Polizist bleibt vorerst in Kabul

Dem Oberhausener Polizisten, der am Sonntag bei einem Anschlag im afghanischen Kabul verletzt wurde, geht es den Umständen entsprechend gut. Zumindest körperlich. Der Beamte habe „keine gravierenden Verletzungen“ erlitten, bestätigt ein Sprecher des zuständigen Innenministeriums. Der Oberhausener wird derzeit vor Ort in Kabul medizinisch und psychologisch betreut. Er sei froh, dass der Polizist nicht schwerer verletzt sei, so der Ministeriumssprecher. Wie der Oberhausener seelisch mit dem Erlebten umgehe, sei eine andere Frage, die er nicht beantworten könne. Wann der 51-jährige Hauptkommissar nach Hause kommt, ist unklar. Das Innenministerium hält ständigen Kontakt.

Der Selbstmordanschlag auf den ausländischen Fahrzeugkonvoi der sogenannten Eupol-Mission geschah am Sonntagmorgen (Ortszeit) in der Nähe des Flughafens von Kabul. Der Attentäter hatte zunächst den Wagen, in dem der Oberhausener mit drei Kollegen saß, gerammt. Bei der anschließenden Explosion ist ein Fahrzeuginsasse, ein britischer Kollege des Oberhauseners, ums Leben gekommen. Auch zwei afghanische Zivilisten starben. 21 Menschen wurden verletzt, darunter drei afghanische Kinder. Zu dem Anschlag bekannten sich später die islamistischen Taliban. Die europäische Mission Eupol (European Union Police Mission) unterstützt seit 2007 die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte vor Ort. Die polizeilichen Berater, zu denen auch der Oberhausener Hauptkommissar gehört, sollen so die Sicherheitslage in Afghanistan stabilisieren. Der Oberhausener hatte sich freiwillig für den Auslandseinsatz gemeldet. Nachdem er ein Bewerbungsverfahren durchlaufen hatte, wurde er für die Mission ausgewählt. Die Dauer eines Eupol-Auslandseinsatzes variiert je nach Aufgabenbereich.