat. Ansonsten ist das Foyer funktional und unspektakulär.

Die Umkleiden

In Sterkrade gibt es für den Gast Einzelumkleiden, wie es sie in jedem zweiten Schwimmbad mittlerweile gibt. Gruppenumkleiden sind für Schulklassen da. Die Einzelumkleiden aber sind klein. Beim Umziehen nach dem Schwimmen will bedacht sein: Wo lege oder hänge ich die Kleidung hin, um nichts nass zu machen. Positiv: Anders als in vielen Bäder gibt es Haarföhne, die man in die Hand nehmen kann, keine fest an der Wand montierten.

Im Oberhausener Bad hat der Schwimmer die Wahl zwischen Einzel- und Sammelumkleiden. Leicht verwirrend: An manchen Türen der Sammelumkleiden fehlt der Geschlechterhinweis. Die Einzelumkleiden sind ebenfalls eng. Positiv in beiden Bädern: Der Chip zum Rein- und Rausgehen eignet sich für die Spinde. Kleingeld ist unnötig.

Die Duschen

In Sterkrade gibt es Gemeinschaftsduschen. Einige Plätze sind leider defekt. Die Temperatur ist nicht zu regulieren. Außer an einer Kaltdusche ist die eingestellte Temperatur eher etwas für Warmduscher.

Auch im Hallenbad Oberhausen gibt es lediglich Gruppenduschen. Hier funktioniert aber alles einwandfrei und man ist Herr über kaltes und warmes Wasser.

Die Optik

In Sterkrade ist alles in Grün-, Mint- und Gelbtönen gehalten. Das mutet vielleicht ein wenig altbackend an. Sauber und freundlich wirkt es aber allemal. Das Bad liegt in der ersten Etage und ist auf der Längs- sowie Kopfseite komplett verglast. Scheint die Sonne, ist das Schwimmbad lichtdurchflutet und hell. Einen Minuspunkt gibt es beim großen Becken selbst. Das ist aus Stahl und hat an ein paar Stellen bereits Rost angesetzt.

Im Oberhausener Bad ist es ebenfalls hell. Auch hier sind zwei Seiten komplett mit Fensterscheiben vom Boden bis zur Decke versehen. Der Unterschied: Das Bad liegt ebenerdig. Heißt: Passanten können jederzeit den Badegästen zuschauen. Wahrscheinlich für den ein oder anderen leicht befremdlich, in Badekleidung so auf dem Präsentier-Teller zu schwimmen.

Der Stil des Bades ist modern. Die holzverkleideten Wände und die schwarzen, grauen und weißen Kacheln verleihen dem Bad eine schicke und gepflegte Optik. Zu den Duschen geht es vorbei an einem stylischen Halbrund aus hell-blauen Glasbausteinen.

Die Ausstattungen

Vorneweg: Beide Bäder haben einen Sitzlift, der Gehbehinderten den Einstieg ins Becken ermöglicht – dickes Plus.

In Sterkrade gibt es ein großes 25-Meter-Becken, ein Lehrschwimmbecken und ein kleines Eltern-Kind-Becken. Zudem gibt es Sprungbretter aus einem, drei und fünf Metern Höhe. Nicht ganz so praktisch: Springer landen im normalen Becken. Ist der Sprungturm freigegeben, fehlt Platz zum Schwimmen. Hinzu kommt eine 53 Meter lange Rutsche.

Das Bad Oberhausen hat ein Becken mehr. Ein Sprungbecken mit Ein- und Drei-Meter-Brett trennt Springer und Schwimmer. Das 25-Meter-Becken ist mit 16,60 Metern vier Meter breiter als das Pendant in Sterkrade.

Gesamteindruck Sauberkeit

Für beide Bäder gilt: Die Räumlichkeiten sind sauber und gepflegt. In den Umkleiden, im Sanitärbereich und an den Schwimmbecken selber ist wenig bis gar nichts zu beanstanden.

Gesamteindruck

Es gibt nicht viel auszusetzen an den beiden städtischen Bädern. Was beim Badbesuch in beiden Einrichtungen aber störend auffällt, sind die engen Einzelkabinen, die kaum genug Platz lassen, um sich vernünftig umzuziehen. Auch gibt es keine Einzelduschen, was manchem Gast sicher nicht so ganz gefällt.

In Sterkrade kommt hinzu, dass der Gast nicht die Wahl hat, ob er kalt oder warm duschen möchte. Zu regulieren sind die Duschen nicht. Zudem waren einige Duschen gleich ganz defekt oder ausgeschaltet. Das Schwimmbecken ist komplett aus Stahl. An den Beckenrändern und dem Boden fallen mehrere verrostete Stellen auf. Das sieht einfach nicht schön aus.

Im Hallenbad Oberhausen fühlt man sich als Badegast ein wenig beobachtet. Das modern gestaltete Bad ist durch die riesigen Fensterfronten zwar schön hell und wirkt groß und offen. Befremdlich ist nur, dass jeder Passant vom Gehweg aus ins Bad gucken kann und freie Sicht auf die Schwimmer hat. Das kann zum einen nützlich sein, wenn man von draußen entscheiden möchte, ob einem das Bad zu voll ist. Zum anderen kann für den Gast drinnen aber ein komisches Gefühl entstehen, wenn Leute stehen bleiben und dem Treiben länger zuschauen.

Großer Pluspunkt für beide Bäder: Der Sitzlift am Beckenrand, der gehbehinderte Badegäste ins Wasser herunterlässt. Das gibt es nicht in jedem Bad – vorbildlich. Hinzu kommt, dass beide Bäder insgesamt einen gut gepflegten Eindruck hinterlassen.

Sterkrade punktet zudem mit einer Rutsche, für die jugendlichen Gäste. Die dunkle Röhre hält zwar nicht mit adrenalinträchtigen Rutschpartien in großen Aquaparks mit, für ein normales Hallenbad ist das aber schon eine Attraktion.

Das Hallenbad Oberhausen ist modern gestaltet. Die Holzverkleidung an den Wänden, der kahle Beton darüber und die in grau gehaltenen Kacheln geben dem Bad eine saubere und klare Optik. Die Auslagerung der Sprungbretter vermeidet Platzeinbußen für die Schwimmer.

Empfehlung

Der Besuch in beiden Bädern hat gezeigt: die städtischen Schwimmmöglichkeiten unterm Dach sind in Schuss. Etwas moderner kommt das Hallenbad Oberhausen daher, dafür ist in Sterkrade mit dem Fünf-Meter-Brett und der Rutsche etwas mehr Action möglich. Wer einfach ein paar Bahnen ziehen möchte, ist im Bad Oberhausen besser aufgehoben: Das Sportbecken ist breiter und die Sprungbretter an einem eigenen Becken. Beide Bäder wirken offen, durch die großen Fensterflächen. Plus in Sterkrade: Die Lage in der ersten Etage führt dazu, dass man unbeobachtet ist. Abschließendes Fazit: beide Bäder sind zu empfehlen.