Polizei in Oberhausen richtet mobile Wachen ein

Die mobile Wache machte am Freitag Station auf dem Holtener Marktplatz.
Die mobile Wache machte am Freitag Station auf dem Holtener Marktplatz.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Oberhausener Polizei ist auf Wochenmärkten präsent. Bürger sind nach Kölner Silvesternacht verunsichert und freuen sich über Präsenz.

Oberhausen.. Die Anwesenheit der Polizei verheißt ja nicht immer etwas Gutes. „Aber ich freue mich richtig, die Beamten zu sehen“, sagt Hildegard Wörmann in diesem Fall. „Es ist einfach jemand da, der Präsenz zeigt und mir das Gefühl gibt, dass ich mich an die Polizei wenden kann, auch wenn es keinen Notfall gibt.“ Hildegard Wörmann ist zum Einkaufen auf dem Holtener Wochenmarkt, wo sich auch die Polizei mit der mobilen Wache am gestrigen Freitag positioniert hat.

Es ist ein neues Angebot der Oberhausener Polizei, sagt deren Sprecher Tom Litges. Nötig geworden durch die Verunsicherung der Bürger nach der Kölner Silvesternacht. „Dieser Verunsicherung wollen wir entgegentreten.“ Bei der mobilen Wache stehen jeweils zwei Polizisten mit ihrem Einsatzwagen auf dem Wochenmarkt, Bürger können sich mit Fragen und Anregungen an sie wenden.

Am Donnerstag war ein Team der Polizei in Schmachtendorf, gestern in Holten. In der kommenden Woche stehen die Wochenmärkte in Sterkrade und Osterfeld auf dem Programm.

Persönliche Ansprache wichtig

Darf ich mir eine Schreckschuss-Pistole zulegen? Was ist zu beachten? Die junge Frau sei extra aus Sterkrade nach Schmachtendorf gekommen, um ihre Fragen zu stellen, erzählt Tom Litges. Die Oberhausenerin, die mit ihrem kleinen Kind im Kinderwagen Rat bei der Polizei gesucht hat, sei verängstigt und wolle sich eine Waffe zur Selbstverteidigung zulegen.

„In solchen Fällen ist die persönliche Ansprache besonders wichtig“, erzählt Tom Litges. Denn natürlich sei der Besitz einer Gas-Pistole legal, wenn man den sogenannten Kleinen Waffenschein hat. „Aber ich halte das nicht für sinnvoll“, erklärt der Polizist. Die Leute seien es ja nicht gewohnt, eine Waffe zu tragen. Wann soll ich die Waffe ziehen? Wann darf ich die Schreckschuss-Pistole abfeuern? „Das Tragen einer Waffe verunsichert die Menschen oft eher als Sicherheit zu geben“, ist sich Litges sicher. Und genau dazu hätten die Oberhausener keinen Grund: „Wir haben eine niedrige Kriminalitäts-Statistik“, sagt Litges und winkt einem Kind zu, das an Papas Hand über den Markt läuft und grinsend zurück winkt.

Das betont auch Jörg Zimkeit, Bezirksbeamter für Holten, Barmigholten und Teile Schmachtendorfs. Auch ihn sprechen Bürger nach der Silvesternacht von Köln vermehrt an. „Die Angst ist unbegründet, aber dass sich die Menschen Gedanken machen, ist nachvollziehbar und berechtigt.“ Genau deshalb müsse die Polizei Fragen beantworten.

Fragen wie die nach der ausgedünnten Personalstruktur der Polizei, um die sich ein 84-jähriger Oberhausener sorgt. Oder Fragen zum Thema Videoüberwachung, über das sich ein Bürger mit den Beamten unterhält.

„Die Präsenz der Polizei nimmt die Hemmschwelle“, sagt Margret Rogal. Sie spüre zum Beispiel Unbehagen, wenn sie im Dunkeln die Holtener Bahnhofstraße entlang läuft. „Deshalb wählt man aber nicht gleich den Notruf“, sagt sie. Hier auf dem Marktplatz könne sie ihre Sorgen „einfach so“ loswerden. „Die sollten regelmäßig kommen“, sagt eine weitere Holtenerin, die am Wurststand auf ihre Bestellung wartet.

Weitere Termine am Dienstag und Mittwoch

Die Idee der mobilen Wachen ist aus der Verunsicherung der Bürger nach der Kölner Silvesternacht entstanden. Als erste Maßnahme stellte sich Polizei-Präsident Ingolf Möhring, wie berichtet, in einer Facebook-Sprechstunde Fragen der Bürger. „Es wurde aber klar, dass manche Fragen nur im individuellen Gespräch geklärt werden können“, sagt Polizeisprecher Tom Litges.

Die mobile Wache wird am kommenden Dienstag, 19. Januar, auf dem Osterfelder Wochenmarkt Präsenz zeigen. Einen Tag später, am Mittwoch, kommen die Beamten zum Wochenmarkt in Sterkrade. Die Polizisten sind jeweils von 10 bis 12 Uhr vor Ort. T om Litges schließt nicht aus, dass das Angebot im Anschluss fortgeführt wird. „Das hängt von der Resonanz der Bürger ab.“